22. September 2014, 11:30

“Einige wollen ihr eigenes Süppchen kochen”

Cash.Online sprach mit Friedel Rohde, Projektkoordinator beim Arbeitskreis Beratungsprozesse, über Ziele und aktuelle Projekte der Initiative sowie die Schwierigkeit, die Branche für gemeinsame Tätigkeiten zu mobilisieren.

Friedel Rohde: Einige wollen ihr eigenes Süppchen kochen

“Der Nutzen unserer Beratungsleitfäden ist vielen nicht deutlich – nämlich dass sie bei Verwendung der Leitfäden systematisch mehr Geschäft vermitteln.”

Cash.Online: Können Sie die Ziele des Arbeitskreises in zwei Sätzen zusammenfassen?

Rohde: Der Arbeitskreis Beratungsprozesse entwickelt praxisnahe Empfehlungen und Werkzeuge für die Vermittlerberatung und -dokumentation – rechtskonform, unabhängig und gesellschaftsübergreifend. Durch den Einsatz der Unterlagen systematisieren die Vermittler ihre Beratung, steigern die Beratungsqualität deutlich, erhöhen ihren Umsatz und reduzieren gleichzeitig Haftungsrisiken.

Der Arbeitskreis besteht seit zehn Jahren und arbeitet seit 2010 an Beratungsstandards. Warum wurde das Projekt ursprünglich ins Leben gerufen?

Bei Einführung der EU-Vermittlerrichtlinie gab es diverse Vorgaben und unbestimmte Rechtsbegriffe, die in die Praxis umgesetzt werden mussten. Daher schlossen sich einige Verbände und Serviceunternehmen mit Unterstützung von Versicherern, Verbraucherschützern und der Wissenschaft zusammen, um dieses gemeinsam zu realisieren und die Vermittler zu unterstützen.

Nachdem dieses abgeschlossen war, wurde an den Arbeitskreis von Seiten der Branche, der Politik und der Wissenschaft der Wunsch herangetragen, sich insgesamt den Beratungsprozess anzunehmen. Dieses Ziel verfolgen wir seit 2010 und haben bislang sehr gute Ergebnisse erzielt.

Wie ist der Arbeitskreis organisiert?

Neben den Verbänden und Servicegesellschaften beteiligen sich im Arbeitskreis auch Versicherungsunternehmen, Verbraucherschützer, Wissenschaftler, externe Beratungsunternehmen und weitere Marktbeteiligte, wie Rechtsanwälte. In einzelnen Fach-Arbeitsgruppen werden die Ergebnisse erarbeitet, wie zum Beispiel Risikoanalysebögen für Versicherungssparten.

Der Lenkungsausschuss koordiniert die Arbeiten und gibt Richtlinien vor. Insgesamt sind im Arbeitskreis rund 30 Personen tätig. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 300 Personentage aufgewendet. Dazu kommen noch viele Arbeiten, die ehrenamtlich erfolgen.

Was ist der bisher größte Erfolg des Arbeitskreises?

Es ist nicht einfach, in der Branche gemeinsame Tätigkeiten durchzuführen, da oft einzelne ihr eigenes Süppchen kochen wollen. Uns ist es hingegen gelungen, neutrale Arbeitsmaterialien für die Vermittlerberatung zu erstellen, die sich weitgehend im Markt durchgesetzt haben.

Wie ist die Resonanz der Maklerschaft auf die Tätigkeit des Arbeitskreises?

Nach einer Umfrage kennen über 90 Prozent der deutschen Versicherungsvermittler den Arbeitskreis. Im Jahr 2013 wurden die Vorlagen über 40.000 Mal von unserer Webseite herunter geladen. Seit Beginn seiner Tätigkeit verzeichnete der Arbeitskreis auf seiner Webseite über 6 Millionen Seitenaufrufe und die Gesamtzahl der Visits hat 2013 die Zahl von einer Million Besuchern überschritten. Das sind beeindruckende Zahlen.

 

Seite zwei: “Durch die Verwendung der Leitfäden systematisch mehr Geschäft vermitteln”

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