Das Transaktionsvolumen auf dem europäischen Immobilienmarkt dürfte im vierten Quartal 2025 auf rund 77 Milliarden Euro steigen. Das entspricht einem Zuwachs von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das Gesamtjahr rechnet Savills mit etwa 215 Milliarden Euro und damit mit einem Plus von neun Prozent im Vergleich zu 2024.
Besonders deutlich fällt das Wachstum in mehreren Ländern aus. In der Tschechischen Republik, Finnland, Portugal, Dänemark, Belgien, Spanien, Schweden, Ungarn und Norwegen erwartet Savills ein Plus von mindestens 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Entwicklung deutet auf eine zunehmende Marktbreite hin, nachdem Investitionen zuvor stark auf einzelne Kernmärkte konzentriert waren.
Parallel dazu richtet Savills den Blick auf das Jahr 2026 und formuliert Erwartungen für unterschiedliche Risikoklassen. Im Core- und Core-plus-Segment bleiben demnach hochwertige Büroimmobilien in zentralen Lagen gefragt. Niedrige Leerstandsquoten, stabile Nachfrage und die anhaltende Konzentration auf hochwertige Flächen stützen insbesondere in den großen europäischen Metropolen die Preisniveaus, so Savills.
Core-Strategien bleiben auf Qualität fokussiert
Auch Hotels in etablierten, ganzjährig nachgefragten Reisedestinationen stehen weiterhin im Fokus institutioneller Anleger. Dazu zählen unter anderem Märkte in Frankreich, Großbritannien mit einem Schwerpunkt auf London, Italien, Spanien, Portugal und Griechenland. Für Deutschland erwartet Savills ebenfalls steigende Transaktionsvolumina, getragen von robusten internationalen Besucherzahlen und stabilen Ausgaben für Freizeit und Tourismus.
Wohnimmobilien in Hauptstädten und großen Ballungsräumen gelten trotz regional rückläufiger Bevölkerungszahlen weiterhin als verlässliche Ertragsquelle. Ausschlaggebend sind Savills zufolge strukturelle Angebotsengpässe sowie ein anhaltendes Wachstum der Haushaltszahlen. Im Einzelhandel zeigen sich die besten Einkaufsstraßen großer Städte zunehmend stabil.
Im Value-add-Bereich sehen die Analysten vor allem bei der Modernisierung älterer Bürogebäude Potenzial. Strengere ESG-Anforderungen und zunehmende Mietpreisunterschiede zwischen erstklassigen und zweitklassigen Objekten eröffnen Chancen in zentralen oder gut angebundenen Lagen.
Value-add und opportunistische Ansätze gewinnen an Bedeutung
Attraktiv bleiben zudem moderne Logistikimmobilien mit kurzen Restlaufzeiten oder Aufwertungspotenzial. Die zunehmende Bündelung von Logistik und leichter Produktion in urbanen Räumen schafft operative Vorteile, insbesondere bei der Umnutzung zu Last-Mile-Logistik, so Savills. Fachmarktzentren und Einkaufszentren mit stabilen Einzugsgebieten bieten demnach ebenfalls Ansatzpunkte, etwa durch Neuvermietung, Umstrukturierung oder eine teilweise gemischte Nutzung.
Zunehmendes Interesse registriert Savills auch für spezialisierte Nutzungsarten wie Self Storage, Kühlhäuser, Dark Kitchens, Freilager und Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Diese Objekte zeichnen sich durch dienstleistungsnahe Einnahmen und strukturelle Nachfragetreiber aus, die weniger konjunkturabhängig sind und zugleich höhere Renditen ermöglichen.
Im opportunistischen Segment rücken gut gelegene Büroimmobilien mit veralteten Standards oder Entwicklungspotenzial in den Fokus. Die Knappheit moderner Flächen in gut angebundenen Lagen erhöht den Anreiz für umfassende Sanierungen und Neupositionierungen. Umnutzungen, vor allem von Gewerbe- zu Wohnimmobilien, bleiben insbesondere in Märkten mit strukturellem Wohnungsmangel ein zentrales Thema.
Grenzüberschreitende Investitionen als Wachstumstreiber
James Burke, Director Global Cross Border Investment bei Savills, sagt: „Basierend auf seit Oktober unterzeichneten Kaufverträgen und weiteren, sich in der Pipeline befindenden Transaktionen, erwarten wir, dass die grenzüberschreitenden Zuflüsse weiterhin stark bleiben und im Durchschnitt 45 Prozent an der Gesamtaktivität ausmachen werden.“
Burke betont zudem, dass für 2026 mit einem weiteren Anstieg grenzüberschreitender Investitionen innerhalb Europas gerechnet werde. Treiber seien vor allem etablierte, länderübergreifend tätige Investoren aus Europa. Käufer aus Großbritannien, Frankreich und Schweden hätten ihre Aktivitäten außerhalb der Heimatmärkte bereits 2025 ausgeweitet. Zudem kehrten Investoren aus dem Nahen Osten vorsichtig auf den europäischen Markt zurück, während nordamerikanische Akteure sowohl auf Käufer- als auch auf Verkäuferseite präsent blieben.
Lydia Brissy, Director im European Commercial Research Team von Savills, ergänzt: „Das Investitionsvolumen in europäische Immobilien wird nach unserer Prognose im Jahr 2026 um rund 18 Prozent steigen, da sich die Preise stabilisieren und die makroökonomischen Bedingungen stabilisieren und institutionelles Kapital in die wichtigsten Immobiliensektoren zurückkehrt.“ Sie erwartet, dass insbesondere der Büroimmobilienmarkt wieder an Dynamik gewinnt, während Wohnimmobilien auch 2026 auf anhaltend hohes Investoreninteresse stoßen.















