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13. August 2008, 00:00
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Greift AWD nach MLP?

Möglicherweise könnte Carsten Maschmeyer, Gründer und Vorstand des Hannoveraner Finanzdienstleisters AWD, doch noch seinem Traum ein Stück näher kommen, den wohl weltweit größten Finanzvertrieb aufzubauen. Dies lassen zumindest aktuelle Medienberichte und Branchenkenner, mit denen cash-online sprach, vermuten.

Demnach plane der AWD, den Konkurrenten MLP, Wiesloch, zu übernehmen. Käme es tatsächlich dazu, würde Maschmeyer den gemessen an den Provisionserlösen größten Finanzvertrieb Deutsche Vermögensberatung (DVAG), Frankfurt, deutlich überholen. Letztere hat im vergangen Jahr Provisionen in Höhe von rund 1,03 Milliarden Euro erwirtschaftet. Die Vermittler von AWD und MLP haben zusammen 1,24 Milliarden Euro eingenommen ? der AWD 738,1 Millionen Euro, MLP 502,2 Millionen Euro.

Bislang keine Bestätigung der Gerüchte

Bislang wollten aber weder AWD noch der AWD-Großaktionär Swiss Life die Branchen-Spekulationen gegenüber cash-online kommentieren. Marktkenner behaupten, es habe seit einigen Wochen intensive, aber fruchtlose Gespräche über eine mögliche Verschmelzung der Konzerne zwischen MLP-Vorstand Uwe Schroeder-Wildberg und Maschmeyer gegeben. In einer Telefonkonferenz sagte Schroeder-Wildberg, dass es ein erstes Gespräch am vergangenen Mittwoch gegeben habe. Feindlichen Übernahmegerüchten sieht er gelassen entgegen. ?Jeder Versuch, gegen den Willen vonVorstand, Großaktionären und Beratern einen maßgeblichen Einfluss auf MLP zugewinnen, wäre von vornherein sehr fragwürdig?, so Schroeder-Wildberg während der Konferenz. Die Unabhängigkeit sei eines der entscheidenden Erfolgskriterien des Unternehmens und wirke Wert steigernd für MLP und seine Aktionäre.

Aktuell halten MLP-Gründer Manfred Lautenschläger und seine Familie gut 32 Prozent der Aktien. Im Februar hatte Lautenschläger erste Übernahmegerüchte dementiert (cash-online berichtete hier).

Mischt die Berenberg Bank mit?

Ende Juli dieses Jahres gab es erneut Mutmaßungen über einen Kauf der Anteile von MLP. Zu diesem Zeitpunkt erwarb die Hamburger Berenberg Bank nämlich 10,16 Prozent der MLP Aktien (cash-online berichtete hier). Die Bank teilte mit, dass hinter dem Kauf des Pakets keine strategischen Überlegungen stehen. Angesichts der Gerüchte, dass der AWD nach dem Wieslocher Finanzdienstleister greife, vermuten einige Branchenkenner, dass dieses Aktienpaket doch noch eine entscheidende Rolle spielen könnte.

Wie viele andere Marktteilnehmer auch hat MLP derzeit mit den Folgen der gesetzlichen Regulierungen und der Gründung neuer Finanzvertriebe wie Formaxx in Hannover zu kämpfen. Maßgebliche Konsequenzen daraus sind zum einen die Abwanderung der Berater zu Konkurrenten oder Aufgabe der Vertriebsaktivitäten. Ein Blick auf die aktuellen Quartalszahlen zeigt, dass die Provisionserlöse gegenüber dem zweiten Quartal des Vorjahres um sechs Prozent auf 111,5 Millionen Euro gesunken sind. Die Zahl der unabhängigen Berater reduzierte sich um drei Prozent auf 2.534. Immerhin legten die Gesamterlöse im zweiten Quartal um fünf Prozent auf 287,3 Millionen Euro zu. (aks)

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