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DKM 2026: Was ich von Dortmund erwarte - und wo die Branche liefern muss

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Stephen Voss, CEO Neodigital Versicherung
Foto: Neodigital/Jennifer Weyland
Stephen Voss, CEO Neodigital

Konsolidierung bei Maklerpools, die neue Dachmarke Die Süd, der große Praxistest für KI-Agenten: Die DKM 2026 trifft auf eine Branche im Umbruch. Ich fahre mit konkreten Fragen nach Dortmund - und bin gespannt, wie ehrlich die Antworten darauf ausfallen. Von Neodigital-CEO Stephen Voss

Bald öffnet die DKM in Dortmund ihre Türen. Ich finde, das werden spannende Tage. Neben dem fachlichen Interesse gilt auch für diese DKM 2026 das, was für viel Veranstaltungen der letzten Jahre gegolten hat: Die wertvollen persönlichen Begegnungen, auf die ich mich freue.

So viele Profis aus unserer Branche geballt auf diesem Niveau findet man auf keiner anderen mir bekannten Veranstaltung in Deutschland. Und das sage ich aufgrund jahrelanger Erfahrung und ohne, dass ich in irgendeiner Form von den Veranstaltern gesponsert wäre. Es geht mir darüber hinaus um neue Ideen und die Gelegenheit, den Blick über das Tagesgeschäft hinaus zu richten.


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Gleichzeitig fahre ich mit klaren Erwartungen zur Messe. Ich möchte verstehen, wie sich unsere Branche, die sich mittlerweile gut eineinhalb Jahre tief in der KI-Transformation befindet, verändert und welche Vorteile daraus für Kunden und Vermittler entstehen. Die DKM sollte dafür ein Ort sein, an dem Zukunft konkret wird: im Gespräch, in einer überzeugenden Anwendung und in einer Idee, die sich anschließend im Alltag umsetzen lässt. Dass die ehemalige „Makler“-Messe in der Forme keine mehr ist, stört mich persönlich dabei wenig. Im Gegenteil.

Von den gleichen Herausforderungen lernen

Hier treffe ich Menschen, die ähnliche Herausforderungen anders lösen, die zuhören, und erlebe Gespräche, in denen auch kritische Fragen ihren Platz haben. Ich möchte erfahren, was andere beschäftigt, welche Erfahrungen sie gemacht haben und wo sie Chancen sehen. Ich wünsche mir Offenheit: Welche Neuerungen funktionieren bereits? Wo stockt die Umsetzung? Was hat sich als schwieriger erwiesen als erwartet? Eine ehrliche Antwort hilft mehr als eine Präsentation, in der jedes Problem bereits gelöst scheint.

Besonders gespannt dürfen wir darauf sein, wie sich die Stuttgarter Versicherung und die SDK unter ihrer neuen gemeinsamen Dachmarke „DIE SÜD“ präsentieren. Erst kürzlich wurde der abgeschlossene Zusammenschluss bekannt gegeben: die etablierten Vertriebsmarken bleiben unter dem neuen Dach erhalten. Für mich kommt die DKM damit zu einem interessanten Zeitpunkt. Ich möchte sehen, wie die gemeinsame Ausrichtung sichtbar wird und welche Perspektiven sich aus der Verbindung der Kompetenzen in Gesundheit, Absicherung und Vorsorge ergeben.  

Das kann in einem Markt der immer noch von vielen, manche meinen zu vielen, Versicherern geprägt ist einen Ausblick geben auf das, was noch vor uns liegt: Zusammenschluss und Konsolidierung im Versicherungsmarkt. Die Kolleginnen und Kollegen aus dem Makler-Lager machen es ja bereits vor, da schließen Investoren wie auch Gesellschaften kleinere Makler und Vertriebs-Gesellschaften zu großen zusammen. Die Protagonisten sind dabei sicherlich Hg (früher HgCapital) aber auch GGW Group oder die ATTIKON Finanz AG um nur die größten zu nennen.

Mich interessiert dabei vor allem, was Kunden und Vermittler von dieser neuen Gruppe erwarten dürfen. Wo entstehen abgestimmte Angebote? Wie wird die Zusammenarbeit einfacher? Welche Investitionen in Service und Technik werden durch die gemeinsame Stärke möglich? Ich wünsche mir deshalb einen Auftritt, der die strategische Idee verständlich, tatsächlich Synergien durch Zusammenlegung und Einsatz von Technik zeigt und konkrete nächste Schritte erkennen lässt. Gerade bei einem Zusammenschluss möchte ich erfahren, wie aus organisatorischer Größe ein spürbarer Nutzen wird, sonst bleibt es nur eine finanzielle Transaktion.

Echter Mehrwert für die Versicherten

Mit gleicher Neugier werde ich auf die Maklerpools schauen. Zusammenschlüsse, Übernahmen und Investorenkapital haben in den vergangenen Jahren die Konsolidierung vorangetrieben. Die Beteiligung von Hg an Fonds Finanz und die Übernahme der FMK-Mehrheit durch JDC stehen beispielhaft für diese Entwicklung. Für mich stellt sich damit umso stärker die Frage, wie sich die Anbieter künftig differenzieren. Welche Leistungen machen einen Pool zu einem besonders guten Partner? Und wie viel von der zusätzlichen Finanzkraft kommt in der täglichen Arbeit der angeschlossenen Makler an?

