Die Preise für Wohnimmobilien in Alpennähe sind seit 2020 weiter gestiegen. Das zeigt eine Auswertung von Von Poll Immobilien für die neun bayerischen Landkreise mit direktem Alpenanschluss. Im Fünf-Jahres-Vergleich liegt das Plus in der ersten Alpenreihe bei 11,8 Prozent. In der zweiten Alpenreihe beträgt der Zuwachs dagegen nur fünf Prozent.
Am teuersten ist Wohneigentum 2025 im Landkreis Miesbach. Dort kostet der Quadratmeter im Schnitt 7.702 Euro. Dahinter folgt Garmisch-Partenkirchen mit 6.558 Euro je Quadratmeter. Auch auf diesem bereits hohen Niveau sind die Preise weiter gestiegen: in Miesbach um 9,6 Prozent, in Garmisch-Partenkirchen um 10,6 Prozent gegenüber 2020.
Daniel Ritter, geschäftsführender Gesellschafter bei Von Poll Immobilien, sagt: „Der bayerische Alpenrand und das angrenzende Voralpenland stehen aus immobilienspezifischer Sicht für eine hohe Standortqualität und langfristige Stabilität. In Zeiten erhöhter globaler Unsicherheiten gewinnen Regionen an Bedeutung, die einen gewissen räumlichen Abstand zu diesen Geschehnissen, Ruhe und ein dauerhaft verlässliches Lebensumfeld vermitteln. Die Kombination aus intakter Natur, Sicherheit, ganzjährigem Freizeitwert, leistungsfähiger Infrastruktur und guter Erreichbarkeit unterstreicht die besondere Attraktivität dieser Lage.“
Preisniveau am Alpenrand bleibt hoch
Knapp unter der Marke von 6.000 Euro je Quadratmeter liegen Bad Tölz-Wolfratshausen mit 5.964 Euro und Rosenheim mit 5.280 Euro. Dort fällt der Anstieg seit 2020 moderater aus. Bad Tölz-Wolfratshausen verzeichnet mit 3,9 Prozent den niedrigsten Wert im Ranking, Rosenheim mit 7,3 Prozent den zweiniedrigsten.
In fünf weiteren Landkreisen bewegen sich die Durchschnittspreise zwischen 4.000 und 5.000 Euro je Quadratmeter. Im Landkreis Lindau am Bodensee werden 4.834 Euro aufgerufen, in Traunstein 4.630 Euro, im Berchtesgadener Land 4.482 Euro und im Oberallgäu 4.416 Euro. Am günstigsten bleibt das Ostallgäu mit 4.131 Euro je Quadratmeter.
Gerade in diesem mittleren Preissegment zeigt sich die größte Dynamik. Das Ostallgäu kommt seit 2020 auf ein Plus von 19,8 Prozent. Dahinter folgen Lindau mit 19,6 Prozent und Traunstein mit 19,5 Prozent. Im Oberallgäu steigen die Preise um 15,2 Prozent, im Berchtesgadener Land um 11,3 Prozent.
Nachfrage nach Zweitwohnsitzen bleibt ein Treiber
Anette Lohmiller, Geschäftsstellenleiterin beim Von Poll Immobilien Partnershop Garmisch-Partenkirchen, berichtet: „Die Nachfrage nach Wohnimmobilien ist weiter ungebrochen, wenngleich Kaufinteressenten etwas selektiver agieren. Energieeffizienz, Lage und Objektqualität stehen nun stärker im Fokus. Auch Zweitwohnsitze werden häufiger nachgefragt – trotz Erhöhung der Zweitwohnsitzsteuer ist das Interesse in den letzten fünf Jahren deutlich gestiegen. Klare Treiber hierfür waren die Pandemie, zunehmende Stadtflucht, Etablierung von Home-Office sowie die steigende Bedeutung von Freizeitwert und Standortunabhängigkeit.“
Auch im Allgäu bleibt das Interesse hoch. Peer Hessemer, Geschäftsstelleninhaber beim Von Poll Immobilien Partnershop Oberallgäu, erklärt: „Nach einer spürbaren Zurückhaltung im Jahr 2023 hat sich die Nachfrage nach Wohnimmobilien auf hohem Niveau stabilisiert. Je nach Marktgängigkeit und Preis beläuft sich die Vermarktungsdauer dabei aktuell zwischen zwei Wochen und vier Monaten.“ Je näher es an die Berge gehe, desto stärker rücke der Zweitwohnsitz in den Vordergrund.
Dass die zweite Alpenreihe beim Preiswachstum zurückbleibt, liegt vor allem an ihrer Struktur. Zwar liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis dort mit 5.489 Euro über dem Wert der ersten Alpenreihe von 5.204 Euro. Ausschlaggebend sind jedoch die teuren Landkreise München und Starnberg, die den Durchschnitt nach oben ziehen. Zum Vergleichsraum gehören außerdem Ebersberg, Landsberg am Lech, Mühldorf am Inn, Unterallgäu, Altötting und Weilheim-Schongau sowie die kreisfreien Städte Kempten, Kaufbeuren und Rosenheim.

Quelle: von Poll Immobilien GmbH (www.von-poll.com)













