Deutsche Bank: Mehr Berater für Ärzte

Die Deutsche Bank, Frankfurt/Main, möchte zum Jahresende die Zahl ihrer auf die Berufsgruppe der Mediziner spezialisierten Finanzberater von aktuell 150 auf 200 erhöhen.
Der Bankenriese hat dafür nun eine Beratungs- und Produktoffensive für alle geschäftlichen Belange von Medizinern gestartet. Diese richtet sich zunächst an Ärzte und Zahnärzte, mit deren Hilfe die Zahl von derzeit 30.000 Deutsche-Bank-Kunden im Heilberufe-Segment bis zum Jahr 2010 verdoppelt werden soll.

Dafür scheut der Konzern offenbar auch davor nicht zurück, Personal bei der Konkurrenz abzuwerben. Gesucht werden sowohl Vertriebler der großen strukturierten Vertriebe wie AWD und MLP als auch Private Banker anderer Häuser etwa die Hypovereinsbank. Dies bestätigte ein Sprecher der Deutschen Bank gegenüber cash-online. Die Neulinge sollen dann in den Bankfilialen beraten, der Einsatz im mobilen Vertrieb ist nicht vorgesehen.

„Heilberufler erwarten von ihrer Bank, dass sie einen Berater an ihre Seite gestellt bekommen, der das komplexe berufliche Umfeld kennt. Mit unserer neuen Initiative können wir genau dies anbieten und sind somit bestens aufgestellt, um weiter signifikante Marktanteile hinzu zu gewinnen“, äußert sich Cristof Reiser, Mitglied der Geschäftsleitung Privat- und Geschäftskunden Deutschland und Leiter Business Banking der Deutschen Bank, zur neuen Initiative.

Das Programm für das neue Personal soll wie folgt aussehen: Jeder Berater absolviert eine spezielle Ausbildung, die die Themen Arztrecht, Niederlassungsformen, Honorarabrechnung, Praxisbewertung, Ärztezentren und regionale Netzwerke sowie steuerliche und rechtliche Grundlagen umfasst. Neben den Experten steht für die Kunden ein breites Produkt- und Leistungsangebot bereit – unter anderem ein Startpaket, um Ärzte und Zahnärzte beim Schritt in die Selbstständigkeit zu unterstützen.

Den Grund für die Offensive liefert die Deutsche-Bank-Studie „Mediziner: Chancen durch neue Einnahmefelder“: Danach nahmen in Deutschland die Ausgaben für Gesundheitsleistungen zwischen 1996 und 2006 von 195 Milliarden Euro auf 248 Milliarden zu. Das Wachstum von insgesamt 27 Prozent war um drei Prozentpunkte stärker als die Zunahme des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Die Entwicklung überproportional steigender Gesundheitsausgaben dürfte sich Schätzungen der Deutschen Bank zufolge in den kommenden Jahren fortsetzen. Bis 2015 könnte ihr Anteil am BIP zwölf Prozent erreichen (derzeit: knapp elf Prozent).

In Zukunft dürfte auch die Zahl der niedergelassenen Ärzte weiter moderat zunehmen. Bis 2015 soll sich deren Zahl lediglich um 0,3 Prozent auf 131.000 erhöhen. Ein Grund für den geringen Anstieg ist der Trend zu Gemeinschaftspraxen und Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) dank niedrigerer Kosten und höherer Einnahmen pro Arzt. (aks)

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