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11. November 2013, 08:55
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Was taugen Apps für den Onlinevertrieb?

Die ganz große Mode für Apps ist ja schon wieder vorbei, aber eine Zeit lang hat scheinbar jeder Versicherer und Softwarehersteller gemeint, nun ganz schnell eine App herausbringen zu müssen. Der Makler bleibt fragend zurück: Brauche ich jetzt auch eine App?

Die Pradetto-Kolumne

Apps

“Apps installiert der Kunde, wenn er eine Anwendung regelmäßig auf dem Handy verfügbar haben will – sonst nicht.”

Tatsächlich ist die Ernüchterung inzwischen groß: Denn Versicherungs-Appswurden nur selten geladen, waren teuer und irgendwie meistens auch nicht so richtig funktional. Die Gründe sind einfach: Apps sind dafür gedacht, Funktionalitäten offline und größenoptimiert auf dem Smartphone abrufbar zu machen.

Kein Zugang zu aktualisierten Daten

Fast sämtliche Anwendungen die der Makler benötigt erfordern regelmäßigen Zugang zu aktualisierten Daten – etwa den Kundendaten oder den ebenfalls veränderlichen Tarifdaten. Diese lassen sich aber nicht sinnvoll auf dem Smartphone installieren. So können Tarifdaten veralten und Kundendaten müssen ausgetauscht werden. Zudem ergeben sich datenschutzrechtliche Probleme.

Bleibt nur die Größenoptimierung. Wenn ich auf einen kleineren Bildschirm optimieren will, bedeutet dies am Ende immer Verzicht.

Im Bereich Vergleichsrechner wäre also beispielsweise ein Schnellrechner sinnvoll. Spätestens in der Konfrontation mit dem Kunden brauche ich dann aber doch wieder den vollen Vergleich und gehe lieber über den Browser des Handys in die Originalanwendung.

Kundenakquise durch App?

Doch wie sieht es mit dem Endkunden aus? Soll ich mir als Makler oder Vertrieb eine App programmieren lassen? Gibt es Kunden zu gewinnen?

Wenn der Kunde sich von sich aus über Versicherungen informieren will, dann soll das sofort gehen: Er will nicht erst in einem App-Shop suchen, installieren und dann den Preis seiner Wunschversicherung erfahren. Das geht über den Browser schneller.

Apps installiert der Kunde, wenn er eine Anwendung regelmäßig auf dem Handy verfügbar haben will – sonst nicht. Und mal ehrlich: Welcher Kunde will schon regelmäßig Verscherungsanwendungen mobil nutzen?

Fazit: Während des Hypes konnten Sie im B2B-Bereich mit der Neugier punkten und durch eine App Aufmerksamkeit gewinnen. Wenn Sie bis jetzt noch keine App haben, brauchen Sie diese – ohne eine ganz besonders zündende Idee – jetzt auch nicht mehr entwickeln zu lassen.

Autor Oliver Pradetto ist Kommanditist und Mitbegründer des Maklerpools Blau direkt.

Foto: Anne-Lena Cordts

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