Deutschlands Handelsüberschuss ist im Februar auf 19,8 Milliarden Euro gesunken. In den kommenden Monaten könnte sich das Blatt jedoch wieder wenden. Ein Waffenstillstand und fallende Ölpreise wirken wie ein Konjunkturprogramm. Als großer Netto-Importeur von Energie profitiert Deutschland gleich doppelt, durch sinkende Importkosten und eine bessere Wettbewerbsfähigkeit der Exporte.
Der Ölpreis ist zuletzt deutlich gefallen, Brent notiert am Donnerstagmorgen bei rund 97 US-Dollar. Allerdings lohnt sich der Blick zurück, im Dezember lag der Preis noch zeitweise unter 60 US-Dollar. Ein vollständiger Reset ist unwahrscheinlich, zumal die Phase hoher Energiepreise bereits Spuren hinterlassen hat. Dennoch sorgen sinkende Preise für spürbare Entlastung.
Wenn die Ölpreise weiter fallen, dürften Anleger verstärkt auf Transport- und Logistikwerte wie Lufthansa und DHL schauen. Auch Industrie- und Chemieunternehmen wie BASF oder Continental dürften von niedrigeren Produktionskosten profitieren. Gleichzeitig könnte das Vertrauen in zyklische Konsumwerte zurückkehren, etwa bei Automobilaktien. Auf die Watchlist gehören auch Technologiewerte wie SAP und Infineon. Voraussetzung bleibt ein anhaltender Risk-on-Modus und damit vor allem das Ausbleiben einer erneuten Eskalation.
Autor Maximilian Wienke ist Marktanalyst bei eToro.












