Geopolitik treibt neuen Rohstoffzyklus an – Chancen für Investoren

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Geopolitik, Energiebedarf und Angebotslücken treiben Rohstoffmärkte.

Die Eskalation im Nahen Osten lenkt den Blick erneut auf die Fragilität der globalen Energieversorgung. Doch die Auswirkungen reichen weit über kurzfristige Marktreaktionen hinaus. Ein struktureller Trend gewinnt an Dynamik – und eröffnet neue Perspektiven für Anleger.

Die jüngste Zuspitzung im Nahen Osten macht einmal mehr deutlich, wie anfällig die globale Energieversorgung ist. Für die Finanzmärkte geht es jedoch um mehr als kurzfristige Preisschwankungen bei Öl. Der Konflikt unterstreicht einen langfristigen Trend: Rohstoffe gewinnen weltweit an strategischer Bedeutung.

Nach Einschätzung von Thomas Fischli-Rutz, Head Emerging Markets bei Fisch Asset Management, verstärkt die geopolitische Neuordnung einen Rohstoffzyklus, der sich über Jahre erstrecken könnte. Treiber sind vor allem die steigenden Anforderungen an Energie-, Ernährungs- und Verteidigungssicherheit.

Der Energiebedarf wächst dynamisch, nicht zuletzt durch den Ausbau von Künstlicher Intelligenz und Rechenzentren. Gleichzeitig bleibt die Ölversorgung geopolitischen Risiken ausgesetzt. Parallel steigt die Nachfrage nach Agrarrohstoffen schneller als das Angebot, während höhere Verteidigungsausgaben den Bedarf an Metallen und Seltenen Erden zusätzlich erhöhen.


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Steigende Nachfrage trifft auf strukturelle Engpässe

Neben fossilen Energieträgern sorgen insbesondere erneuerbare Energien und umfangreiche Infrastrukturprogramme für eine wachsende Nachfrage nach Industriemetallen wie Kupfer, Kobalt und Seltenen Erden. China nimmt dabei eine zentrale Rolle ein, etwa durch gezielte Investitionen in Energieunabhängigkeit und strategische Rohstoffreserven.

Dem gegenüber steht ein begrenztes Angebot. In der Vergangenheit wurde zu wenig in neue Minen investiert, zugleich verlängern regulatorische Vorgaben und komplexe Projekte die Entwicklungszeiten deutlich. In der Folge kann das Angebot mit der steigenden Nachfrage kaum Schritt halten.

Vor allem bei Kupfer zeichnen sich in den kommenden Jahren spürbare Defizite ab. Auch Agrarrohstoffe gewinnen an Bedeutung, da steigende Lebensmittelpreise die Märkte zusätzlich beeinflussen. Exportstarke Schwellenländer wie Brasilien und Argentinien profitieren von dieser Entwicklung.

Schwellenländer profitieren von höheren Rohstoffpreisen

Mit steigenden Rohstoffpreisen verbessern sich die wirtschaftlichen Fundamentaldaten vieler exportorientierter Schwellenländer. Dies stärkt ihre Haushalte und erhöht den finanziellen Spielraum für Investitionen.

Unternehmen in diesen Regionen stehen zugleich vor einem hohen Kapitalbedarf, etwa für Infrastrukturprojekte und den Ausbau von Produktionskapazitäten. Daraus ergeben sich Chancen am Anleihemarkt.

Anleihen von Schwellenländerunternehmen bieten in diesem Umfeld attraktive Renditen und Bewertungen. Für Investoren eröffnen sich damit zusätzliche Möglichkeiten, vom strukturellen Rohstofftrend zu profitieren.

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