Anzeige
10. März 2016, 09:18
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Anleger in Schockstarre: Jeder zweite kapituliert vor den Niedrigzinsen

Die niedrigen Zinsen und ihre Auswirkungen auf das Erreichen der eigenen Sparziele bewegen immer mehr deutsche Sparer. Die Zahl derer, die das Niedrigzinsumfeld dazu bringt, ihre Geldanlage zu überdenken, ist innerhalb von neun Monaten kontinuierlich von 30 auf aktuell 35 Prozent gestiegen.

Zinsen-sinken-750-shutterstock 53504905 in Anleger in Schockstarre: Jeder zweite kapituliert vor den Niedrigzinsen

Die Zinsen sind schon lange im Keller.

Speziell bei der Altersvorsorge sehen die Anleger verstärkt Handlungsbedarf: Jeder Zweite (51 Prozent) möchte seine bestehenden Anlagen auf den Prüfstand stellen und eventuell modifizieren. Beinahe ebenso viele Menschen (45 Prozent) kapitulieren jedoch vor dem andauernden Niedrigzinsniveau und sind der Meinung, dass sie unabhängig von der Art der Geldanlage keine vernünftige Verzinsung bekommen. Beinahe jeder Dritte (31 Prozent) sieht keinen Sinn mehr im Sparen und gibt sein Geld lieber aus.

Intensiver mit der Suche nach ernsthaften Alternativen auseinandergesetzt hat sich bislang aber nur eine Minderheit (47 Prozent). Dies sind Ergebnisse aus dem aktuellen Anlegerbarometer von Union Investment, einer repräsentativen Befragung deutscher Finanzentscheider in privaten Haushalten. “Resignation ist in der aktuellen Lage aber keine Lösung. Es gilt jetzt, den Schalter umzulegen und sich aktiv um ertragreichere Alternativen zu kümmern”, betont Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment.

Geldanlage in Aktien muss emotionale Hürden überwinden

Grundsätzlich ist eine Bereitschaft für chancenorientierte, kapitalmarktbasierte Anlagen festzustellen. Ein Drittel (31 Prozent) kann sich eine Geldanlage in Aktien „auf jeden Fall“ vorstellen, ebenso viele beantworten die Frage mit „eventuell“. 38 Prozent lehnen Aktien komplett ab. Fast drei Viertel der Befragten geben an, dass aktienbasierte Anlagen für sie in Frage kämen, wenn sie wüssten, dass diese über einen Zeitraum von 20 Jahren keinen Verlust machen. „Leider haben viele Anleger ein falsches Bild von den Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Denn diese Bedingung haben die Märkte in der Vergangenheit immer erfüllt – selbst in schwierigen Marktphasen. Jede Investition in den internationalen Aktienindex MSCI-World zu einem beliebigen Zeitraum zwischen 1970 und 2015 hat ab einer Haltedauer von 14 Jahren eine positive Rendite erzielt“, so Gay.

Als weitere Hürde in Richtung einer breiteren Vermögensstruktur sehen zwei Drittel der Anleger (68 Prozent) ihr mangelndes Wissen über Aktien. Ein besseres Verständnis über grundlegende wirtschaftliche Zusammenhänge wäre für drei Viertel (74 Prozent) der Anleger hilfreich.

Entscheidung über passende Geldanlage belastet die Menschen

Es zeigt sich, dass der Weg zu einer passenden Anlagelösung nur schwer zu bewältigen ist. Knapp die Hälfte der Umfrageteilnehmer (47 Prozent) empfindet es als belastend, in der Masse der unterschiedlichen Anlagelösungen die richtige herauszufinden. Für die Hilfe eines Bankberaters bei der Auswahl einer passenden Anlage ist daher jeder zweite Anleger dankbar (51 Prozent). „Diese Zahlen bestätigen, dass die Menschen nach wie vor persönlich beraten werden wollen, besonders wenn es um das eigene Vermögen geht. Hier liegt eine der Kernaufgaben für die Finanzdienstleistungsbranche. Wir müssen die Menschen bei ihren Ängsten und Erwartungen abholen und ihnen bedarfsgerechte Anlagelösungen zur Verfügung stellen“, sagt Gay. Den größten Einfluss auf die Anlageentscheidung hat neben dem Berater immer noch die Familie. Fast zwei Drittel (63 Prozent) richten sich nach deren Empfehlungen. Aber auch die Medien spielen eine Rolle: 59 Prozent der Befragten geben an, dass sie einen großen bis mittleren Einfluss auf die Entscheidung der Anlageform haben. Erfahrungsberichte und Bewertungen in sozialen Netzwerken spielen mit 47 Prozent hingegen eine geringere Rolle.

Seit Anfang 2001 ermittelt das Marktforschungsinstitut Forsa im Auftrag von Union Investment quartalsweise das Anlegerverhalten. Befragt werden 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen. Für das erste Quartal erhob Forsa die Daten von 28. Januar bis 5. Februar 2016. Bei Umfragewerten, die sich nicht zu 100 Prozent addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an. (tr)

Foto: Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 12/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Flaggschiff-Fonds – IDW S4-Standard – Crowdinvesting – Bankenwelt

Ab dem 17. November im Handel!

Special 4/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Regulierung – betriebliche Altersversorgung – Unfallversicherung – Privathaftpflicht – Gewerbehaftpflichtpolicen

Ab dem 25. Oktober im Handel!

Versicherungen

Übergangsregelung für Lebensversicherer wird verlängert

Die wegen der Niedrigzinsen eingeführten steuerlichen Entlastungen für Lebensversicherer werden um ein Jahr verlängert. Ohne die Verlängerung hätten vermutlich große Teile der freien Rückstellung auf Beitragsrückerstattungen aufgelöst und versteuert werden müssen.

mehr ...

Immobilien

Vonovia-Chef hofft auf Fusion mit Deutsche Wohnen

Der Chef des Wohnungskonzerns Vonovia hofft weiterhin auf eine Fusion mit seinem Konkurrenten Deutsche Wohnen. Im Februar scheiterte sein Versuch einer feindlichen Übernahme.

mehr ...

Investmentfonds

Dax vor entscheidenden Ereignissen

Am Wochenende stehen in Österreich und Italien gleich zwei wichtige Ereignisse an. Zudem wird die EZB in Frankfurt noch einmal zum Jahresende tagen.

mehr ...

Berater

Pflege: Studie offenbart großen Informationsbedarf

Ein Großteil der Deutschen ist der Ansicht, dass es notwendig ist, eine private Pflegeversicherung abzuschließen. Das geht aus einer aktuellen Online-Befragung hervor. Die große Mehrheit fühlt sich derzeit zudem beim Thema private Pflegevorsorge nur mittelmäßig bis gar nicht informiert.

mehr ...

Sachwertanlagen

Doric erwirbt erste Maschine für Flugzeugportfolio

Der Asset Manager Doric hat mit einem Airbus A330-200 das erste Flugzeug für das “Floreat Aviation Portfolio” erworben. Leasingnehmer des Flugzeuges ist die Fluggesellschaft Virgin Australia.

mehr ...

Recht

Todesfall in der Familie: Die zehn wichtigsten Schritte

Stirbt ein naher Verwandter oder gar der Ehepartner, ist es für die Betroffenen schwer, klare Gedanken zu fassen. Leider haben Gesetzgeber und Versicherungsgesellschaften bei Todesfällen oftmals sehr knapp bemessene Fristen gesetzt, die unbedingt beachtet werden sollten.

mehr ...