Ein beiläufiger Austausch im US-Fernsehen hat die Debatte über eine mögliche Bitcoin-Strategie der Vereinigten Staaten neu angefacht. Wie das Finanz- und Börsenmedium TheStreet berichtet, brachte CNBC-Moderator Jim Cramer in einer Live-Sendung die Möglichkeit ins Spiel, der Präsident könne Bitcoin erwerben, um eine nationale strategische Reserve aufzubauen.
Die Spekulationen fielen in eine Phase erhöhter Marktunsicherheit. Die Kurse der führenden Kryptowährungen schwankten zuletzt deutlich, Investoren reagieren sensibel auf makroökonomische Signale. Vor diesem Hintergrund reichten Cramers Andeutungen aus, um in sozialen Medien eine Welle an Reaktionen auszulösen.
In der Sendung „Squawk on the Street“ wurde Cramer gefragt, ob der Präsident plane, „die Bitcoin-Reserve aufzufüllen“. Eine offizielle Bestätigung für entsprechende Pläne gibt es jedoch nicht. Keine US-Behörde hat bislang angekündigt, Bitcoin am freien Markt erwerben zu wollen. Vertreter des Finanzministeriums betonen wiederholt einen zurückhaltenden, nicht eingreifenden Ansatz.
US-Bestände stammen überwiegend aus Beschlagnahmungen
Tatsächlich verfügt die US-Regierung über erhebliche Bitcoin-Bestände. Diese resultieren jedoch vor allem aus straf- und zivilrechtlichen Vermögenseinziehungen, etwa im Zusammenhang mit Darknet-Marktplätzen, Betrugsfällen oder der Durchsetzung von Sanktionen.
Das Justizministerium weist darauf hin, dass beschlagnahmte Kryptowährungen als Staatseigentum gelten. Nach Abschluss der Gerichtsverfahren werden sie in der Regel gehalten oder versteigert. Ein aktiver Handel oder der gezielte Aufbau einer strategischen Reserve findet demnach nicht statt.
Eine konsolidierte, offizielle Übersicht über sämtliche staatlichen Bitcoin-Bestände veröffentlicht die US-Regierung nicht. Öffentliche Gerichtsunterlagen zeigen, dass allein aus einem einzelnen Einziehungsverfahren mindestens 127.000 Bitcoin stammen. Blockchain-Daten legen nahe, dass weitere Bestände aus früheren Beschlagnahmungen hinzukommen.
On-Chain-Daten zeigen keine neuen Käufe
Das Blockchain-Analyseunternehmen Arkham Intelligence ordnet staatlichen US-Stellen Wallets mit zusammen rund 328.000 Bitcoin zu. Diese Einschätzung basiert auf On-Chain-Analysen und stellt keine offizielle Bilanz dar.
Nach Angaben von Arkham haben sich diese Bestände in den vergangenen Wochen kaum verändert. On-Chain-Hinweise auf neue Akkumulationen, die auf aktive Käufe durch staatliche Stellen hindeuten würden, liegen demnach nicht vor.
Parallel dazu gerieten die Kryptomärkte zuletzt unter Druck. Bitcoin fiel zeitweise von Kursen in der Mitte der 70.000-Dollar-Spanne auf nahezu 60.000 US-Dollar und markierte damit den niedrigsten Stand seit Ende 2024, bevor eine teilweise Erholung einsetzte.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte Bitcoin bei 68.852,98 US-Dollar und damit 2,19 Prozent niedriger als 24 Stunden zuvor. Ether lag bei 2.029,90 US-Dollar mit einem Minus von 3,48 Prozent, XRP bei 1,3900 US-Dollar mit einem Rückgang von 3,36 Prozent.














