UniCredit hat heute ein Übernahmeangebot für die Commerzbank bekanntgegeben, das vollständig in Aktien erfolgt und mit 30,80 Euro je Aktie bewertet ist – rund vier Prozent über dem aktuellen Kurs. Was Experten von dem Schritt halten.
Filippo Alloatti, Head of Financials Credit bei Federated Hermes Limited: „Das Angebot der UniCredit soll Anfang Mai unterbreitet werden und für vier Wochen gültig sein. UniCredit unterstreicht, dass die Transaktion darauf abzielt, die 30‑Prozent-Beteiligungsschwelle zu überschreiten, ohne die nach dem deutschen Übernahmegesetz vorgesehenen Kontrollpflichten auszulösen.
Derzeit hält UniCredit 26 % der Commerzbank-Anteile direkt, weitere 4 % über Total-Return-Swaps. Mit dem öffentlichen Kaufangebot entfällt für die Bank die Notwendigkeit, ihre Beteiligung laufend zu reduzieren, um unterhalb der Pflichtangebotsgrenze zu bleiben, sodass sie nach Abschluss der Transaktion ihren Anteil über den öffentlichen Markt weiter ausbauen kann.
UniCredit macht deutlich, dass sie nicht die Kontrolle über die Commerzbank anstrebt und ihre Beteiligung nach der Eigenkapitalmethode bilanziert. So bleiben die Auswirkungen auf das Kapital begrenzt, im Gegensatz zu den geschätzten 200 Basispunkten auf das CET1-Kapital, die bei einer vollständigen Übernahme entstanden wären.
Gleichzeitig verschafft die heutige Ankündigung UniCredit mehr Flexibilität bei der Verwaltung ihrer Beteiligung und erhöht den Druck auf das Commerzbank-Management sowie die deutsche Regierung, sich aktiv in den Prozess einzubringen.“












