Anzeige
25. August 2008, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

AfW fordert Verbesserungen beim Vermittlergesetz

Der Arbeitgeberverband der finanzdienstleistenden Wirtschaft (AfW), Berlin, hat nun offiziell beim Bundesministerium für Wirtschaft und Finanzen Stellung zur Änderung des Vermittlergesetzes genommen.

In dem cash-online vorliegenden Schreiben kritisiert die Interessenvertretung vor allem drei wesentliche Punkte: Das Festhalten der Regierung an der praktischen Prüfung des 35d-Vermittlers, die Befristung der Nachhaftungszeit in der Vermögensschadenhaftpflichtversicherung (VSH) und den geforderten Nachweis der Berufspraxis für den Abschluss ?Fachberater für Finanzdienstleistungen?.

Abschaffung der mündlichen Prüfung gefordert

Die Verpflichtung, dass Versicherungsvermittler auch eine praktische ? also mündliche ? Prüfung absolvieren müssen, hält der AfW für paradox. Denn bis dahin dürfe der Prüfling weder beraten noch Versicherungsschutz verkaufen. Somit sei die tatsächliche Beratungskompetenz nicht realistisch einzuschätzen, sondern könne nur auf Basis simulierter Gespräche stattfinden. Der AfW fordert deshalb, den entsprechenden gesetzlichen Passus über die praktische Prüfung zu streichen.

Begrenzte zeitliche Haftung für alle ungünstig

Dass die Nachhaftungszeit in der VSH auf fünf Jahre reduziert wurde, anstatt wie bisher unbegrenzt anzudauern, erachten die Berliner sowohl für Kunden als auch Vermittler als nachteilig. Würde ein Vermittler erst nach Ablauf der Frist wegen Falschberatung zur Rechenschaft gezogen, könnte dies die Aussichten von Verbrauchern verschlechtern, Schadensersatz zu erhalten. Die Versicherung des Vermittlers würde nach fünf Jahren nicht mehr zahlen.
Das Ministerium hatte die Befristung damit begründet, dass die Preise für VSH-Policen steigen würden (cash-online berichtete hier). Der AfW hält diese Sorge für unbegründet, da Makler für mehr Versicherungsschutz bereit wären, höhere Beiträge zu zahlen. Sollte das Ministerium weiter an der fünfjährigen Nachhaftungsbeschränkung festhalten, fordert die Berliner Interessenvertretung, dass Versicherungsgesellschaften verpflichtet werden, einen Tarif mit unbeschränkter Nachhaftung anzubieten, dessen Prämie maximal zehn Prozent über der Prämie für Tarife mit begrenzter Nachhaftung liegt.

Zweierlei maß bei Qualifikationen

Weiterhin fordert der AfW, die Praxiszeiten von sechs Monaten bis zu zwei Jahren für die Qualifikation ?Fachberater für Finanzdienstleistungen (IHK)? zu streichen. Für die IHK-Sachkundeprüfung zum Versicherungsfachmann sei keinerlei Praxiszeit erforderlich. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb dies nicht auch für den Fachberater gelte. Die Qualifikation habe sich in den vergangenen Jahren als Standard bei den Maklern und ungebundenen Vermittlern durchgesetzt. Zudem habe der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) 2004 durchgesetzt, dass sämtliche Prüfungsinhalte des Versicherungsfachmanns auch für den Fachberater für Finanzdienstleistungen gelten. Demzufolge sei es nicht nachvollziehbar, weshalb bei gleichen Qualifikationsanforderungen unterschiedliche Praxisnachweise verlangt werden. (aks)

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Ab dem 18. Dezember im Handel.

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Versicherungen

Wintereinbruch: Diese Pflichten haben Eigentümer und Mieter

Der Winter ganz Deutschland im Griff: Selbst in schneearmen Regionen und Städten wie Köln bleibt die weiße Pracht auf Straßen und Gehsteigen liegen. Die Winterlandschaft bringt Verpflichtungen für Hauseigentümer oder Mieter mit sich – zum Beispiel die gesetzliche Pflicht zum Schneeräumen. Auch versicherungstechnisch ist das Räumen und Streuen des Gehwegs relevant.

mehr ...

Immobilien

Zwölf Städte vereinen 30 Prozent des Gewerbeimmobilienumsatzes

London ist 2018 der Top-Performer für globale gewerbliche Immobilien-Investitionen. Investoren bevorzugen weiterhin Städte, mit denen sie vertraut sind und die über gut etablierte Investment-Märkte und hohe Transparenz verfügen. Dazu gehören mit Frankfurt, Berlin, Hamburg und München vier deutsche Städte.

mehr ...

Investmentfonds

Tim Bröning: Worte statt Taten

Viele Menschen starten mit guten Vorsätzen ins neue Jahr. Sie möchten häufiger ins Fitnessstudio gehen, weniger Süßigkeiten essen und sich generell einen gesünderen Lebenswandel zulegen.

Die Bröning-Kolumne

mehr ...

Berater

Hat die Finanzbranche #MeToo verschlafen?

Auf Branchenmessen begegnet man auch in Zeiten der “Me-too”-Debatte noch immer vielen Hostessen. “Nett aussehen, während die Männer Geschäfte machen: Der Beruf der Hostess ist so aus der Zeit gefallen wie kaum ein anderer”, schrieb kürzlich die “Süddeutsche Zeitung”. Hat die Branche eine wichtige gesellschaftliche Entwicklung verschlafen?

mehr ...

Sachwertanlagen

RWB steigert das Platzierungsvolumen kräftig

Die auf Private-Equity-Konzepte für Privatanleger spezialisierte RWB Group hat im vergangenen Jahr insgesamt mehr als 76 Millionen Euro platziert und damit ein Umsatzplus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht (2017: etwa 59 Millionen Euro).

mehr ...

Recht

Kartellwächter: Mastercard muss Millionenstrafe zahlen

Der Kreditkartenanbieter Mastercard muss wegen Verstößen gegen EU-Kartellvorschriften 570 Millionen Euro bezahlen. Das teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Auf den US-Konzern könnten zudem Schadenersatzklagen zukommen.

mehr ...