Physisches Gold und Silber: Käufer dominieren so stark wie seit der Pandemie nicht mehr

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Trotz Rekordpreisen: Mehr Käufer als Verkäufer bei Gold und Silber

Gold und Silber sind mit starken Preissprüngen ins Jahr 2026 gestartet. Auf dem Online-Marktplatz BullionVault erreichten Handel, Nachfrage und Neukundenzahlen neue Höchststände. Besonders auffällig ist das deutliche Übergewicht der Käufer gegenüber den Verkäufern. Die Daten zeigen, wie Privatanleger auf die jüngsten Marktbewegungen reagieren.

Der dramatische Start von Gold und Silber ins Jahr 2026 hat beim weltweit führenden Marktplatz BullionVault für purzelnde Handels- und Investitionsrekorde gesorgt. BullionVault wurde 2005 gegründet und verwaltet heute für seine Nutzer Gold, Silber, Platin und Palladium im Rekordwert von 9,1 Milliarden Euro. Der Anbieter ermöglicht es Privatanlegern, sicher gelagerte Edelmetalle bereits ab einem Gramm zu kaufen und zu verkaufen.

Die massiven Preisbewegungen des letzten Monats zogen eine Rekordzahl von sowohl Käufern als auch Verkäufern in Gold und Silber an, wobei die Käufer die Verkäufer mit dem größten Abstand seit der Corona-Pandemie übertrafen.

Das West-Londoner Fintech zog im Januar auch eine Rekordzahl neuer Nutzer an und übertraf das bisherige Monatshoch um massive 80,9 Prozent. Auch der Handel auf BullionVault stellte einen neuen Rekord auf: Physisches Metall im Wert von 983 Millionen Euro wechselte im letzten Monat den Besitzer – das entspricht über 1,1 Milliarden US-Dollar und mehr als dem 3,5-fachen des 12-Monats-Durchschnitts des Vorjahres.


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„Rekordpreise treffen auf Rekordhandel und -nachfrage bei Gold und Silber“, sagt Adrian Ash, Director of Research bei BullionVault. „Auf jeden Verkäufer kamen im Januar zwei Käufer. Neue Investoren, die gerade erst Bestände aufbauen, halten natürlich kleinere Positionen als die durchschnittliche Anlage langjähriger Eigentümer. Doch während gehebelte Spekulanten bei Derivatwetten und börsengehandelten Kontrakten dem Markt hinterherjagen, ist der physische Edelmetallmarkt insgesamt ausgeglichen.“

Gold-Käufer dominieren trotz Rekordpreisen

Da der Goldpreis im Januar um 10,3 Prozent auf einen Durchschnittsrekord von 4.039 Euro je Feinunze stieg, sprang die Zahl derer, die Gold auf BullionVault verkauften, um 48,9 Prozent auf einen neuen Monatsrekord.

Aber die Zahl der Käufer stieg noch schneller auf einen eigenen neuen Rekord und sprang um 57,7 Prozent an – der stärkste Anstieg, seit die globale Corona-Krise im März 2020 eskalierte.

Zusammen hob dies den Gold-Investor-Index – ein einzigartiges Maß für tatsächliche Kauf- und Verkaufsentscheidungen im „sicheren Hafen“ – um 3,4 Punkte vom Dezemberwert auf 58,5 an, den stärksten Wert seit den Tiefen der Pandemie im November 2020.

Jeder Wert über 50,0 signalisiert, dass die Zahl der Käufer größer war als die der Verkäufer. Der Gold-Investor-Index erreichte im September 2011 – auf dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise – ein Allzeithoch von 71,7 und fiel im März 2024 auf ein Serientief von 47,5, als ein durch Zentralbankkäufe und chinesische Nachfrage getriebener Preisanstieg Gewinnmitnahmen westlicher Privatanleger auslöste.

Ash führt aus: „Der gewaltige Anstieg und Absturz der Gold- und Silberpreise in der vergangenen Woche bringt die Geldmetalle nun dorthin zurück, wo vor nur wenigen Wochen noch neue Allzeithochs lagen. Die Neueröffnungen von Konten zeigen keine Anzeichen einer Verlangsamung. Das monetäre und politische Umfeld bleibt für Edelmetalle im Jahr 2026 sehr positiv.“

Silber: Stärkster Preisanstieg seit 1980

Silber hatte bereits Ende 2025 eine Rekordzahl an Käufern und Verkäufern auf BullionVault angezogen. Doch diese Zahlen sprangen im Januar um weitere 62,9 Prozent bzw. 85,9 Prozent an, als das Edelmetall seinen steilsten monatlichen Durchschnittspreisanstieg seit Neujahr 1980 verzeichnete und um 42,7 Prozent auf 78,41 Euro je Feinunze kletterte.

Damit erreichte der Silber-Investor-Index ein neues Post-Pandemie-Hoch und baute den Sprung des Vormonats von 9,6 Punkten mit einem weiteren Anstieg von 4,0 Punkten im Januar auf 65,7 aus – der stärkste Wert seit April 2020.

Der Silber-Investor-Index markierte im März 2020 einen historischen Rekord von 75,1, als sich Käufer auf den Preisabsturz des auch industriell genutzten Edelmetalls während der Corona-Krise stürzten. Sein Serientief erreichte er aufgrund starker Gewinnmitnahmen im März 2024.

Nach Gewicht verkauften BullionVault-Kunden im letzten Monat als Gruppe netto 25,8 Tonnen mehr Silber als sie kauften, was die stärkste Netto-Liquidation seit dem Rekordabfluss von 32,2 Tonnen im April 2024 markiert. Diese Nettoverkäufe im Januar senkten die Gesamtmenge an Silber im Besitz von BullionVault-Nutzern um 2,2 Prozent auf 1.126,3 Tonnen – die geringste Menge seit November 2020, aber mit einem neuen Rekordwert von 3,1 Milliarden Euro.

Gold verzeichnete im Gegensatz dazu im Januar insgesamt nur geringe Nettoverkäufe, wobei BullionVault-Nutzer weniger als 32 Kilogramm liquidierten, was die gesamten Kundenbestände um 0,1 Prozent auf 43,5 Tonnen senkte. Während dies die geringste Menge seit Juni 2020 war, hatte sie einen neuen Rekordwert von mehr als 5,8 Milliarden Euro.

Westeuropa führt beim Neukunden-Boom

Da 9 von 10 Kunden aus Westeuropa und Nordamerika stammen, verzeichnete BullionVault im letzten Monat eine beispiellose Anzahl von Privatanlegern, die die Plattform zum ersten Mal nutzten. Die Zahl der Neukunden sprang im Vergleich zum Dezember um 122,5 Prozent an und übertraf den Monatsdurchschnitt von 2025 um 338,9 Prozent.

Die Zahl der neuen Nutzer aus Großbritannien übertraf ihren bisherigen Rekord vom August 2011 um 85,3 Prozent. Und während Deutschland seinen Rekord vom März 2020 um 8,2 Prozent verfehlte, übertraf die Eurozone als Ganzes jenen Monat um 31,9 Prozent. Die USA hingegen lagen 42,4 Prozent hinter ihrem Allzeithoch für neue Edelmetallinvestoren vom August 2011 und setzten damit ihre relative Underperformance im Vergleich zu Westeuropa fort.

Einen Überblick über den aktuellen Goldpreis finden Sie hier.

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