Bilanz 2020: Auch die Bayerische übertrifft Erwartungen

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Dr. Herbert Schneidemann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Aktuarvereinigung und Vorstandsvorsitzender der Versicherungsgruppe Die Bayerische

Das Geschäftsjahr 2020 verlief für den Versicherungskonzern die Bayerische trotz der Corona-Krise sehr erfolgreich: Die Beitragseinnahmen stiegen gegenüber 2019 abermals. Auch bei der Anzahl der Kunden vermeldete der Versicherer ein Plus um rund 10 Prozent auf 990.000. Für das erste Quartal 2021 rechnet der Versicherer mit dem Überspringen der Millionen Marke.

Bei der BL, die Bayerische Lebensversicherung, stiegen die gebuchten Beiträge um 23 Prozent von 275 Millionen Euro auf 338 Millionen Euro und bei der BA, die Bayerische Allgemeine Versicherung, um 14 Prozent von 156 Millionen Euro auf 178 Millionen Euro. Für die Gruppe insgesamt stiegen, – vorbehaltlich des finalen Bilanzabschlusses – die Brutto-Beitragseinnahmen auf über 620 Millionen Euro (Vorjahr 607 Millionen Euro). Ein Plus von gut zwei Prozent.  

Ein Plus von zwei Prozent

Im Marktvergleich haben sich laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die laufenden Beiträge bei der Lebensversicherung voraussichtlich um ein Prozent verringert, während die Einmalbeiträge um 0,4 Prozent anstiegen. Im Bereich der Kompositversicherung dürfte der Markt nach erster Einschätzung des GDV um 2,1 Prozent. In beiden Sparten entwickelt sich die Bayerische insgesamt besser als der Markt.

Resilienz in Krisenzeiten

„Die Bayerische hat ihre ambitionierten Wachstumsziele für 2020 erreicht und zeigt mit den erfreulichen Geschäftsergebnissen, dass sie gerade auch in Krisenzeiten resilient aufgestellt ist. Wir werden unsere Planung des Jahresüberschusses deutlich übertreffen und nahe dem Niveau des Vorjahres liegen“, sagt Dr. Herbert Schneidemann, Vorstandsvorsitzender der Versicherungsgruppe die Bayerische.

Damit soll die Eigenkapitalbasis gestärkt werden. „Wir planen auch im Geschäftsjahr 2021 mit weiterem Wachstum, bereiten uns aber gleichsam auch auf weitere wirtschaftliche Folgen der Corona-Krise vor“, so Schneidemann weiter.

Aufgrund der Coronakrise hat die Versicherungsgruppe im vergangenen Jahre die Investitionen in Prozesse, Digitalisierung und Personal deutlich verstärkt. Das Investment in IT betrug 2020 nach Konzernangabe mehr als 19 Millionen Euro und hat sich im Vergleich zu 2019 verdreifacht.

Weniger Aktien und mehr alternative Kapitalanlagen

Bei den Kapitalanlagen wurde nach Aussage von Vorstand Thomas Heigl bereits 2019 das Aktienexposure deutlich reduziert. Dafür wurde verstärkt in alternative Kapitalanlagen investiert. Daher zeige sich das Portfolio sehr widerstandsfähig bei Marktschwankungen, so Heigl.

Die ausgewogene und langfristige Kapitalanlagestrategie zahle sich gerade in Krisenzeiten wie aktuell unter Corona aus, betont der Vorstand. Bei der Muttergesellschaft stiegen die stillen Reserven im Vergleich zum Vorjahr um rund 50 Millionen Euro und liegen nun bei fast 17 Prozent des Buchwerts der Kapitalanlagen.

Positiv lief das abgelaufene Geschäftsjahr vor allem für die operative Lebensversicherungs-Tochter BL die Bayerische Lebensversicherung AG. Neben dem starken Beitragswachstum stieg auch die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen auf 5,2 Prozent (Vorjahr: 5,1 Prozent).

Pangea Life mit deutlichem Wachstum

Die Beitragssumme der nachhaltigen Markenlinie der Bayerischen, Pangaea Life, stieg im abgeschlossenen Geschäft deutlich um 56 Prozent auf 126,8 Millionen Euro (Vorjahr: 81,4 Millionen Euro). Das Fondsvolumen konnte einen enormen Anstieg verzeichnen und liegt nun bei 244 Millionen Euro. Für 2021 legt die Bayerische einen Schwerpunkt auf den weiteren Ausbau der Pangaea Life Fonds-Familie.

Auch die Komposit-Tochter BA die Bayerische Allgemeine Versicherung schaffte zwar bei den gebuchten Brutto-Beitragseinnahmen ein Plus, liegt aber beim statistischen Jahresbeitrag für das Neugeschäft in Komposit der Bayerischen im abgeschlossenen Geschäft mit 33,2 Millionen Euro unter Vorjahr (Vorjahr: 35,6 Millionen Euro).

Darüber hinaus kündigte der Versicherer auf Veränderungen in den Führungs- und Unternehmensstrukturen an, hin zu einer agilen Unternehmensorganisation. Im Fokus stehen dabei der Abbau klassischer Hierarchien mit Führungskräften und neuer Organisationseinheiten bis hin zu selbstorganisierten Teams. (dr)

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