Trotz Waffenstillstands gibt es bislang keinen freien Schiffsverkehr in der Straße von Hormus, weshalb WTI mittlerweile wieder auf 102 US-Dollar anstieg. Die Euphorie vom Mittwoch ist verdampft, doch angesichts dessen halten sich der Gold- und Silberpreis aktuell relativ stark, was die Hoffnung auf einen Frieden und mehr Spielraum für eine wieder lockerere Geldpolitik widerspiegelt.
Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif und Generalfeldmarschall Asim Munir hatten kurz vor Ablauf der Deadline bei Trump interveniert und ihn gebeten, das Ultimatum um zwei Wochen zu verlängern. Iran hatte zuvor einen 10-Punkte-Vorschlag via Pakistan übermittelt, in dem die ursprünglich geforderten US-Kriegsreparationen gestrichen worden waren. Trump erklärte in einem Social-Media-Beitrag, er habe weniger als zwei Stunden vor Ablauf einer selbst gesetzten Frist zur Auslöschung der „gesamten Zivilisation“ des Iran zugestimmt, die Bombardements auszusetzen und fügte hinzu, dass die Wiederöffnung der Straße von Hormus eine zentrale Bedingung für diese Pause sei. Trump akzeptierte und schrieb, fast alle strittigen Punkte seien bereits vereinbart und stellte die vollständige, sofortige und sichere Öffnung von Hormus als Bedingung. Diese Bedingung wurde erfüllt und Irans Außenminister Aragchi bestätigte den Waffenstillstand via X.
Dass die Straße von Hormus noch nicht geöffnet wurde, ist ein Risikofaktor, den die Märke wieder einzupreisen beginnen, weshalb der Rohölpreis wieder ansteigt. Teheran besteht auf einem vereinbarten Transitprotokoll, das die iranische Kontrolle über den Durchgang festschreibt und bezeichnet das Arrangement als „bedingten Durchgang“. Der neue Oberste Führer Irans, Khameneis Nachfolger, genehmigte den Deal ausdrücklich. Israel stimmte ebenfalls zu, seinen Libanon-Feldzug für die Dauer der Verhandlungen auszusetzen. Die Verhandlungen zwischen den USA und Iran sollen am Freitag aufgenommen werden, wobei Iran seinen Langfristforderungen bereits jetzt ein klares Profil gegeben hat, die die vollständige Aufhebung aller primären und sekundären Sanktionen, Freigabe sämtlicher eingefrorener Auslandsassets, Schadensersatz für die Kriegsschäden sowie die verbindliche Verankerung aller Punkte in einer UN-Sicherheitsratsresolution. Ein Katalog, der in seiner Gesamtheit kaum verhandelbar erscheint, jedoch Teheran die Möglichkeit gibt, jeden einzelnen Punkt als Druckmittel einzusetzen. Iran stellte dabei in aller Deutlichkeit klar, diese Gespräche mit vollständigem Misstrauen zu führen.
Mit diesem Waffenstillstand ist die Kuh noch nicht vom Eis, doch hat sich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Zentralbanken angesichts der hohen Energiepreise von Zinserhöhungen vorerst absehen werden, wobei am Markt neuerliche Hoffnungen zu Zinssenkungen keimen dürften.












