Anzeige
Anzeige
20. April 2015, 11:45
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

AIF-Vertriebshaftung: Bafin kann helfen

Die Antworten der Bafin an Cash.Online zum Umfang ihrer Prospektprüfung können die Rechtssicherheit auch für den Vertrieb erhöhen.

Der Löwer-Kommentar

AIF-Vertriebshaftung: Bafin kann helfen

Die behördliche Kontrolle erstreckt sich nur auf den Verkaufsprospekt und das Merkblatt “wesentliche Anlegerinformationen”. Alle anderen Unterlagen prüft die Bafin nicht. Das wiederum erhöht das Risiko für den Vertrieb, wenn die Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) den Prospekt bis zur Unkenntlichkeit auf das gesetzliche Mindestmaß abgespeckt hat.

Anders als vielfach – auch von mir – vermutet, nimmt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) bei der Prüfung von Prospekten alternativer Investmentfonds (AIF) durchaus auch eine inhaltliche Bewertung vor. Das jedenfalls behauptet die Behörde im Interview mit Cash.Online.

Die Bafin ist zwar lediglich zu einer Vollständigkeitskontrolle verpflichtet. Doch sie hakt demnach nicht nur nach formalen Kriterien die gesetzlichen Mindestangaben ab. Vielmehr untersucht sie auch, ob diese inhaltlich ausreichen. Gegebenenfalls verlangt die Bafin auch Informationen über die Mindestangaben hinaus, sagt sie.

“Ziel ist dabei immer, es dem Anleger mit dem Verkaufsprospekt zu ermöglichen, sich ein begründetes Urteil bilden zu können”, so Pressesprecherin Anja Schuchhardt mit Blick auf die entsprechende Generalklausel im KAGB.

Bafin-Prüfung entlastet den Vertrieb

Ob der Versuch der Beamten, diesem Ziel gerecht zu werden, immer von Erfolg gekrönt ist, sei dahingestellt; nicht wenige AIF-Prospekte hinterlassen nicht unbedingt den erhofften Eindruck. Jedenfalls erhöht die Aussage aber die Rechtssicherheit auch für den Vertrieb.

Dieser ist damit zwar noch nicht ganz aus dem Schneider, denn die Behörde untersucht weder die Richtigkeit der Angaben noch forscht sie aktiv nach Fehlern oder Widersprüchen. Aber die Bafin-Prüfung hilft trotzdem.

Schließlich wird ein Anlegeranwalt später kaum behaupten können, der Vertrieb hätte diese oder jene Lücke im Prospekt bemerken müssen und sei dafür verantwortlich. Diese Hürde wird für den Anwalt schwer zu nehmen sein, wenn der Richter die Angaben der Behörde aus dem Cash.Online-Interview zugrunde legt und zudem berücksichtigt, dass das KAGB nur dann explizit eine Prospekthaftung des Vertriebs vorsieht, wenn dieser etwaige Defizite kannte.

Seite zwei: Ungeprüfte Werbebroschüren als Risiko

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Multi-Asset-Fonds - Digitalisierung - Kfz-Policen - Spezialitätenfonds - Robo Advice - Wohnimmobilien

Ab dem 15. September im Handel

Rendite+ 3/2016 "Immobilien"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Deutschlands beste Wohnimmobilien-Standorte - Marktreport Anlageimmobilien - Aktuelle Baufinanzierungstrends - Mietrecht etc.


Ab dem 1. September im Handel.

Versicherungen

“Das wird zu niedrigeren Versicherungsprämien führen”

Martin Wehner, Leiter Private Kfz-Versicherung bei der Allianz Versicherungs-AG, sagt wie sich das autonome Fahren auf Versicherungsprämien, Haftung und Wettbewerb auswirken könnte.

mehr ...

Immobilien

BVID-Vorstand kritisiert WIKR

Neue Kritik an der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR): Dr. Joachim Klare, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands der Immobilienfinanzierer (BVID), bemängelt, dass die Richtlinie den Baufinanzierungsmarkt ohne Not einschränke.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Bank betont Stärke

Die gewaltigen Probleme der Deutschen Bank alarmieren Börse und Politik. Feilen Bundesregierung und Finanzaufseher bereits an einem Rettungsplan für den Fall einer bedrohlichen Schieflage des größten deutschen Geldhauses? “Diese Meldung ist falsch. Die Bundesregierung bereitet keine Rettungspläne vor”, stellte das Finanzministerium am Mittwoch klar.

mehr ...

Berater

Auch Rat der EU fordert PRIIPs-Verschiebung

Nach dem EU-Parlament spricht sich auch der Rat der EU, also die Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten, für eine Verschiebung der EU-Verordnung über Basisinformationsblätter aus.

mehr ...

Sachwertanlagen

Publity weiter auf Einkaufstour

Die Publity AG hat das zweite Fondsobjekt für den geschlossenen alternativen Investmentfonds (AIF) „publity Performance Fonds Nr. 8“, der sich aktuell in der Platzierung befindet, erworben.

mehr ...

Recht

BaFin untersagt erneut unerlaubte Geschäfte

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat Ahmed Salameh, Augsburg, mit Bescheid vom 12. September 2016 aufgegeben, das Einlagengeschäft sowie die Anlageverwaltung einzustellen und abzuwickeln.

mehr ...