DIA-Studie: Erwartete Versorgungslücke trifft auf nachlassende Vorsorge

Peter Schwark, DIA: "Die Sorge um den Lebensstandard ist hoch, gleichzeitig bröckelt die kurzfristige Vorsorgebereitschaft – das ist ein Alarmsignal für Politik und Anbieter.“

Zwei Drittel der Deutschen zweifeln daran, ihren Lebensstandard im Alter halten zu können. Gleichzeitig sinkt die Bereitschaft, kurzfristig mehr für die eigene Vorsorge zu tun. Der aktuelle DIA Deutschland-Trend Vorsorge zeigt, wie weit Erwartung und Handeln auseinanderliegen – und warum das Folgen hat.

Der aktuelle „DIA Deutschland-Trend Vorsorge 2025“, für den rund 1.000 Personen im Dezember befragt wurden, zeichnet ein angespanntes Bild der Altersvorsorge in Deutschland. Demnach rechnen zwei Drittel rechnen damit, ihren heutigen Lebensstandard im Ruhestand nicht halten zu können. Konkret gehen 67 Prozent davon aus, dass sie im Alter Abstriche machen müssen. 37 Prozent erwarten sogar, ihren Lebensstandard deutlich senken zu müssen. Nur rund ein Drittel glaubt, den eigenen Lebensstandard mindestens halten zu können.


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Peter Schwark, Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge, ordnet die Ergebnisse ein: „Die Menschen blicken realistisch, aber besorgt auf ihren Ruhestand. Die Sorge um den Lebensstandard ist hoch, gleichzeitig bröckelt die kurzfristige Vorsorgebereitschaft – das ist ein Alarmsignal für Politik und Anbieter.“

Vorsorgebereitschaft nimmt ab

Parallel zu den pessimistischen Erwartungen sinkt die Bereitschaft, aktiv gegenzusteuern. 36 Prozent der Befragten geben an, bislang nicht ausreichend vorgesorgt zu haben, wollen ihre Anstrengungen aber in den nächsten zwölf Monaten erhöhen. Das sind fünf Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.

35 Prozent fühlen sich dagegen nicht in der Lage oder sind nicht bereit, mehr für die Altersvorsorge zu tun. Dieser Anteil ist im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozentpunkte gestiegen. Lediglich 29 Prozent schätzen ihre bisherige Vorsorge als ausreichend ein.

Schwark sieht darin eine wachsende Diskrepanz: „Wir sehen in unserer aktuellen Befragung, dass die Lücke zwischen negativer Zukunftserwartung und positivem Vorsorgehandeln größer wird.“ Er betont, dass Politik und Anbieter gefordert sind, gegenzusteuern. „Wir brauchen jetzt einfache, verlässliche Produkte und klare Orientierung über zu erwartende Versorgungslücken, damit aus berechtigten Sorgen Taten werden.“

Quelle: DIA

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