Qualitätsaktien vor Comeback? Amova AM sieht Chancen im Stilwechsel

Foto: Stock.Adobe.com/maurice norbert
Wird Stockpicking wieder zum Trend?

Seit mehr als einem Jahr meiden Investoren defensive Qualitätsaktien und setzen auf zyklische Werte. Das globale Aktienteam von Amova AM sieht Anzeichen, dass dieser Trend an Kraft verliert – und die Aktienauswahl wieder stärker in den Vordergrund rückt.

Seit über einem Jahr zeigen Anleger defensiven und hochwertigen Titeln die kalte Schulter. Das global Aktienteam von Amova AM erwartet eine Umkehr:

Die Abkehr von Qualität dürfte sich in der bisherigen Intensität nicht fortsetzen. Die relativen Bewertungen zwischen Qualität und Value haben sich inzwischen den historischen Normen angenähert, auch wenn sich Anzeichen für eine baldige Rückkehr zu hochwertigen Titeln nicht gerade aufdrängen. Da sich die Geldpolitik stabilisiert und sich das Gewinnwachstums über die Sektoren gleichmäßiger verteilen sollte, dürfte in diesem Jahr die Aktienauswahl – und nicht die Stilausrichtung – für die Renditen entscheidend sein.

Die Verlagerung von defensiven, sichereren Unternehmen hin zu zyklischeren Engagements dürfte ebenfalls an Schwung verlieren. Außerdem begünstigen sinkende Zinserwartungen ein Umfeld, das mit einem langsameren Wachstum und nachlassendem Inflationsdruck einhergeht.

Die Welle der KI-Ausgaben hat erhebliche Auswirkungen auf den freien Cashflow und die Kapitalrendite großer Investoren wie Meta Platforms. In vielen Fällen können und werden die führenden Akteure weiterhin hohe KI-Investitionen tätigen. Wie Microsoft-CEO Nadella festgestellt hat, hängt das Geschäftsmodell der Tech-Giganten von ihrer Fähigkeit ab, mit dem „Magnet” KI Kunden zu gewinnen und zu binden. Angeboten wird daher nicht ein KI-Modell, sondern die gesamte Bandbreite jedes Unternehmens. Diese existenzielle Notwendigkeit in Verbindung mit erheblichen Barreserven lässt darauf schließen, dass die hohen KI-Ausgaben anhalten werden. Wir bevorzugen die Nutznießer dieser Ausgaben, bei denen wachsende bzw. anhaltend hohe Cashflow-Renditen verfügbar sind, darunter Hitachi, Curtiss-Wright Corporation, Amphenol Corporation und ASM International.

In Bezug auf Alphabet, dessen Verkäufe von auf KI-Prozesse spezialisierten Prozessoren nur begrenzt einsehbar sind (Meta ist ein potenzieller Kunde) scheint das aktuelle Risiko-Ertrags-Verhältnis nach unten verzerrt zu sein. Die Skalierungsgesetze gelten weiterhin, d. h. die Leistung von NVIDIA-basierten Modellen dürfte sich deutlich verbessern und damit die Stimmung ändern. Wir sind davon überzeugt, dass die Wirtschaftlichkeit der Google-Suche unter erheblichem Druck steht.

Unser Fokus bleibt auf Unternehmen gerichtet, die in der Lage sind, kontinuierlich hohe Renditen auf das investierte Kapital zu erzielen und auszubauen. 2026 lässt auf ein weitaus günstigeres Umfeld für entsprechende Investments hoffen. Trotz schwankender Bedingungen glauben wir, dass die Identifizierung von Unternehmen mit robusten Wettbewerbsvorteilen, von der Fähigkeit, Renditen über Konjunkturzyklen hinweg zu erzielen, und von einer disziplinierten Kapitalallokation weiterhin der richtige Weg zu langfristigem Wertzuwachs ist.

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