Eine repräsentative Umfrage unter 1.000 potenziellen Anlegern im Auftrag von Pecuria, einem Anbieter von Pflegeapartments als Kapitalanlage, zeigt, dass diese Form der Investition in weiten Teilen der Zielgruppe noch nicht angekommen ist. Die Ergebnisse wurden in Rahmen eines Online-Pressegesprächs vorgestellt.
Der Umfrage zufolge kennen 57,9 Prozent der Befragten die Möglichkeit nicht, einzelne Pflegeapartments als Investment zu erwerben. Weitere 6,8 Prozent sind beim eigenen Kenntnisstand unsicher. Damit ist die Anlageform insgesamt immerhin rund 35 Prozent der potenziellen Anleger grundsätzlich bekannt.
Allerdings haben davon rund 70 Prozent (24,9 Prozentpunkte bezogen auf die Grundgesamtheit) von einer Investition abgesehen. Insgesamt 10,4 Prozent aller Befragten geben an, das Modell zu kennen und ein Investment nicht auszuschließen (7,4 Prozent) oder bereits investiert zu sein (3,0 Prozent). Bezogen auf diejenigen, die Pflegeapartments als Kapitalanlage kennen, sind demnach 8,5 Prozent bereits investiert. Aus Sicht des Anbieters weist das auf erhebliches Marktpotenzial.
Bei den Argumenten, die nach Ansicht der Befragten am ehesten für ein Investment in ein Pflegeapartment sprechen, steht der demografische Wandel klar im Vordergrund. 36,1 Prozent nennen den steigenden Pflegebedarf als wichtigstes Argument für ein Investment. 16,1 Prozent verweisen auf stabile und planbare Erträge, 15,7 Prozent auf steuerliche Vorteile. 12,9 Prozent sehen den größten Vorteil darin, dass bei Zahlungsunfähigkeit der Bewohner der Staat einspringt. 49,8 Prozent können keine konkreten Vorteile benennen.
Informationsdefizite bremsen den Markt
Hohe Renditechancen und der mögliche Hebel durch Fremdkapital spielen in der Wahrnehmung der Befragten bislang kaum eine Rolle. Nur 5,5 Prozent nennen hohe Renditechancen als Argument, 2,9 Prozent den Renditehebel durch Fremdkapital.
„Die größte Herausforderung für den Vertrieb von Pflegeimmobilien an Privatanleger ist deren Unwissenheit über den Markt. Denn wer meint, die Vor- und Nachteile eines Investments nicht gut einschätzen zu können, der zögert zu Recht auch bei seiner Anlageentscheidung. Aufklärung und Transparenz, zum Beispiel in Form glaubhafter und neutraler Zertifizierungen, sind also äußerst wichtige Grundlagen für den Vertriebserfolg“, wird Edwin Thiemann, Geschäftsführer von Pecuria, in der Mitteilung zur Umfrage zitiert. Am Pressegespräch selbst konnte er aus persönlichen Gründen kurzfristig nicht teilnehmen.
Auch auf der Risikoseite dominieren Unsicherheit und Informationslücken. 36,2 Prozent sehen das Risiko eines unzuverlässigen Betreibers als zentrales Hemmnis, 34,9 Prozent nennen zu wenig Kenntnis vom Investitionsmodell. 26,3 Prozent befürchten Konflikte in der Eigentümergemeinschaft, 17,6 Prozent einen schwierigen Wiederverkauf. Eine schwache Pflegeplatznachfrage spielt dagegen kaum eine Rolle: Nur 0,6 Prozent nennen eine geringe generelle Nachfrage, 1,4 Prozent eine geringe lokale Nachfrage. 34,6 Prozent antworten auch hier mit „Weiß nicht“ oder „Nichts“.
Fremdfinanzierung bis 100 Prozent möglich
Pascal Kleine, ebenfalls Geschäftsführer von Pecuria, verweist darauf, dass sich zentrale Risiken aus seiner Sicht vorab prüfen lassen. „Zwar stimmt es, dass die Nachfrage nach stationärer Pflege hoch ist. Dennoch sollten Anleger vorsichtig sein. Denn lokal kann es durchaus zu einer nicht ausreichenden Nachfrage kommen – beispielsweise, wenn es vor Ort bereits diverse moderne Pflegeheime gibt. Korrekt ist die Einschätzung der Befragten, dass der Anlageerfolg maßgeblich vom Betreiber der Pflegeimmobilie abhängt. Jedoch lässt sich dessen Qualität und Professionalität umfassend im Voraus prüfen und über entsprechende neutrale Analysen nachweisen“, erklärt Kleine.
Mit Blick auf die Rendite ergänzt er: „Völlig unterschätzt bei der Anlageoption ‚Pflegeappartements‘ werden die Renditechancen, nicht zuletzt vor dem Hintergrund, die Investition über Fremdkapital zu hebeln. Trotz der aktuellen Vorsicht vieler Banken sind auch derzeit sehr hohe Fremdfinanzierungsquoten von bis zu 100 Prozent möglich. Dadurch sind Eigenkapitalrenditen von zehn Prozent und mehr erreichbar.“
Immac-Schieflage ohne spürbare Auswirkungen
Ein positiver Fremdkapitalhebel kann demnach trotz der ab 2022 deutlich gestiegenen Zinsen auf Basis günstiger Darlehen der KfW Bank und durch steuerliche Effekte weiterhin entstehen, so Kleine auf Nachfrage. Pecuria-Projekte entsprechen den Angaben zufolge durchweg mindestens dem hohen Energiestandard KfW-40, der grundsätzlich günstige KfW-Finanzierungen ermöglicht.
Die Schieflage des führenden Pflegeimmobilienfonds-Anbieters Immac im letzten Herbst habe keine spürbaren Auswirkungen auf den Vertrieb der Einzelapartments von Pecuria. Vertriebspartner und Kunden könnten hier durchaus differenzieren, so Kleine. „Berichte über Betreiber-Insolvenzen sind relevanter.“
Befragt wurden zwischen dem 19. Dezember 2025 und 31. Januar 2026 insgesamt 1.000 Personen im Alter von 30 bis 55 Jahren mit einem Haushaltsnettoeinkommen von mindestens 5.000 Euro (Singles mindestens 3.000 Euro) sowie Rentner bis 70 Jahre mit einem potenziellen Investitionsvermögen von 25.000 bis 50.000 Euro. Diese Personen sieht Pecuria als ihre Kern-Zielgruppen an.












