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3. August 2006, 00:00
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Reithinger-Schließung zieht Kreise

Von der Schließung des Bankhauses Reithinger, Singen mit Niederlassungen in Wiesbaden und München sollen nicht nur deren Kunden betroffen sein, sondern auch die rund 40.000 Aktionäre und 15.000 Anleger der Deutschen Beamtenvorsorge Immobilien Holding AG (DBVI) in München.
Der Grund: Deren Deutschlandfonds hat nicht nur in Immobilien, sondern über 20 Millionen Euro in Inhaberschuldverschreibungen der Privatbank Reithinger investiert.Diese Wertpapiere werden allerdings nicht von dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Deutscher Banken gedeckt. Zudem sichern die gesetzlichen Vorschriften nur maximal 90 Prozent der Einlagen auf eine Höhe von bis zu 20.000 Euro ab.
Wie viele Anleger oder Kunden betroffen sein könnten, war auf Anfrage von cash-online seitens der DBVI nicht zu erfahren.

Der Sprecher der Aktionsgemeinschaft Fonds-Geschädigte (www.fonds-geschaedigte.de) und Wirtschaftsdetektiv Medard Fuchsgruber sagte gegenüber cash-online: ?Die Reithinger-Bank finanzierte die Kredite für Kleinanleger, die das Geld in den DBVI-Deutschlandfonds anlegten. Der Fonds wiederum kaufte Inhaberschuldverschreibungen der Privatbank. Nach der Schließung der Privatbank Reithinger könnte die DBVI AG erneut eine Wertberichtigung vornehmen müssen. Das Unternehmen dürfte damit überschuldet sein?, so Fuchsgruber.

Denn die wirtschaftliche Situation des Münchener Fondsinitiators ist prekär. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am vergangenen Freitag musste Vorstandschef Alexander Seebacher einen Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals verkünden.
Die Schließung der Bank hatte die BaFin auch damit begründet, das Kreditinstitut sei Teil eines unübersichtlichen Unternehmensgeflechtes. Im Zentrum der Kaufmann Klaus D. Thannhuber. Er hatte die Bank im Jahr 2002 gekauft und war gleichzeitig Vorstandsvorsitzender der DBVI. Auf Druck der BaFin musste er den Posten Ende des Jahres 2002 aufgeben. Bereits am 8. Februar dieses Jahres hatte die BaFin damit gedroht, dem Bankhaus Reithinger die Erlaubnis zum Betrieb von Bankgeschäften zu entziehen. Die Begründung: Es bestehe der Verdacht, dass der Eigentümer Klaus Thannhuber ?nicht den im Interesse einer soliden und umsichtigen Führung der Bank zu stellenden Ansprüchen genügt?.

Im März 2006 hatte sich daraufhin Thannhuber dazu bereit erklärt, seine Geschäftsanteile an der für die Bank persönlich haftenden Verwaltungsgesellschaft Reithinger GmbH sowie alle Stimmrechte auf den Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Janka zu übertragen. Dieser wiederum berief den Ex-Diba-Manager Herbert Sternberg als Sanierer in die Geschäftsleitung (cash-online berichtete).

In einer Presseerklärung ließ Sternberg mitteilen: ?Eine Entflechtung aus verbundenen Unternehmen wurde soweit wie möglich bereits durchgeführt.Im Zuge der Neuausrichtung musste der vorläufige Jahresabschluss 2005 leider kurzfristig mit großen Aufwendungen belastet werden. Daraus resultierend war ein Fehlbetrag zu erwarten, der voraussichtlich ein Unterschreiten der Mindestobergrenzen des haftenden Eigenkapitals zur Folge gehabt hätte. Unter dem Eindruck dieser Umstände sah sich die Bafin am 2. August 2006 veranlasst, der Privatbank Reithinger GmbH & Co. KG mit sofortiger Wirkung die Erlaubnis zum Betreiben von Bankgeschäften zu entziehen.?Aufgrund dieses Beschlusses blieben die Geschäftsstellen bis auf weiteres geschlossen. Eine Begründung des mündlich übermittelten Beschlusses seitens der Aufsichtsbehörde liege der Bank noch nicht vor. Die Privatbank Reithinger prüfe weitere juristische Schritte.

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