Tomas Peeters, Bilthouse-Gruppe: „Der Staat ist nicht der beste Bauherr“

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Tomas Peeters, Baufi24

Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) will eine bundeseigene Wohnungsbaugesellschaft aufbauen. Was kann eine solche Gesellschaft wirklich leisten – und was nicht? Ein Kommentar von Tomas Peeters, CEO der Bilthouse-Gruppe.

Der politische Wille, den Wohnungsmarkt zu entlasten, ist da. Das zeigt der Vorstoß der Bundesbauministerin Verena Hubertz, die eine bundeseigene Wohnungsbaugesellschaft aufbauen will. Jede zusätzliche Initiative, die bezahlbaren Wohnraum schafft, ist grundsätzlich zu begrüßen. Wir brauchen Wohnungen, die sich die Menschen leisten können, und auch Wohnungen, die staatlich gefördert werden.


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Aber wir sollten ehrlich bleiben: Ein neuer, staatlicher Projektentwickler allein wird die strukturellen Probleme im Wohnungsbau nicht lösen. Es braucht mutige Reformen. Denn auch eine staatliche Wohnbaugesellschaft steht vor den gleichen Herausforderungen wie alle anderen:

  1. Die Genehmigungsprozesse sind unnötig kompliziert und dauern viel zu lange.
  2. Material- und Finanzierungskosten sind massiv gestiegen. Bauen ist so teuer geworden, dass es sich häufig kaum noch lohnt.
  3. An allen Ecken und Enden fehlen Fachkräfte.
  4. Bürokratie und Regulierung machen allen am Bau- und Planungsprozess Beteiligten das Leben unnötig schwer, kosten Geld und Zeit.

Bezahlbarer Wohnraum wird nur dann entstehen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen – unabhängig davon, wer baut. Es braucht schnellere Verfahren, verlässliche Förderungen, Anreize für Fachkräfte und echte Entlastung bei Baukosten, Bürokratie und Regulierung. Ob Bürokratieabbau durch mehr Staat gelingt, ist zumindest fraglich.

Was es auch braucht: Vertrauen in die Privatwirtschaft. Der Staat ist nicht der beste Bauherr. Er kann – und muss – Impulse setzen, auch für sozialen Wohnungsbau. Die Umsetzung jedoch sollte in der Privatwirtschaft verantwortet werden. Dort finden wir gewachsene Kompetenz, die es braucht, um auch komplexe Projekte effizient in die Tat umzusetzen.

Zu einer echten Lösung finden wir nur, wenn alle – Politik, Kommunen, Bauwirtschaft, Finanzierer und Investoren – an einem Strang ziehen, ihre eigene Expertise einbringen und den Willen zeigen, eingefahrene, ineffiziente Strukturen aufzubrechen.

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