Anzeige
Anzeige
5. Februar 2008, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Vermögensverwalter muss haften

Weil ein Vermögensverwalter seine Beratungsleistung fälschlicherweise als unabhängig auswies, erhält ein Kunde Schadensersatz in Höhe von rund 69.000 Euro.
Der Geschäftsführer des Finanzdienstleisters muss dabei persönlich für den Schaden haften.

In dem Verfahren gegen die Jörg Peisert & Partner Vermögensmanagement GmbH vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf (Az.: 1-6 U 21/07) belegten die Rechtsanwälte der Kanzlei Nieding + Barth Rechtsanwalts AG, Frankfurt, dass bei der Beauftragung des Vermögensverwalters dessen Unabhängigkeit wichtigstes Entscheidungskriterium für den Mandanten war. Nach Auffassung des Gerichts verschwieg der Beklagte aber im Rahmen seiner Tätigkeit bewusst und in sittenwidriger Weise seine Interessenverflechtungen zu Unternehmen, in die er überwiegend das Vermögen investierte. Das Oberlandesgericht folgte der Forderung der Anwaltskanzlei, wonach nicht nur die Vermögensverwaltungsgesellschaft, sondern auch der Geschäftsführer der GmbH wegen der Verfolgung erheblicher Eigeninteressen zur Haftung herangezogen werden muss.

?Wenn der Geschäftsführer einer GmbH veranlasst oder bewusst nicht verhindert, dass die Gesellschaft den Kunden über die wahren wirtschaftlichen Zusammenhänge und die hinter dem Geschäft stehenden Fremdinteressen nicht aufklärt, so besteht eine persönliche Haftung?, erläutert Rechtsanwalt Andreas M. Lang von Nieding + Barth. Grundlage dafür sind die Grundsätze für die Haftung von Geschäftsführern für Optionsvermittlungsverfahren. Demnach haftet ein Geschäftsführer einer Optionsvermittlungs-GmbH auf Schadensersatz, wenn er Optionsgeschäfte der GmbH wissentlich und ohne hinreichende Aufklärung der Kunden nicht verhindert.

Dieses Verhalten bewertet Lang als einen ?grob anstößigen Missbrauch des eigenen Wissens- und Erfahrungsvorsprungs?, denn ?das Verschweigen einer Interessenskollision ist als besonders verwerflich im Sinne eines sittenwidrigen Verhaltens anzusehen, da hierdurch eine geschäftliche Überlegenheit missbraucht wird? führt er weiter aus.

Mit diesem Urteil ist eine vorherige Entscheidung des Landgerichts Düsseldorf vom 20.12.2006 ohne Zulassung einer Revision bestätigt worden. (aks)

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Thomas Bischof neu im Vorstand der Württembergischen

Thomas Bischof, derzeit Leiter Konzernentwicklung bei Munich Re, übernimmt mit Wirkung zum 1. Juli die Verantwortung bei den Versicherungstochtergesellschaften der Wüstenrot & Württembergischen. Zudem ist nach Angaben des Unternehmens beabsichtigt, dass er im Laufe des Jahres 2018 zu deren Vorstandschef berufen und als Geschäftsfeldleiter Versicherungen ins Management Board der W&W-Gruppe einziehen wird.

mehr ...

Immobilien

Offener Immobilienfonds Hausinvest erwirbt Seattle-Zentrale von Facebook

Die Commerz Real hat den Büroneubau Dexter Station in Seattle im US-Bundesstaat Washington für ihren offenen Immobilienfonds Hausinvest erworben. Das Objekt ist mit einem Vertrag über zehn Jahre an Facebook vermietet.

mehr ...

Investmentfonds

Neuer Head of Global Sales bei Schroders

Schroders ernennt Daniel Imhof zum neuen Head of Global Sales. Mit der neu geschaffenen Position will das Haus auf die immer komplexer werdenden Kundenbedürfnisse sowie auf die steigende Nachfrage nach Fachkenntnissen eingehen.

mehr ...

Berater

Emerging Markets: Der Staub legt sich

Die Aktienmärkte der Schwellenländer haben schwierige Zeiten hinter sich. Einst gefeiert, dann geschmäht – so lassen sich die letzten zehn Jahre zusammenfassen. Nach und nach werden die guten Perspektiven aber wieder klarer. Gastkommentar von Marc Hellingrath, Union Investment

mehr ...

Sachwertanlagen

Qatar und Saudi Arabien gehen bei Hapag-Lloyd an Bord

Die Reederei Hapag-Lloyd meldet den Vollzug der im Juli 2016 vereinbarten Fusion mit der arabischen Reederei UASC. Damit ändert sich auch die Aktionärsstruktur des Hamburger Traditionsunternehmens signifikant.

mehr ...

Recht

Nachteile durch komplizierte Bauverträge

Richtet sich ein Bauvertrag nicht allein nach dem BGB sondern enthält zusätzlich Klauseln des VOB/B, wird er für Laien schnell unverständlich. Das Baufinanzierungsportal Baufi24 rät Bauherren zur Vorsicht.

mehr ...