Höhere Beiträge zur Krankenkasse: Welche Optionen Versicherte haben

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Steigende Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen sorgen zu Jahresbeginn für spürbar weniger Netto.

Steigende Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen sorgen zu Jahresbeginn für spürbar weniger Netto. Millionen Versicherte fragen sich, ob sie reagieren sollten. Ein Kassenwechsel ist möglich, doch der Blick auf den Beitrag allein greift zu kurz.

Die ersten Gehaltsabrechnungen des Jahres bringen für viele gesetzlich Versicherte eine unerfreuliche Erkenntnis: Am Monatsende bleibt weniger Geld übrig. Grund sind gestiegene Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils zur Hälfte tragen. Rund 30 Millionen Bürgerinnen und Bürger sind davon betroffen.

Vor diesem Hintergrund rückt der Gedanke an einen Kassenwechsel in den Fokus. Dieser ist grundsätzlich unkompliziert möglich, allerdings erst nach einer Kündigungsfrist von zwei vollen Monaten. Ein Sonderkündigungsrecht besteht, wenn die Krankenkasse ihren Zusatzbeitrag erhöht. Auch dieses greift jedoch nicht sofort, sondern ebenfalls erst nach Ablauf der Frist.

Thomas Adolph, Geschäftsführer des unabhängigen Vergleichsportals gesetzlichekrankenkassen.de, mahnt zur Differenzierung. „Allerdings sollte man dann nicht nur einen reinen Preisvergleich vornehmen, sondern sich auch über die gar nicht so geringen Leistungsunterschiede informieren“, rät er. „Günstig bedeutet nicht immer richtig.“

Unterschiede zeigen sich vor allem bei Zusatzleistungen

Ein regelmäßiger Blick auf die eigene Krankenkasse sollte aus Sicht von Adolph zur Routine werden. „Ein regelmäßiger Check der Krankenkasse sollte für jeden Versicherten aber gerne zur Routine werden, wie auch andere Versicherungen wie Kfz und Hausrat oder Handyverträge hinsichtlich des Preis-Leistungsverhältnisses über die Jahre steigen und für weniger Geld in der Haushaltskasse sorgen“, sagt er und ermuntert dazu, Beitragserhöhungen nicht einfach hinzunehmen.


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Tatsächlich sind die Spielräume größer, als viele Versicherte vermuten. Zwar sind rund 95 Prozent der Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen gesetzlich festgelegt. In den verbleibenden fünf Prozent Zusatzleistungen unterscheiden sich die Kassen jedoch teils erheblich. Dazu zählen etwa Zuschüsse, besondere Versorgungsformen oder freiwillige Mehrleistungen.

„Ein Check lohnt sich mit Blick auf die eigenen Bedürfnisse, denn die Zuzahlungen oder Kostenübernahmen der gesetzlichen Krankenkassen unterscheiden sich deutlich“, sagt Adolph. Welche Kasse passt, hängt stark von der individuellen Lebenssituation ab.

Spezielle Angebote für unterschiedliche Lebenslagen

Besonders ältere Menschen und chronisch Kranke können von einem Wechsel profitieren. Viele Krankenkassen bieten spezielle Programme zur besonderen Versorgung an, bei denen Behandler enger zusammenarbeiten. Diese strukturierte Abstimmung kann die medizinische Betreuung verbessern und zusätzliche Leistungen ermöglichen.

Auch andere Gruppen finden bei einzelnen Kassen passgenaue Angebote. Schwangere, Auszubildende, Versicherte mit Rückenbeschwerden, reisefreudige Menschen oder Anhänger alternativer Heilmethoden stoßen je nach Krankenkasse auf unterschiedliche Schwerpunkte und Erstattungsregelungen.

Vor einem Wechsel empfiehlt sich daher ein genauer Vergleich von Beitrag und Leistung. Denn die günstigste Krankenkasse ist nicht automatisch die beste Lösung für die persönliche Situation.


Hier ist man seit Januar 2026 am günstigsten krankenversichert

  • Bei der bundesweit geöffneten BKK firmus mit 2,18 Prozent Zusatzbeitrag,
  • der regional geöffneten AOK Rheinland-Pfalz/Saarland (nur für Rheinland-Pfalz und das Saarland) mit 2,47 Prozent Zusatzbeitrag,
  • der regional geöffneten BKK Faber-Castell & Partner (nur für Bayern) mit 2,48 Prozent Zusatzbeitrag,
  • der bundesweit geöffneten TUI BKK mit 2,50 Prozent Zusatzbeitrag,
  • der regional geöffneten BKK Public (nur für Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen) mit 2,50 Prozent Zusatzbeitrag,
  • der bundesweit geöffneten hkk Krankenkasse mit 2,59 Prozent Zusatzbeitrag,
  • der bundesweit geöffneten Audi BKK mit 2,60 Prozent Zusatzbeitrag und
  • der bundesweit geöffneten TK – Techniker Krankenkasse mit 2,69 Prozent Zusatzbeitrag.

Am teuersten ist es nun bei

  • der bundesweit geöffneten BKK24 mit 4,39 Prozent Zusatzbeitrag (keine Erhöhung),
  • der regional geöffneten BKK Herkules (nur für Bayern, Hessen, Niedersachsen) mit 4,38 Prozent Zusatzbeitrag (keine Erhöhung),
  • der regional geöffneten BKK Werra-Meissner (nur für Bayern, Hessen) mit 4,35 Prozent Zusatzbeitrag (+0,96 Prozentpunkte) und
  • der regional geöffneten IKK Brandenburg und Berlin (nur für Berlin, Brandenburg) mit 4,35 Prozent Zusatzbeitrag (keine Erhöhung).

     

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