Stimmungswandel bei Büroinvestments – Südeuropa vorne, Deutschland holt auf

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Symbolbild.

Investoren blicken wieder optimistischer auf europäische Büroimmobilien. Laut Savills rückt die Objektqualität stärker in den Fokus, während konjunkturelle Perspektiven und stabile Renditen für neue Impulse sorgen. Besonders Südeuropa steht hoch im Kurs – doch auch Deutschland gewinnt an Attraktivität.

Die Stimmung institutioneller Investoren gegenüber europäischen Büroimmobilien hellt sich auf. Das zeigt eine aktuelle Analyse von Savills unter Verweis auf die jüngste INREV-Umfrage zur Anlegerstimmung im vierten Quartal 2025. Demnach agieren Investoren zunehmend sektorunabhängiger und richten ihren Fokus stärker auf die Qualität einzelner Objekte, um stabile Renditen zu erzielen.


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Besonders gefragt sind derzeit südeuropäische Märkte. Gleichzeitig hat sich die Einschätzung Deutschlands in den vergangenen Monaten deutlich verbessert. Themen wie Homeoffice-Quoten oder die strukturelle Überalterung von Büroflächen spielen in den Diskussionen eine geringere Rolle als noch vor 12 bis 24 Monaten. Die grundsätzliche Ankaufbereitschaft nimmt wieder zu.

Konjunktur stützt Büroinvestments

Hintergrund ist unter anderem ein freundlicherer Konjunkturausblick. Oxford Economics prognostiziert für die Eurozone ein Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent im Jahr 2026 und 1,6 Prozent im Jahr 2027. Für Mittel- und Osteuropa sowie Südeuropa erwarten die Volkswirte 2026 die höchsten Wachstumsraten in Europa. Treiber sind eine stärkere Binnennachfrage und steigende Investitionen. Auch für Westeuropa verbessern sich die Perspektiven. Für Deutschland wird für 2027 ein BIP-Wachstum von über zwei Prozent in Aussicht gestellt.

Am Investmentmarkt zeigen sich die Renditen für erstklassige Büroimmobilien stabil. Im vierten Quartal 2025 liegen die durchschnittlichen Spitzenrenditen in Europa bei 4,9 Prozent. In München, Hamburg und Prag gehen die Renditen jeweils um zehn Basispunkte zurück, während sie in Bukarest um 20 Basispunkte steigen.

Für Vermieter verbessert sich zugleich die Verhandlungsposition. Mike Barnes, Director European Commercial Research bei Savills, sagt: „Mieter werden treuer und entscheiden sich für Mietvertragsverlängerungen, da es an gut gelegenen Büroflächen in Toplage mangelt und die Kosten für die Ausstattung in den letzten fünf Jahren um durchschnittlich 67 Prozent gestiegen sind. Vermieter können daher bei Mietvertragsverlängerungen Mietsteigerungen erzielen, was zu einem realen Mietwachstum führt und mehr Käufer für erstklassige Immobilien anzieht. Angesichts der geringen Bautätigkeit erwarten wir für 2026 einen Anstieg der durchschnittlichen Spitzenmieten um 3,7 Prozent.“

Deutschland rückt wieder in den Fokus

Auch auf der Kapitalseite zeichnet sich Bewegung ab. James Burke, Director Global Cross Border Investment bei Savills, sagt: „Die Stimmung der Investoren ändert sich. Wir beobachten beispielsweise bereits ein deutlich gestiegenes Interesse an Deutschland, das durch die Erwartungen einer Erholung der Wirtschaft im Jahr 2026 gestützt wird. Attraktivere Fremdkapitalkosten ziehen einen größeren Kreis von Investoren an, und wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr eine weitere Erholung des Investitionsvolumens in Europa sehen werden.“

Nach Einschätzung von Karsten Nemecek, Deputy CEO Germany und verantwortlich für den Bereich Capital Markets bei Savills, trifft das zunehmende Interesse internationaler Investoren am deutschen Markt auf eine wachsende Verkaufsbereitschaft heimischer Bestandshalter. „Diese Konstellation führte zuletzt zwar zu einer Stabilisierung, jedoch nicht zu einer spürbaren Belebung der Transaktionszahlen. Für mehr Dynamik müssen sich die Preiserwartungen der Parteien weiter annähern. Dass viele Eigentümer bei einem etwaigen Verkauf ihre nicht marktgerechten Buchwerte erreichen müssen, während Investoren auf Preisabschläge hoffen, trägt weiterhin maßgeblich zur geringen Liquidität am Büroinvestmentmarkt bei“, sagt er.

Quelle: Savills

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