Candriam sieht das globale Umfeld für Anleiheinvestoren weiterhin als tragfähig an. Gleichwohl habe sich die Risikobalance entlang der Zinskurven spürbar verändert, erläutert Nicolas Jullien, Global Head of Fixed Income. Vor diesem Hintergrund justiert der Asset Manager seine Allokation in mehreren Segmenten.
In den USA wird die zuvor taktisch übergewichtete Duration wieder neutral gesteuert. Fünfjährige Treasuries stuft Candriam auf neutral zurück. Gleichzeitig wird die Steepener-Position geschlossen, indem 30-jährige Laufzeiten von Untergewicht auf neutral angehoben werden. Bevorzugt bleibt ein Engagement in Realzinsen, um Durationsrisiken abzubilden. Hintergrund sind asymmetrische Inflationsrisiken, etwa durch Zollweitergaben oder fiskalische Impulse, sowie gestiegene Break-evens.
Europa mit moderater Übergewichtung
Im Euroraum hält Candriam an einer moderaten Übergewichtung von Staatsanleihen fest. Die Einschätzung stützt sich auf fortschreitende Disinflation, stabile geldpolitische Erwartungen und einen aus Sicht des Hauses attraktiven Carry.
Strukturell favorisiert Candriam weiterhin eine Versteilerung im Segment zwischen zehn und 30 Jahren. In der Länderallokation bleibt Spanien bevorzugt. Selektiv sieht das Haus Chancen in Mittel- und Osteuropa, darunter Slowenien, die Slowakei und Bulgarien. Belgien wird weiterhin negativ eingeschätzt, Frankreich bleibt neutral gewichtet.
Schwellenländer: Mehr Selektion, Fokus auf Carry
Bei Schwellenländer-Staatsanleihen in Hartwährung sind die Spreads historisch eng. Zusätzliche Kompressionsgewinne erscheinen daher begrenzt. Attraktiver bewertet Candriam Unternehmensanleihen aus Schwellenländern, die einen Renditeaufschlag gegenüber US-Pendants bieten.
Zudem rücken Lokalwährungsanleihen in den Fokus. Sie könnten von einem schwächeren US-Dollar und geldpolitischem Spielraum in den jeweiligen Ländern profitieren. Insgesamt setzt Candriam hier stärker auf Carry und gezielte Selektion.
Währungen und Credits differenziert gewichtet
Der Short-US-Dollar-Bias bleibt bestehen. Den japanischen Yen hält Candriam weiterhin long und sieht ihn als mittelfristig attraktive Diversifikation. Im britischen Pfund bleibt das Haus short positioniert. Innerhalb der G10-Währungen wurde taktisch umgeschichtet: Long im neuseeländischen Dollar, Short im Schweizer Franken. In der schwedischen und norwegischen Krone wurden nach der starken Performance Gewinne mitgenommen.
Bei Unternehmensanleihen bleibt Euro-Investment-Grade konstruktiv eingeschätzt, getragen von Carry und soliden Fundamentaldaten. US-Investment-Grade wird auf neutral zurückgenommen. High Yield beurteilt Candriam vorsichtiger, da die aktuellen Spreads strukturelle Risiken nur begrenzt kompensieren. Innerhalb der Finanzanleihen bleibt EUR-AT1 ein bevorzugtes Carry-Segment. Bei Wandelanleihen zeigt sich Candriam nach der jüngsten Neubewertung wieder konstruktiver.









