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16. Juni 2010, 15:44
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Ehegattensplitting: Ein heißer Tipp fürs Sparpaket!

Nun haben sie sich so viel Mühe gemacht mit dem Sparpaket, unsere Volksvertreter! Was ihnen nicht alles eingefallen ist. Toll! Und doch haben sie etwas wirklich Entscheidendes vergessen, mit dem richtig viel Geld zu sparen ist! 22 Milliarden Euro heißt es, wären pro Jahr drin.

Gastkommentar: Helma Sick, Finanz Fach Frauen

Helma-Sick-1-126x150 in Ehegattensplitting: Ein heißer Tipp fürs Sparpaket!

Helma Sick, Finanz Fach Frauen

Ich meine das Ehegattensplitting, das auch als eine Art “Prämie für den Berufsausstieg“ gilt. Denn das Ehegattensplitting ist dann steuerlich besonders lohnend, wenn nur einer arbeitet und ganz besonders dann, wenn derjenige viel verdient. Und dreimal dürfen wir raten, wer das in der Regel ist – ja natürlich, der sogenannte Hauptverdiener, der Mann.

Wir kennen die Argumente dieser Hauptverdiener: Du musst doch nicht arbeiten, Liebling, du hast doch mich. Außerdem lohnt sich deine Arbeit doch gar nicht, steuerlich, versteht sich. Dass heute jede zweite Ehe geschieden wird, dass viele Frauen bei Scheidungen drauf zahlen, besonders dann, wenn der Gatte eine jüngere Gefährtin erwählt und kein Interesse daran hat, die langjährige Ehefrau gut zu versorgen, spielt dabei keine Rolle.

Wir Finanz Fach Frauen kennen aus über 20 Jahren Frauenberatung die Frauen, die sich viele Jahre lang ganz auf die Familie konzentriert, ihrem Mann den Rücken frei gehalten haben und irgendwann selbst mit dem Rücken zur Wand stehen. Die sich auf ihren Partner verlassen haben und dann verlassen werden.

Seite 2: Warum ist es bisher nicht gelungen, den Zopf abzuschneiden?

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3 Kommentare

  1. Hallo Frau Sick,

    ich bin auch so ein Betonkopf. Aber warum können Sie es nicht verknusen, wenn mündige Eheleute sich auf eine Arbeitsteilung einigen. Wenn einer die Kohle anschafft – das kann auch der weibliche Partner sein – und der andere sich um die häusliche Organisation kümmert, dann geht das Aussenstehende so wie Sie und mich einen feuchten Kericht an. Aber die steuerliche Komponente des “nicht Erwerbstätigen” ist vom Gesetzgeber berücksichtig und das ist auch richtig so.

    Ich finde sogar, daß das Splitting für Ehepaare , wo beide Geld verdienen eher auszusetzen wäre als bei den Familien, wo einer Bares einbringt und der andere den Familienservice.

    Vielleicht sehen Sie jetzt in mir ein “Denk’ mal”.

    Gruß
    Hermann Schulze

    Kommentar von HFS — 15. Dezember 2010 @ 12:09

  2. Sehr schade, dass es doch noch so viele Frauen gibt, die einem völlig veraltetem 68-Leitbild aus der Emanzenecke nachtrauern.
    Fakt ist, dass ein Ehegattenspitting für Doppelverdiener ohne (!) Kinder tatsächlich keinen Sinn macht.
    Für das hoffentlich noch lange unsere Gesellschaft tragende Familienmodell, der kleinsten, aber wichtigsten gemeinsamen Einheit, in der sich einer (wer das ist, kann schon die Familie selbst entscheiden), aber eben einer ernsthaft und in Vollzeit (nicht KITA oder sonstige Verwahranstalten) um die höchst verantwortungsvolle Erziehung und Betreuung der Kinder kümmert, ist allein schon deshalb wichtig, weil ich im gleichen Magazin lesen kann, dass unsere Gesellschaft in ein kinderloses Desaster rast, mit den entsprechenden Folgen für unsere Sozialsysteme.
    Da fehlen nicht arbeitende Leute, die wahrscheinlich eher zusätzlich arbeitslos sind, sondern liebevoll und mit entsprechenden Werten geborene und aufgewachsene Kinder.
    Noch was: natürlich ist es viel einfacher, sich im Büro den Tag zu vertreiben, als Tag und Nacht für die Kinder da zu sein, bei Problemen ansprechbar zu sein, ein warmes Essen auf den Tisch zu bringen, Liebe und Verantwortung vorzuleben.
    Natürlich ist es einfacher, wenn es im Geschäft mit lauter Erwachsenen in der Umgebung mal eng oder anstrengend wird, sich in die Kaffeepause zu retten.
    Den wirklichen Job in und für unserere Gesellschaft machen diejenigen, die sich in Liebe und Verantwortung um die Kinder kümmern.
    Zum Glück erkennen immer mehr gerade auch sehr gut ausgebildete junge Menschen das im Artikel geschilderte falsche und traurige Gesellschaftsmodell und setzen Ihre eigenen Schwerpunkte.

    Kommentar von Gehring Leo — 1. Juli 2010 @ 17:59

  3. Beispiel dagegen: Kleiner Handwerksbetrieb, ein Lehrling, Inhaber verheiratet, zwei Kinder, Ehefrau putzt und räumt mit auf, da der Betrieb einen Angestellten für die Arbeit nicht verkraftet. Hier stimmt also der Unsinn: Liebling, du brauchst nicht zu arbeiten, ganz und gar nicht. Würde die Frau nicht mit anfassen, ginge der Laden pleite. Und davon gibt es genügend Beispiele.

    Kommentar von Werner Kant — 18. Juni 2010 @ 18:02

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