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Die Krummet-Kolumne: Investment matters. Lebenslange Absicherung auch.

Foto: Canada Life
Dr. Frederick Krummet, Canada Life

Wie stellt man Altersvorsorge auf die richtigen Füße? Spätestens seit den Reform-Aktivitäten der Bundesregierung ist die Diskussion darüber wieder im vollen Gange. Und das ist auch gut so! Ich habe ebenfalls ein paar Punkte dazu und teile sie gerne mit Ihnen.

Als Chief Distribution Officer der Canada Life gilt es, Ziele festzulegen und zu prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, sie dann auch zu erreichen. Heute möchte ich die Altersvorsorge in Deutschland aus dieser Perspektive betrachten. Wenn ich mir das Renten-Paket der Bundesregierung und die Diskussion dazu ansehe, fallen mir vor allem drei Punkte ins Auge:

  • Trotz Renten-Paket: 68 Prozent der Deutschen bezweifelt, dass die Rentenkommission tragfähige Reformen liefern wird.
  • Rendite in den Fokus: Die Debatte rund ums Altersvorsorge-Depot und den Entwurf zur Reform der staatlich geförderten Altersvorsorge zeigt, dass Renditechancen definitiv in der Altersvorsorge angekommen sind.
  • Langlebigkeit wird unterschätzt: Menschen brauchen Lösungen, die sie über das 85. Lebensjahr hinaus begleiten.

Unser Rentensystem: Zweifel an der Reformfähigkeit

Eine generationengerechte und langfristig tragfähige Alterssicherung ist ein wichtiger Punkt auf der Agenda der derzeitigen Bundesregierung. Die gesetzliche Rente spielt in ihrem Renten-Paket von 2025 noch immer eine große Rolle. Dies unterstreicht die darin enthaltene neue Haltelinie, die für eine Stabilisierung des Rentenniveaus auf 48 Prozent bis 2031 sorgen soll. Gleichzeitig soll eine extra dafür eingesetzte Rentenkommission bis Sommer 2026 grundsätzliche Schritte zu allen drei Säulen der Altersvorsorge erarbeiten.  

Doch eine aktuelle repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag des GDV zeigt: 68 Prozent der Deutschen zweifelt daran, dass die Kommission tragfähige Reformen liefern wird, die das Rentensystem langfristig stabilisieren. Das verdeutlicht die tiefe Verunsicherung, die mittlerweile in der Bevölkerung zu dem Thema herrscht.

Es liegt nahe, dass die Menschen mit einer eigenständigen Altersversorgung deutlich mehr Handlungsfähigkeit und vor allem Gestaltungsspielraum erhalten. Und dafür hat die Bundesregierung tatsächlich vereinfachte Voraussetzungen geschaffen: Die Reform der staatlich geförderten Altersvorsorge lässt nun Vorsorge-Modelle mit weniger Garantien zu, ermöglicht also mehr Renditechancen. Auch die Idee des Altersvorsorge-Depots setzt auf diesen Gedanken auf. Es ist erfreulich, dass dieser wichtige Aspekt für eine auskömmliche Altersvorsorge nun in Politik und Gesellschaft angekommen ist.

Zeitrente statt Leibrente: Was passiert ab Alter 85?


Bei der Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge entfällt allerdings auch die Pflicht, eine lebenslange Absicherung zu bieten, wie dies Lebensversicherer tun. Damit stößt die eigenständige Vorsorge an einen Punkt, der auf jeden Fall auf der Agenda stehen sollte: Langlebigkeit. Die aktuelle Studie „Altersvorsorgereformgesetz: Zeitrente versus Leibrente“ von Professor Dr. Matthias Beenken und Professor Dr. Lukas Linnenbrink von der Fachhochschule Dortmund zeigt, dass rund die Hälfte der Befragten ihre Lebenserwartung um durchschnittlich 9,5 Jahre unterschätzen. Die Teilnehmer konnten zwischen einer per Modellrechnung höher angesetzten, zeitlich begrenzten Zeitrente und einer niedrigeren lebenslangen Leibrente wählen. Insgesamt überwiegt die Präferenz der Zeitrente. Dabei fällt auf: Befragte, die ihre Lebenserwartung unterschätzten, entschieden sich zu 73 Prozent für die Zeitrente. Bei Befragten mit realistischer Einschätzung entschieden sich nahezu gleich viele für Zeit- und Leibrente.

Orientierung geben: Langlebigkeit bleibt


Die Untersuchung macht das „Verschätzungsrisiko“ deutlich, das beim Fokus auf eine reine Zeitrente lauert. Hierauf möchte ich nicht nur als CDO eines Maklerversicherers aufmerksam machen. Es ist die Aufgabe von Vermittlern, diese Lücke aufzudecken und sie Kunden bewusst zu machen, damit sie die lebenslange Absicherung als wichtiges Ziel bewusst wahrnehmen.

Gas geben in der Altersvorsorge


Um es dann auch zu erreichen, können Vermittler weitere Lösungsansätze ins Spiel bringen. Zum Beispiel beim Investment besonders effiziente Wege wählen, damit Kunden möglichst viel aus der eigenen Altersvorsorge herausholen. Auch eine Civey-Umfrage im Auftrag von Canada Life von Anfang Februar 2026 zeigt, dass dies durchaus in der Bevölkerung angekommen ist: Die Mehrheit ist trotz der aktuellen wirtschaftlichen und geopolitischen Lage zuversichtlich, wenn es um die Entwicklung an den Aktienmärkten geht. Knapp zwei Drittel stimmen der Aussage zu, dass sich die Börsenkurse „wie nach jeder Krise“ wieder erholen und steigen werden.  

In der Beratungspraxis wird es künftig mehr und mehr darum gehen, die Kapitalmärkte für  Altersvorsorge und Ruhestand optimal zu nutzen. Genau hierfür hat sich Canada Life – als Fondspolicen-Anbieter der ersten Stunde – nun noch besser aufgestellt: Mit der Fondsgesellschaft Keyridge Asset Management bündelt unser kanadische Mutterkonzern Great-West-Lifeco die Investment-Aktivitäten fürs gesamte Europa-Geschäft. Keyridge hält sage und schreibe 150 Milliarden Euro in Assets und beschäftigt 300 Investment-Spezialisten. Die Gesellschaft besitzt internationales Investment Know-how und bietet ein besser vernetztes Dienstleistungs- und Technologiemodell für noch innovativere und effektivere Anlagelösungen. Kunden verfügen künftig über ein noch breiteres Spektrum an Anlagemöglichkeiten mit aktiven, passiven und vermögensverwaltenden Fonds. Worauf also noch warten?

FAZIT: Die gesetzliche Reform der Altersvorsorge enthält gute Ansätze, aber auch Schwachstellen. Das macht die Rolle des Vermittlers wichtiger denn je: Denn eine eigenständige Vorsorge muss auch nach dem 85. Geburtstag funktionieren, und dabei unterstützt ein effizientes Investment-Konzept.

Autor Dr. Frederick Krummet ist Chief Distribution Officer (CDO) Canada Life Assurance Europe.

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