Nur jedes zweite Startup würde erneut in Deutschland gründen

Dr. Ralf Wintergerst, Bitkom
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Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst

Deutschlands Tech-Startups blicken mit gemischten Gefühlen auf das Jahr 2026. Während ein Drittel eine bessere Geschäftslage meldet, berichten fast ebenso viele von Rückschritten. Die Standortfrage rückt immer mehr in den Mittelpunkt.

Die wirtschaftliche Stimmung unter deutschen Tech-Startups ist gespalten. 35 Prozent der Gründerinnen und Gründer berichten, dass sich die Lage ihres Unternehmens im vergangenen Jahr verbessert hat. 30 Prozent sehen eine Verschlechterung, für weitere 35 Prozent blieb die Situation unverändert. Das geht aus einer Befragung von Bitkom Research unter 133 Tech-Startups im Auftrag des Digitalverbands Bitkom hervor.


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Deutlich kritischer fällt der Blick auf das Gesamtumfeld aus. Nur 19 Prozent nehmen eine Verbesserung der allgemeinen Lage deutscher Startups wahr, 37 Prozent hingegen eine Verschlechterung. Rund jedes elfte Startup, also neun Prozent, befürchtet innerhalb der kommenden zwölf Monate eine Insolvenz. Damit bleibt der Druck im Markt spürbar hoch.

Forderungen nach politischer Unterstützung

Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst sagt: „Viele Startups kommen voran, aber ebenso viele kämpfen mit der schwierigen konjunkturellen Lage. Was allen helfen würde: leichterer Zugang zu öffentlichen Aufträgen, weniger Regulierung und mehr Möglichkeiten, Daten für innovative Services und Technologien einzusetzen.“

Zugleich verweist er auf die strukturelle Entwicklung des Standorts: „Deutschland hat in den vergangenen Jahren ein international wettbewerbsfähiges Startup-Ökosystem aufgebaut. Die Startup-Szene braucht gerade unter den anhaltend schwierigen konjunkturellen Bedingungen eine engagierte politische Flankierung.“ Die Umfrage zeigt zudem, dass die Standortzufriedenheit nicht uneingeschränkt ist.

Gründungsstandort Deutschland verliert an Attraktivität

Aktuell würden nur 50 Prozent der Befragten erneut in Deutschland gründen. 20 Prozent würden ein anderes EU-Land bevorzugen, sieben Prozent die USA und elf Prozent ein anderes Land weltweit. Acht Prozent wollen oder können dazu keine Angabe machen. Fünf Prozent würden grundsätzlich nicht noch einmal gründen.

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