Der Goldpreis aktuell bewegt sich derzeit um die 4.150-US-Dollar-Marke je Feinunze - und trotzt damit der ersten Fed-Zinserhöhung seit Juli 2023. Laut Daten von finanzen.net notierte der Spotpreis am 13. und 14. Oktober 2026 bei 4.154,69 US-Dollar, der Dezember-Future bei 4.179,20 US-Dollar. Im Vergleich zum Vormonat entspricht das einem Rückgang von etwa 3,3 Prozent. Dennoch hält sich das Edelmetall klar über der Marke von 4.000 US-Dollar.
Erste Fed-Zinserhöhung seit 2023 bremst den Goldpreis kaum
Am 16. September 2026 erhöhte der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC) den Leitzins einstimmig mit zwölf zu null Stimmen um 25 Basispunkte und setzte damit die neue Zielspanne auf 3,75 bis 4,00 Prozent. Damit hob die Notenbank den Satz erstmals seit Juli 2023 wieder an. In den fünf Sitzungen zuvor, beginnend im Dezember 2025, war der Zins jeweils konstant in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent geblieben. Als Begründung führte das Gremium die nach wie vor erhöhte Inflation an. Der Schritt solle demnach eine zeitnähere Rückkehr zum Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank unterstützen.
Die Entscheidung fiel unter der seit Mai amtierenden Führung von Fed-Chef Kevin Warsh, dessen Bestätigung der Senat am 13. Mai mit 54 zu 45 Stimmen vornahm; am 22. Mai wurde er als Nachfolger von Jerome Powell vereidigt. Am Markt gilt Warsh als geldpolitisch restriktiver als sein Vorgänger.
Zwei Termine entscheiden über den weiteren Zinskurs
Für die kurzfristige Richtung des Goldpreises sind zwei Termine entscheidend. Am 14. Oktober veröffentlicht das Bureau of Labor Statistics (BLS) die US-Verbraucherpreise für September. Ökonomen rechneten im Vorfeld - wie einer Dow-Jones-Erhebung zu entnehmen war, auf die sich Kiplinger berief - mit einem Plus von 0,6 Prozent im Monatsvergleich und 3,6 Prozent im Jahresvergleich. Die Kernrate sollte demnach bei 2,5 Prozent liegen. Im Vormonat August hatten die Preise um 0,4 Prozent beziehungsweise um 3,4 Prozent zugelegt, während sich die Kernrate auf 2,4 Prozent belief. Zum Zeitpunkt dieses Artikels lagen die tatsächlichen September-Werte noch nicht vor.
Der zweite wichtige Termin ist die Sitzung des FOMC am 27. und 28. Oktober. Die Zinsentscheidung wird am 28. Oktober um 20 Uhr MEZ erwartet. Laut dem von finanzen.net zitierten CME FedWatch Tool bezifferte der Markt die Chance auf einen weiteren Zinsschritt im Oktober auf 22 Prozent, für Dezember auf 88 Prozent. Dabei handelt es sich um Markteinschätzungen und nicht um eine bereits beschlossene Maßnahme. Der Präsident der New York Fed, John Williams, hält einen weiteren Zinsschritt bis Jahresende für plausibel: „It’s likely that another rate hike may be appropriate by the end of the year.“ Für das Jahr 2027 erwarte er hingegen keine Notwendigkeit für zusätzliche geldpolitische Straffung.
Zentralbanken stützen die Nachfrage nach Gold
Den Umstand, dass das Edelmetall angesichts steigender Zinsen nur moderat an Wert verlor, erklären Marktbeobachter vor allem mit der strukturell hohen Nachfrage der Zentralbanken. Für die „Central Bank Gold Reserves Survey 2026“ befragte der World Gold Council zwischen dem 5. Februar und dem 19. Mai 76 Zentralbanken, die Ergebnisse veröffentlichte er am 16. Juni. Demnach rechneten 45 Prozent der Institute - ein Rekordanteil - innerhalb eines Jahres mit höheren eigenen Beständen, 89 Prozent gingen von global wachsenden Goldreserven der Notenbanken aus. Zudem gaben 90 Prozent der Befragten an, Gold wegen seiner robusten Entwicklung in Krisenphasen zu halten. 74 Prozent gingen zudem davon aus, dass der Anteil des Dollars an den weltweiten Währungsreserven in den nächsten fünf Jahren zurückgehen werde.
Bereits am 22. Dezember 2025 war Gold mit einem Stand von 4.403 US-Dollar pro Feinunze auf ein damaliges Rekordniveau geklettert. Als Treiber galten sinkende Zinsen, geopolitische Unsicherheit, Zentralbanknachfrage und Inflationssorgen. Ein von ZDFheute zitierter UBS-Analyst erklärte damals, sinkende Zinsen stützten die Nachfrage nach Sachwerten. Diese Einschätzung stammt allerdings aus einer Phase fallender Zinsen - im September 2026 hat die Fed den Leitzins dagegen erhöht.
Goldpreis aktuell im Vergleich zum Rekordhoch
Der Goldpreis aktuell bewegt sich deutlich unter seinem Höchststand aus dem Januar 2026, bleibt historisch betrachtet aber hoch. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Marken:
| Kennzahl | Wert | Datum |
|---|---|---|
| Aktueller Spotpreis | 4.154,69 US-Dollar | 13./14. Oktober 2026 |
| Allzeithoch (Intraday) | 5.594,70 US-Dollar | 29. Januar 2026 |
| Allzeithoch (Schlusskurs) | 5.417,60 US-Dollar | 28. Januar 2026 |
| Rekord in Euro (Schlusskurs) | 4.553,24 Euro | 2. März 2026 |
| Rekord in Euro (Intraday) | 4.668,04 Euro | 29. Januar 2026 |
| Vorheriger Rekord (vor 2026) | 4.403 US-Dollar | 22. Dezember 2025 |
Ölpreise steigen nach Angriffen in der Straße von Hormus
Am Ölmarkt kostete Rohöl der Sorte Brent am 13. und 14. Oktober etwa 106 US-Dollar pro Barrel, während die US-Sorte WTI bei rund 94 US-Dollar notierte. finanzen.net führte als Gründe für den Preisanstieg frische Attacken auf Tanker in der Straße von Hormus sowie Angriffe der Huthi-Milizen auf saudi-arabische Infrastruktur an.
Goldpreis aktuell: Was für Berater mittelfristig zählt
Für Vermittler, Berater und Vermögensverwalter geben kurzfristig zwei Termine die Richtung vor: die September-Inflationsdaten und die anschließende Fed-Entscheidung am 28. Oktober. Mittelfristig dürften dagegen geopolitische Risiken rund um den Iran-Konflikt und die anhaltende Diversifikation der Notenbankreserven aus dem US-Dollar heraus die Nachfrage nach Gold weiter stützen. Für die Portfolioberatung ist dieser Aspekt relevanter als die tagesaktuelle Kursbewegung.















