Axa Präventionsreport: Rauchmelder zu alt und Brandgefahr wird unterschätzt

Foto: AdobeStock/Kateryna
Viele Rauchmelder sind überaltert. Dabei sollten sie nach 10 Jahren ersetzt werden.

Brände zählen zu den folgenschwersten Risiken für Haus und Wohnung. Dennoch wird die Gefahr von vielen Menschen in Deutschland unterschätzt. Der aktuelle Axa Präventionsreport zeigt: In zahlreichen Haushalten fehlen Rauchmelder oder sie sind bereits über zehn Jahre alt.

Brände verursachen in Deutschland weiterhin erhebliche Schäden. Nach Angaben des GDV wurden im Jahr 2024 rund 170.000 Feuerschäden registriert. Statistisch entsteht damit etwa alle drei Minuten ein Brandschaden. Dennoch wird das Risiko in der Bevölkerung deutlich unterschätzt. Das zeigt der aktuelle Präventionsreport der Axa.

Nur 18 Prozent der Befragten halten es für wahrscheinlich, innerhalb der kommenden zehn Jahre durch einen Brand Schäden im eigenen Zuhause zu erleiden. Andere Risiken werden deutlich höher eingeschätzt. So rechnen 28 Prozent der Menschen eher bis sehr wahrscheinlich mit Schäden durch Raub oder Überfall im öffentlichen Raum.

Rauchmelderpflicht nicht überall umgesetzt

Zwar gilt in allen Bundesländern eine gesetzliche Rauchmelderpflicht. Dennoch geben lediglich 69 Prozent der Befragten an, Rauch- oder Gasmelder in ihrem Zuhause installiert zu haben. Umgekehrt bedeutet dies, dass fast ein Drittel der Haushalte trotz gesetzlicher Vorgaben ohne entsprechende Warnsysteme lebt.

Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz geben jeweils 73 Prozent der Befragten an, entsprechende Melder installiert zu haben. Nordrhein-Westfalen liegt mit 71 Prozent leicht über dem Bundesdurchschnitt. Deutlich niedriger ist der Anteil in Berlin und Brandenburg. Dort verfügen lediglich 65 Prozent der Haushalte über Rauch- oder Gasmelder.

Zeitpunkt der Einführung spielt eine Rolle

Ein möglicher Grund für diese Unterschiede liegt im Zeitpunkt der gesetzlichen Einführung der Rauchmelderpflicht. Berlin und Brandenburg führten diese Regelung erst 2016 ein und gehörten damit zu den letzten Bundesländern.

Andere Regionen waren deutlich früher aktiv. Rheinland-Pfalz verpflichtete den Einbau von Rauchmeldern bereits 2003 zunächst für Neubauten. Interessant ist dabei ein weiterer Befund der Studie: In Berlin und Brandenburg, wo vergleichsweise wenige Rauchmelder installiert sind, wird das Brandrisiko höher eingeschätzt. Dort halten 22 Prozent der Befragten Schäden durch einen Brand im eigenen Zuhause für eher bis sehr wahrscheinlich. In Rheinland-Pfalz sind es dagegen nur 13 Prozent.

Viele Geräte haben ihre Lebensdauer überschritten

Neben fehlenden Installationen sehen Experten ein weiteres Problem: Viele vorhandene Rauchmelder sind überaltert. Die Geräte sollten in der Regel spätestens nach zehn Jahren ersetzt werden, weil Sensoren altern und die Zuverlässigkeit nachlässt.

„Viele Geräte hängen seit zehn oder mehr Jahren an der Decke und werden im Alltag kaum noch beachtet. Dabei sind Rauchmelder mit integrierter Batterie nur für eine Nutzungsdauer von rund zehn Jahren ausgelegt und sollten danach konsequent ersetzt werden. Prävention heißt nicht nur installieren, sondern auch instandhalten. Nur ein funktionierender Rauchmelder kann einen Brand frühzeitig erkennen – und damit im Ernstfall Leben retten und den Schaden deutlich begrenzen“, sagt Andreas Tenfelde, Leiter der dezentralen Schadenregulierer bei Axa Deutschland.

Präventionsverhalten im Alltag oft nachlässig

Der Report zeigt zudem, dass viele Menschen im Alltag nur begrenzt auf vorbeugende Maßnahmen achten. Mehr als jede dritte befragte Person, insgesamt 37 Prozent, gibt an, bei Präventionsmaßnahmen häufig nachlässig zu sein. Dazu zählen etwa die Beaufsichtigung von Akkuladungen oder das Herausziehen von Steckern.

Für den Präventionsreport hat das Meinungsforschungsinstitut Yougov im Auftrag von Axa insgesamt 2.005 Personen in Deutschland online befragt, darunter 991 Eigentümer von Immobilien.

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