Moderate Preiszuwächse am Immobilienmarkt: Häuser und Wohnungen legen zu

Foto: Interhyp/Andreas Pohlmann, Tobias Lug
Mirjam Mohr, Interhyp: "Sehr bewusste Finanzierungsplanung bei unseren Kundinnen und Kunden."

Der deutsche Immobilienmarkt zeigt 2025 moderate Preissteigerungen und klare regionale Unterschiede. Sinkende Zinsen und höhere Reallöhne beleben die Nachfrage, auch wenn Unsicherheiten zum Jahresende bremsen. Die aktuellen Interhyp-Daten zeigen, wo Käufer besonders tief in die Tasche greifen – und wo Chancen entstehen.

Die Nachfrage nach Immobilien bleibt 2025 hoch. Moderatere Bauzinsen unterhalb der Marke von vier Prozent und gestiegene Reallöhne machen den Immobilienerwerb für viele Haushalte wieder attraktiver. Nach Daten von Interhyp zieht die Nachfrage im Jahresverlauf spürbar an, verliert jedoch im vierten Quartal an Dynamik, als geopolitische Unsicherheiten und leicht steigende Zinsen für Zurückhaltung sorgen.


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Die Kaufpreise entwickeln sich dabei moderat nach oben. Für Häuser verzeichnet Interhyp im Jahresvergleich ein Plus von 3,7 Prozent, Wohnungen verteuern sich um 3,1 Prozent.

Deutliche Preisunterschiede zwischen den Bundesländern

Regional bleibt der Markt stark fragmentiert. Sachsen-Anhalt ist mit einem durchschnittlichen Kaufpreis von rund 290.000 Euro weiterhin das günstigste Bundesland. Am anderen Ende der Skala steht Bayern mit knapp 630.000 Euro im Schnitt. Dort wird auch die teuerste Immobilie des Jahres finanziert, mit einem Kaufpreis von 7,45 Millionen Euro.

Beim Quadratmeterpreis liegt Hamburg vorn. Mit durchschnittlich 5.617 Euro pro Quadratmeter ist die Hansestadt 2025 bundesweiter Spitzenreiter. Am günstigsten ist Wohnfläche im Saarland, wo Käufer im Schnitt 2.269 Euro pro Quadratmeter zahlen.

Unterschiede zeigen sich auch bei den finanzierten Objekten. In Berlin wechseln vor allem ältere Immobilien den Besitzer, das durchschnittliche Baujahr liegt bei 1952. In Bayern dominieren vergleichsweise junge Gebäude mit einem durchschnittlichen Baujahr von 1982.

Investorenfokus und unterschiedliche Käuferprofile

Ein Sonderfall ist Sachsen. Dort entfallen 37 Prozent der Finanzierungen auf Kapitalanlagen und damit deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt. Auch bei den Käuferprofilen gibt es Unterschiede. Im Saarland sind Antragstellerinnen und Antragsteller für Immobilienkredite im Schnitt rund 37 Jahre alt, in Hamburg etwa 41 Jahre.

Die monatliche Belastung fällt entsprechend unterschiedlich aus. In Sachsen-Anhalt liegt die durchschnittliche Rate 2025 bei rund 1.190 Euro, in Hamburg bei etwa 1.900 Euro.

Zinsentwicklung und Finanzierungsstrategien

Die Bauzinsen für Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung starten im Januar 2025 bei durchschnittlich etwa 3,24 Prozent. Im Sommer pendeln sie sich bei rund 3,6 Prozent ein. Zum Jahresende steigen sie infolge von Kapitalmarktbewegungen auf knapp 3,85 Prozent. Der Ausblick auf 2026 bleibt verhalten.

„Wir beobachten eine sehr bewusste Finanzierungsplanung bei unseren Kundinnen und Kunden“, erklärt Mirjam Mohr, Vertriebsvorständin von Interhyp. „In Schleswig-Holstein sichern sich Käufer mit einer durchschnittlichen Zinsbindung von 12,2 Jahren langfristig ab, während bayerische Käufer durch einen massiven Einsatz von Eigenkapital (durchschnittlich 235.000 Euro) versuchen, die monatliche Belastung stabil zu halten.“

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