Anzeige
Anzeige
1. April 2016, 12:03
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

PKV-Vertrieb: “Auch Vermittler müssen die Digitalisierung nutzen”

Dr. Holger Rommel, Chief Operating Officer des Softwarespezialisten Adcubum, ist Mitautor der Studie “Die Zukunft der Privaten Krankenversicherung” (PKV). Im Interview spricht er über den Nutzen von Omnikanal-Ansätzen in der PKV, die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Vertrieb und legt dar, wie private Krankenversicherer mit dem wachsenden Kostendruck umgehen sollten.

PKV-Vertrieb: Auch Vermittler müssen die Digitalisierung nutzen

Holger Rommel: “Durch die Industrialisierung von Prozessen lassen sich in der Krankenversicherung signifikant Kosten sparen.”

Cash.Online: Viele Versicherer knüpfen ihre Hoffnungen an das vermeintliche Zauberwort “Omnikanal”-Vertrieb. Inwieweit eignet sich dieser Ansatz, um das schleppende Neugeschäft der PKV in der Vollversicherung neu beleben zu können?

Rommel: Das Bedienen aller Kontaktkanäle ist wichtig, um die Kunden nicht zu verlieren. Diese möchten über alle modernen Wege mit den Versicherern kommunizieren und selbständig agieren. Die Menge der Menschen, die sich in der PKV potenziell neu versichern lassen können, steigt dadurch natürlich nicht – aber zum einen können Versicherungen so die Kundenbindung erhöhen und damit Abwanderungen stoppen und zum anderen auch Kunden vom Wettbewerb oder der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) weglocken, wenn sie hier besser sind. Der Vertrieb steht aber nicht im Vordergrund. Wichtiger ist ein Omnikanal-Angebot für die Bestandskunden, die etwa im Leistungsfall diesen Service während der gesamten Abwicklung nutzen können.

Wie sollten sich Vermittler jetzt verhalten, wenn sie den Vertrieb von PKV-Policen auch in Zukunft als wichtige Einnahmequelle erhalten wollen?

Auch Vermittler müssen die Digitalisierung nutzen, um ihre Kunden ganzheitlich zu betreuen. Beim gebundenen Vertrieb steht dabei die volle Integration und Nutzung der vom Versicherungsunternehmen bereitgestellten Möglichkeiten im Vordergrund. Im freien Vertrieb geht es um den Aufbau möglichst ganzheitlicher Betreuungsplattformen, so dass der Vermittler den Kunden idealerweise über alle Sparten hinweg betreuen kann und immer die erste Anlaufstelle ist. Auch hier sollte der Fokus nicht auf den reinen Vertrieb, sondern die langfristige Kundenzufriedenheit gelegt werden. Der Versicherungsnehmer will einen umfassenden Service über alle Kanäle und dies aus einer Hand.

Ihrer Studie zufolge stellen insbesondere die steigenden Kosten, bedingt durch den demografischen Wandel und den medizinischen Fortschritt, eine hohe Belastung für die Versicherer dar. An welchen Stellschrauben kann die Branche drehen, um den Druck zu reduzieren, der auf ihr lastet?

Rommel: Durch die Industrialisierung von Prozessen lassen sich in der Krankenversicherung signifikant Kosten sparen. Wichtigster Hebel ist dabei nicht die höhere Effizienz, sondern die höhere Effektivität. Automatisierte Prozesse sind eben nicht nur schneller, sondern auch qualitativ besser. Krankenversicherungen in der Schweiz sparen beispielsweise rund ein Prozent der jährlichen Heilungskosten allein durch automatisierte Leistungsprüfungen, die Überzahlungen verhindern.

Seite zwei: Chancen und Risiken für Krankenversicherer durch Digitalisierung

Weiter lesen: 1 2

1 Kommentar

  1. Herr Rommel sollte mal die Bezahlung seiner Beratungsleistung mit der Bezahlung der Beratungleistung eines Vermittlers vergleichen. Bekommt er auch sein Gehalt für diese Leistung in 60 Raten ausgezahlt, den letzten Euro dann im Jahr 2021??
    Ausserdem sollte man kein totes Pferd reiten (Dakota Weisheit)!!
    Produkte sollten neben dem Kundennutzen auch eine Möglichkeit bieten Geld zu verdienen.

    Kommentar von H. Braun — 4. April 2016 @ 08:15

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Multi-Asset-Fonds - Digitalisierung - Kfz-Policen - Spezialitätenfonds - Robo Advice - Wohnimmobilien

Ab dem 15. September im Handel

Rendite+ 3/2016 "Immobilien"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Deutschlands beste Wohnimmobilien-Standorte - Marktreport Anlageimmobilien - Aktuelle Baufinanzierungstrends - Mietrecht etc.


Ab dem 1. September im Handel.

Versicherungen

Betriebsrenten: Runter mit den Risiken

Große deutsche Unternehmen drängen darauf, im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung die Risiken für Unternehmen zu begrenzen. Das ist das Fazit einer Expertenbefragung bei der diesjährigen Aon Hewitt Executive Conference.

mehr ...

Immobilien

Standort-Ranking: München auf Platz eins

Die Wirtschaftswoche hat gemeinsam mit Immobilienscout24 Lebensqualität und Wachstumspotenzial deutscher Städte untersucht. Das Ergebnis stellen sie im Städteranking 2016 vor.

mehr ...

Investmentfonds

Wassermangel erföffnet riesige Renditechancen

Christian Petter, CEO Deutschland bei BNP Paribas Investment Partners hat mit Cash. über die hohen Renditechancen bei Wasserinvestments gesprochen.

mehr ...

Berater

Achtung Scheinselbständigkeit: Gerade Versicherungsvertreter sind betroffen

Die Frage der Scheinselbständigkeit betrifft viele Versicherungsvertreter. Formal betrachtet sind diese zwar meist als Handelsvertreter nach § 84 HGB beschäftigt, tatsächlich liegt jedoch oftmals ein Angestelltenverhältnis vor. Gastbeitrag von Maike Ludewig, Kanzlei Jöhnke & Reichow Rechtsanwälte

mehr ...

Sachwertanlagen

Mehr als doppelt so viel Windstrom aus der Nordsee

In der Nordsee sind seit dem vergangenen Jahr viele neue Windparks ans Netz gegangen. Entsprechend gestiegen sind die Strommengen, die ins Netz fließen. Sie leisten einen spürbaren Beitrag zur Versorgung.

mehr ...

Recht

Autonomes Fahren: Viele Unbekannte

Im Juli 2016 veröffentlichte das Handelsblatt Auszüge aus dem von Verkehrsminister Alexander Dobrindt erarbeiteten Gesetzentwurf zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes, um das voll autonome Fahren in Deutschland zu ermöglichen. Die bislang bekannten Passagen lassen gravierende Neuerungen erwarten und geben bereits jetzt Anlass zu kontroversen Diskussionen. Gastbeitrag von Dr. Thomas Grünvogel, CMS

mehr ...