Ich möchte auf der DKM erkennen können, wofür die einzelnen Pools stehen. Mich interessieren verlässlicher Service, gute Erreichbarkeit, fachliche Unterstützung und Technik, die den Betrieb tatsächlich entlastet. Ebenso wichtig sind mir transparente Bedingungen, der Umgang mit Kundendaten und die unternehmerische Bewegungsfreiheit des Maklers. Kapital kann Entwicklung beschleunigen und neue Möglichkeiten schaffen. Ich möchte aber auch wissen, welche Prioritäten damit verbunden sind.

Gerade die allerorten eingesetzten KI-Agenten interessieren mich. Wie tief in den Prozessen setzen sie an und welche Vorgänge werden sie eigenständig bearbeiten können? Ich bin gespannt, wie weit die Umsetzung ist und was sich davon in Dortmund bereits nachvollziehbar zeigen lässt. Was haben Kunden also wirklich schon für Vorteile, wenn KI-Kundenanfragen, Vertragsänderungen und perspektivisch die Kundenkommunikation einschließlich des Abschlusses von Sachversicherungen übernehmen wird? Hier möchte ich genau hinsehen.

Wie erkennt ein solcher Agent, ob eine Anfrage für eine automatisierte Bearbeitung geeignet ist? Wann übergibt er an einen Menschen? Wie werden Empfehlungen, Rückfragen und Entscheidungen dokumentiert? Und wie geht er mit unvollständigen oder widersprüchlichen Angaben um? Ich sehe großes Potenzial darin, wiederkehrende Aufgaben zu vereinfachen und freue mich darauf zu sehen, wie weit die Branche hier wirklich ist.

Wie eigenständig wird KI eingesetzt?

Entscheidend ist auch, wie sich Beratungsunternehmen und Softwarehäuser aufstellen. Im Markt wird die These vertreten, dass moderne KI-Agenten zunehmend eigenständig Code schreiben können und dadurch weniger externe Entwicklungsleistung benötigt wird. Das wäre ein Game-Changer. Damit verbindet sich die Hoffnung, bestehende IT-Systeme schneller zu verbessern oder sogar abzulösen. Beim ersteren bin ich vorsichtig. Ich möchte diese These ernsthaft an Ergebnissen prüfen. Wie viel Entwicklungszeit lässt sich tatsächlich sparen? Welche Aufgaben können Unternehmen selbst übernehmen? Und an welchen Stellen bleibt spezialisierte Unterstützung entscheidend?

Gerade gewachsene Systeme enthalten viel Fachwissen, historische Sonderfälle und Abhängigkeiten. Die Altsysteme durch ein „bisschen KI-Coding“ noch weitere Jahre „am Leben“ zu halten ist aus meiner Sichtschon mutig. Wer hier die einfache Modernisierung verspricht, sollte auf der DKM erklären können, ob fundamental die Prozesse und Konnektivität verbessert wird oder es um KI-Kosmetik geht. Das wäre zu kurz gesprungen, die Assekuranz braucht ein konsequentes Update! Spannend wird, ob Berater und Softwarehäuser daraus neue Angebote entwickeln: Unterstützung bei Architektur, Qualitätssicherung und Integration oder die Befähigung ihrer Kunden, selbst mehr umzusetzen.

Bei aller Aufmerksamkeit für Technologie bleiben die Produkte für mich zentral. Ich bin gespannt auf die präsentierten Lösungen im Gewerbe- und Cybergeschäft, die über den Vertragsabschluss hinausreichen. Ich möchte sehen, wie Prävention, Versicherungsschutz und Unterstützung im Ernstfall zusammenwirken.

Ein Betrieb braucht Klarheit darüber, welche Risiken er selbst verringern kann und welche Hilfe nach einem Vorfall verfügbar ist. Überhaupt gehört die Servicequalität für mich stärker ins Zentrum der Messe. Wie schnell werden Anliegen beantwortet? Wie verlässlich laufen Schadenprozesse? Welche Ansprechpartner bleiben erreichbar, wenn es schwierig wird? Hier zeigt sich der Wert eines Leistungsversprechens besonders deutlich.

Welche Richtung der Branche wird auf der DKM eingeschlagen?

Meine DKM ist auch die Leitmesse für Fachthemen und die Speaker’s Corner. Die angekündigten Themen zu Prozessen, IT und der Rolle des Maklers im KI-Zeitalter greifen viele meiner Fragen auf. Die Zukunft zeigt die Young DKM und die Verleihung des Jungmakler Awards. Mich interessiert, wie die nächste Generation Beratung und Unternehmertum versteht.

Die große Frage: Welche Richtung wird die Branche einschlagen? Ich wünsche mir, dass sie technische Möglichkeiten, wirtschaftliche Stärke und persönliche Verantwortung konsequent am Kundennutzen ausrichtet. Konsolidierung sollte bessere Leistungen ermöglichen. Digitalisierung sollte Abläufe verständlicher und zuverlässiger machen. KI mehr Freiraum für qualifizierte Beratung schaffen.

Den Weg nach Dortmund mache ich gerne, weil diese Fragen dort auf Menschen treffen, die etwas bewegen können. Wenn ich am Ende sehe, welche Entwicklungen tragfähig sind und welche nächsten Schritte sich lohnen, hat die DKM für mich ihren Zweck erfüllt. Meine Einstellung zur Messe? Offen für Neues und bereit, daraus etwas zu machen!

Autor Stephen Voss ist CEO von Neodigital

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