Vorsicht vor den Optimisten

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Was gilt für Anleger: Eher mehrheitlich positiv oder negativ?

Prognosen sind bekanntlich besonders schwierig, wenn sie die Zukunft betreffen. Wie schwierig sie sind, zeigt eine Analyse von Sven Lehmann, HQ Trust.

Der Fondsmanager des HQT Global Quality Dividend wollte wissen, ob Privatanleger oder Profis die größeren Optimisten sind und ob sie mit ihren Einschätzungen richtig liegen. Seine Untersuchung bezieht sich auf den Zeitraum von 1987 bis heute.

Bull-Bear-Spread als Basis

Grundlage für Sven Lehmanns Berechnungen ist der Bull-Bear-Spread, für den er die Prozentzahl der negativ gestimmten Investoren von den Optimisten abzieht. Bei den Profis nutzt er dazu die Umfrage von Investor Intelligence, die sich aus den Empfehlungen von über 130 unabhängigen Börsennewslettern ableitet. Bei den Privatanlegern verwendet der Wirtschaftsmathematiker die Daten aus der Umfrage der American Association of Individual Investors. Beide Umfragen werden wöchentlich veröffentlicht. Weil es im Schnitt immer mehr Optimisten als Pessimisten sind, bildet Sven Lehmann drei Sentiment-Klassen: überdurchschnittlich positiv, unterdurchschnittlich positiv, negativ.

  • „In den vergangenen 33 Jahren waren die Profis deutlich optimistischer als die Privatanleger. In 85 Prozent der Fälle gingen sie von steigenden Kursen aus, bei Privaten traf das nur auf gut zwei Drittel der Fälle zu.“
  • „Auch bei der ‚Optimismus-Stärke‘ liegen die Profis klar vorne: Im Schnitt gab es bei ihnen 17,3 Prozentpunkte mehr Bullen als Bären. Bei den Privaten liegt dieser Bull-Bear-Spread nur bei 7,3 Punkten.“

Ob sich Private und Profis von Markttrends beeinflussen lassen, zeigt der Blick in den Rückspiegel: 

  • „Schaut man auf die mittlere durchschnittliche logarithmische Entwicklung des S&P 500 einen Monat vor der Umfrage zeigt sich, dass die Anleger besonders optimistisch waren, wenn es davor an der Börse gut lief.“
  • „Überdurchschnittlich positiv gestimmt waren sowohl Private als auch Profis, wenn die Kurse überdurchschnittlich stark zugelegt hatten. War die Kursentwicklung dagegen unterdurchschnittlich, traf das auch auf die Stimmung der Investoren zu.“
  • „Die gleichen Ergebnisse zeigen sich bei einer Analyse der vergangenen zwölf Wochen.“

Inwieweit Optimisten und Pessimisten mit ihren Einschätzungen richtig lagen, verrät der Blick nach vorne: 

  • „Der Blick auf die nächsten 4 Wochen nach der Umfrage zeigt, dass beide Seiten mit ihren Einschätzungen im mittel daneben lagen.“
  • „Waren Private und Profis negativ gestimmt, erzielte der S&P mit einem Plus von 2,15 Prozent sein bestes Ergebnis im Vergleich zum historischen Vergleichswert. Waren beide überdurchschnittlich positiv, lag dieser Wert lediglich bei 0,11 Prozent.“

Aktuell sind Privatanleger und Profis überdurchschnittlich positiv gestimmt.

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