ImmoScout24 „Wohnbarometer“: Warum Käufer trotz stabiler Preise zögern

Foto: ImmoScout24/Evoto/Konstantin Gastmann
Gesa Crockford, ImmoScout24: „Für den weiteren Jahresverlauf erwarten wir eine Seitwärtsbewegung der Preise.“

Der Kaufmarkt für Wohnimmobilien zeigt sich zum Jahresauftakt robust, doch die Nachfrage schwächelt spürbar. Vor allem wirtschaftliche und geopolitische Risiken bremsen viele Kaufinteressierte aus. Gleichzeitig deuten einzelne Segmente auf eine vorsichtige Erholung hin.

Der deutsche Markt für Wohneigentum ist mit weitgehend stabilen Preisen in das Jahr 2026 gestartet. Nach Daten des ImmoScout24 „Wohnbarometers“ bleibt der Kaufmarkt insgesamt in ruhigem Fahrwasser, auch wenn die Nachfrage im ersten Quartal deutlich nachgibt. In den Metropolen sinken die Anfragen nach Wohneigentum gegenüber dem Vorquartal um rund acht Prozent, im Umland um fünf Prozent. Auch in kreisfreien Städten und im ländlichen Raum fällt das Minus mit jeweils acht Prozent spürbar aus.


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Zum Ende des Quartals zeigt sich jedoch eine Gegenbewegung. In Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt am Main steigt die Nachfrage im März um rund sieben Prozent. Als möglicher Treiber gilt das weiterhin vergleichsweise günstige Zinsniveau, das einige Kaufinteressierte noch sichern wollen.

„Viele Kaufinteressierte warten derzeit wegen der wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten ab“, sagt Dr. Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24. „Der Nachfrageanstieg im März ist aus unserer Sicht kurzfristig zur Sicherung noch niedrigerer Zinsen. Für den weiteren Jahresverlauf erwarten wir eine Seitwärtsbewegung der Preise.“

Bestandswohnungen mit etwas mehr Dynamik

Am stärksten ziehen im ersten Quartal die Angebotspreise für Bestandswohnungen an. Bundesweit steigen sie um 1,4 Prozent auf 2.610 Euro pro Quadratmeter. In den acht größten Metropolen fällt das Plus mit durchschnittlich 1,1 Prozent etwas geringer aus. Besonders deutlich legen Köln mit 2,3 Prozent auf 4.441 Euro und Leipzig mit 1,4 Prozent auf 3.034 Euro pro Quadratmeter zu. Auch Berlin verzeichnet mit 1,1 Prozent einen spürbaren Anstieg. München bleibt mit 0,3 Prozent zwar am ruhigsten, liegt mit 8.288 Euro pro Quadratmeter aber weiter auf dem höchsten Preisniveau unter den Metropolen.

Im Jahresvergleich zeigen ebenfalls Köln mit 6,5 Prozent, Leipzig mit 5,5 Prozent und Berlin mit 5,4 Prozent die stärkste Dynamik bei Bestandswohnungen. Stuttgart bildet mit 0,9 Prozent das Schlusslicht. Im Neubausegment bleibt die Entwicklung dagegen deutlich verhaltener. Bundesweit steigen die Preise für Eigentumswohnungen nur um 0,1 Prozent auf 4.139 Euro pro Quadratmeter. In den Metropolen fällt das Plus mit 0,8 Prozent etwas höher aus. Leipzig sticht mit 2,1 Prozent hervor, Frankfurt am Main mit 1,3 Prozent auf 7.362 Euro und Düsseldorf mit 1,5 Prozent. In Berlin bleiben die Preise unverändert, in Köln, München und Stuttgart bewegt sich der Anstieg mit jeweils 0,2 Prozent kaum vom Fleck.

Auch bei Einfamilienhäusern zeigt sich ein stabiles Bild. Im Bestand steigen die Preise bundesweit um 0,8 Prozent, in den Metropolen bleibt die Entwicklung dagegen verhalten. Im Jahresvergleich wachsen die Preise in Hamburg und Leipzig um jeweils 3,4 Prozent. Im Neubau geben die Hauspreise bundesweit leicht um 0,1 Prozent nach. Köln verzeichnet mit 1,6 Prozent den stärksten Quartalsanstieg, während die übrigen Metropolen zwischen minus 0,2 und plus 0,4 Prozent liegen. Auf Jahressicht führen Berlin mit 5,0 Prozent und Hamburg mit 3,5 Prozent, während Frankfurt am Main mit minus 1,5 Prozent die schwächste Entwicklung zeigt.

Quelle: Immoscout24/Johanna Fitschen

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