In der deutschen Arbeitswelt zeigt sich ein deutlicher Generationenunterschied beim Thema Stress. Laut einer repräsentativen Studie von Swiss Life Deutschland leidet fast jeder zweite Angehörige der Generation Z unter hohem Stress. 48 Prozent der zwischen 1997 und 2007 Geborenen geben eine starke Belastung an. Bei den Babyboomern sind es 20 Prozent.
Insgesamt berichten 82 Prozent aller Befragten, in den vergangenen drei Monaten mindestens eine stressbedingte Beschwerde erlebt zu haben. Am häufigsten nennen sie Kopfschmerzen mit 55 Prozent, Schlafstörungen mit 48 Prozent sowie innere Unruhe mit 47 Prozent. Zu den wichtigsten Stressfaktoren zählen Leistungsdruck mit 40 Prozent, Überforderung mit 39 Prozent sowie Zeitdruck und Überstunden mit jeweils 39 Prozent.
Auch Millennials und die Generation X berichten von hohen Belastungen. 45 Prozent der Millennials und 39 Prozent der Generation X stufen ihr Stresslevel als hoch ein. Die Daten basieren auf einer Online-Befragung von 2.004 Personen, die im Oktober 2025 durchgeführt wurde und repräsentativ für die Bevölkerung ab 18 Jahren ist.
Moderne Arbeitsformen werden je nach Generation unterschiedlich bewertet. 37 Prozent der Generation Z empfinden Homeoffice und flexible Arbeitszeiten als stressreduzierend. Bei den Babyboomern teilen nur 17 Prozent diese Einschätzung.
Insgesamt sehen 73 Prozent derjenigen, die im Homeoffice arbeiten können, darin eine Hilfe zur Stressbewältigung. Besonders jüngere Beschäftigte schätzen den Wegfall des Arbeitswegs mit 25 Prozent, eine bessere Work-Life-Balance mit 23 Prozent und eine ruhigere Arbeitsumgebung mit 17 Prozent.
Kritischer äußern sich Teile der älteren Generationen. Unter den Befragten, die moderne Arbeitsformen als belastend empfinden, nennen Angehörige der Generation X und der Babyboomer vor allem die ständige Erreichbarkeit mit 44 Prozent. Hinzu kommen zu viel Arbeit mit 17 Prozent und zunehmender Arbeitsdruck mit 16 Prozent.
Dirk von der Crone, CEO von Swiss Life Deutschland, sagt: „Neue Arbeitskonzepte bieten für viele Menschen eine gewisse Freiheit und Flexibilität, ihren Alltag zeitlich selbstbestimmt zu gestalten. Gleichzeitig erwächst daraus aber auch mehr Eigenverantwortung. Dabei bewerten die Generationen diese modernen Arbeitsformen und auch ihr damit verbundenes Stresslevel sehr unterschiedlich. Insbesondere Arbeitgeber stellt das vor die Herausforderung, die verschiedenen Bedürfnisse der Mitarbeitenden zu koordinieren.“
Mit Blick auf die betriebliche Gesundheitsförderung zeigt die Studie deutliche Defizite. Nur 20 Prozent der Erwerbstätigen fühlen sich über Angebote ihres Arbeitgebers zur Stressreduktion gut informiert. 23 Prozent geben an, dass ihr Arbeitgeber keinerlei entsprechende Maßnahmen anbietet. Dort, wo Angebote existieren, beschränken sie sich häufig auf flexible Arbeitszeiten mit 35 Prozent und Homeoffice-Regelungen mit 31 Prozent. Zwölf Prozent der Befragten haben Zugang zu Mental-Health-Programmen, elf Prozent zu psychologischer Beratung.













