Die Nachfrage nach Immobilien der sozialen Infrastruktur dürfte in den kommenden Jahren deutlich zunehmen. Das zeigt eine Trendumfrage der Real Blue Kapitalverwaltungs-GmbH, Investmentmanager der Drees & Sommer Gruppe, unter institutionellen Investoren und Asset Managern, an der 18 Unternehmen teilgenommen haben, die überwiegend Immobilienvermögen im Milliardenbereich verwalten.
Demnach erwarten 78 Prozent der Befragten eine steigende Nachfrage nach Seniorenwohn- und Gesundheitsimmobilien in den nächsten fünf bis zehn Jahren. Zwei Drittel gehen sogar von einer stark steigenden Entwicklung aus.
Parallel dazu bleibt die Investitionsbereitschaft hoch. Für die kommenden drei bis fünf Jahre rechnen 44 Prozent der Teilnehmer mit einer stabilen und rund 50 Prozent mit einer steigenden Investitionsdynamik in diesem Segment. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass soziale Infrastruktur zunehmend als verlässlicher Bestandteil institutioneller Portfolios wahrgenommen wird.
Besonders im Fokus stehen dabei spezifische Nutzungsarten. Ärztehäuser und medizinische Versorgungszentren werden von 67 Prozent der Befragten als besonders relevant eingestuft. Auch altersgerechte Wohnformen mit Serviceangeboten sowie Quartierslösungen mit integrierter Gesundheitsversorgung gewinnen an Bedeutung.
Demografischer Wandel treibt Nachfrage
„Der demografische Wandel ist längst kein abstraktes Zukunftsthema mehr, sondern prägt bereits heute die Nachfrage auf den Immobilienmärkten“, sagt Michael Eisenmann, Geschäftsführer von Real Blue. „Die Generation der Babyboomer tritt zunehmend in den Ruhestand ein. Diese Altersgruppe hat neue Ansprüche hinsichtlich Wohnqualität, Selbstbestimmung und urbanes Leben. Hier gilt es für die Immobilienwirtschaft, die passenden Angebote für diese Zielgruppe zu schaffen. Senior Living entwickelt sich damit zu einem zentralen Baustein sozialer Infrastruktur und zu einer stabilen Anlageklasse für Investoren.“
Die steigende Lebenserwartung und veränderte Wohnpräferenzen im Alter führen dazu, dass klassische Pflegeimmobilien zunehmend durch differenzierte Wohn- und Versorgungskonzepte ergänzt werden. Investoren reagieren darauf mit einer breiteren Diversifikation innerhalb des Segments.
Gleichzeitig zeigt die Umfrage, dass neben der Nachfrageentwicklung auch strukturelle Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle spielen. Insbesondere Betreiberkonzepte und langfristige Nutzungsperspektiven rücken stärker in den Fokus der Investitionsentscheidungen.
Komplexität bleibt zentrale Herausforderung
Trotz der positiven Markteinschätzung sehen viele Investoren weiterhin Hürden. Als größte Herausforderung nennen 67 Prozent der Befragten die Komplexität im Betrieb und Management entsprechender Immobilien. Hinzu kommen steigende Bau- und Investitionskosten, die von 50 Prozent als wesentliches Hemmnis bewertet werden.
Auch auf der Transaktionsseite bleibt Bewegung im Markt. Zwei Drittel der Teilnehmer planen innerhalb der nächsten sechs Monate Immobilienankäufe. Gleichzeitig erwägen mehr als die Hälfte Verkäufe aus dem Bestand, häufig im Zuge strategischer Portfoliobereinigungen.
Die zugrunde liegende Umfrage „Ausblick Soziale Infrastruktur“ wurde im Februar 2026 durchgeführt.











