Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment: Die Einigung zwischen den Regierungsparteien zum neuen Altersvorsorgedepot ist grundsätzlich zu begrüßen. Insbesondere die Aufnahme der Selbstständigen ist ein Paradigmenwechsel. Positiv zu bewerten sind die sozialpolitischen Änderungen mit der Erhöhung der Grundzulage und die Anhebung der Kinderzulage.
Vollkommen unverständlich ist allerdings der Plan, dass der Staat ausgerechnet in der Säule der privaten Altersvorsorge ein Standardprodukt anbietet. Dies führt zu einer massiven Wettbewerbsverzerrung. Ob der Staat dem Sparer ohne eine Quersubventionierung der Kosten für Verwaltung und Vertrieb mehr Geld für seine Altersvorsorge erwirtschaften kann, darf bezweifelt werden. Zudem müssten bürokratische Strukturen aufgebaut werden, um die Komplexität des Altersvorsorgemarkts abbilden zu können. Von staatlichen Interessenskonflikten ganz zu schweigen.
Dass ein ausschließlich online angebotenes Standardprodukt ohne Beratung nicht zielführend ist, zeigt eine aktuelle Umfrage. Knapp drei Viertel der Deutschen kennt sich beim Thema Altersvorsorge nicht aus und mehr als die Hälfte wünscht sich bei dem Thema die Unterstützung durch einen Berater.
Nichtsdestrotz freut es uns, dass unsere jahrelangen Bemühungen, die Riester-Rente zu reformieren, nun endlich auf die Zielgrade kommt. Mit vielen Punkten des Gesetzesentwurfs sind wir als einer der größten Asset Manager Deutschlands und größter Riester-Anbieter zufrieden. Wir können nun attraktive Produkte anbieten und einen Mehrwert im Altersvorsorgemarkt schaffen – auch ohne staatliche Eingriffe in der 3. Säule.












