15. Juli 2014, 09:06
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Honorarberatung: die Fronten bröckeln

Der europäische Wertpapieraufseher ESMA hat bei der Ausarbeitung der Details für die neue Wertpapierrichtlinie MiFID II die Messlatte für die provisionsbasierte Beratung deutlich höher gehängt als erwartet. Teilnehmer einer BaFin-Anhörung zu dem Thema warfen der ESMA vor, sie wolle die Anlageberatung auf Provisionsbasis “durch die Hintertüre austrocknen”.

Gastbeitrag von Dr. Herbert Walter, Unternehmensberater

ESMA Honorarberatung

“Selbst die Versicherungsvermittler sind dabei, sich mit der Beratung gegen Honorar anzufreunden. Offenbar ist der Druck durch die Regulatoren zu groß geworden.”

Was war passiert? Als kurz vor Ostern das neue Regelwerk verabschiedet wurde, hatte die Finanzindustrie in Deutschland erst einmal durchgeatmet.

Das von manchen europäischen Politikern geforderte Verbot der Provisionsberatung zugunsten der Honorarberatung schien vom Tisch. Rasch war die Branche zur Tagesarbeit übergegangen und hatte sich zunehmend darauf konzentriert, wie sie das Gesetz zur Anlage-Honorarberatung, das ab 1. August in Kraft tritt, umsetzen würde.

Für die Finanzanbieter geht es dabei am Ende um die Frage, ob sie die Regierung in ihrem Bemühen unterstützen sollen, die Honorarberatung zu einer echten Alternative zur provisionsbasierten Beratung auszubauen.

Honorarberatung: Fronten scheinen zu bröckeln

Institute wie Banken können ihren Kunden beides anbieten, dürfen das aber nur in sauber voneinander getrennten Abteilungen tun. Ob sich das wirtschaftlich lohnt, ist schwer abzuschätzen, vor allem für die Häuser, die bisher keine Erfahrungen mit der Honorarberatung sammeln konnten.

Lange Zeit sah es deshalb so aus, als stünden die traditionellen Finanzdienstleister und ihre Verbände der Honorarberatung ablehnend gegenüber. Die Fronten scheinen jedoch zu bröckeln. Jedenfalls nimmt seit ein paar Wochen die Zahl derer zu, die den Rückzug antreten. Vermehrt ist zu hören, der Trend zur Honorarberatung sei eine Tatsache, an der man nur schwer vorbei komme.

Seite zwei: Großer Druck durch Regulatoren

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Ab dem 16. Februar am Handel.

 

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien

Versicherungen

Gothaer: “Keine Reduzierung bei der Beratungskapazität”

Die Gothaer hat gegenüber Cash.Online bestätigt, dass der Konzern bis zum Jahr 2020 voraussichtlich 700 bis 800 Stellen streichen wird. Dem stehe allerdings eine “natürliche Fluktuation” insbesondere durch anstehende Ruhestandsübergänge gegenüber. Diese Fluktuation liege nach aktueller Schätzung bei über 500 Mitarbeitern.

mehr ...

Immobilien

Immobilienboom: Bauindustrie erreicht neue Bestmarken

Die Niedrigzinsen und der Immobilienboom haben das Neugeschäft in der deutschen Bauindustrie auf den höchsten Stand seit zwei Jahrzehnten getrieben. Vor allem der Wohnungsbau treibt das Volumen in die Höhe.

mehr ...

Investmentfonds

Inflationsraten driften in Industriestaaten auseinander

In den entwickelten Ländern dürften sich die Inflationstrends im Jahr 2017 unterschiedlich entwicklen. Dies sagt Arif Husain, Portfoliomanager und Head of International Fixed Income bei T. Rowe Price.

mehr ...

Berater

Vema: Sommerer verlässt Vorstand

Wie die Vema Versicherungs-Makler-Genossenschaft mitteilt, ist der bisherige Vorstand Stefan Sommerer auf eigenen Wunsch zum 31. Januar 2017 aus dem Gremium ausgeschieden. Er hatte die Bereiche IT und Öffentlichkeitsarbeit verantwortet.

mehr ...

Sachwertanlagen

KGAL platziert 930 Millionen Euro bei Institutionellen

Die KGAL Gruppe aus Grünwald hat im Geschäftsjahr 2016 fast 930 Millionen Euro an institutionellem Kapital eingeworben und damit das neu gezeichnete Eigenkapital gegenüber dem Vorjahr um 36 Prozent gesteigert.

mehr ...

Recht

BAG-Urteil: Witwenrente nicht nur für “jetzige” Ehefrau

Eine in Allgemeinen Geschäftsbedingungen enthaltene Klausel, mit der nur der “jetzigen” Ehefrau des Arbeitnehmers eine Hinterbliebenenversorgung zugesagt ist, benachteiligt ihn unangemessen, so das Bundesarbeitsgericht.

mehr ...