Anzeige
Anzeige
9. Juli 2010, 11:50
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Phoenix-Skandal: Wertpapierhändler starten Musterprozess

Phoenix Kapitaldienst und kein Ende: Der Finanzdienstleister Ceros hat vor dem Verwaltungsgericht Berlin mit 21 weiteren Firmen eine Musterklage gegen die Entschädigungseinrichtung EdW erhoben. Keine gute Nachricht für die geprellten Anleger.

Justizia-gericht-richter-bgh in Phoenix-Skandal: Wertpapierhändler starten Musterprozess

In dem Musterprozess soll EU-rechtlich geklärt werden, ob die Geschäfte des insolventen Vermögensverwalters Phoenix Kapitaldienst überhaupt ein Fall für das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz sind.

Der Frankfurter Finanzdienstleister Ceros Broker Service vertritt die Ansicht, dass dies nicht der Fall ist und stützt sich dabei auf ein Rechtsgutachten, das vom Centrum für Europarecht der Universität Passau unter wissenschaftlicher Leitung des Europarechtlers Professor Dr. Michael Schweitzer erstellt wurde.

Dem Gutachten zufolge war das an fast 30.000 Anleger vertriebene Anlageprodukt „Phoenix Managed Account“ (PMA) keine Wertpapierdienstleistung im Sinne der entsprechenden EU-Richtlinien. Das würde bedeuten, dass die EdW, die nach aktuellem Rechtsstand verpflichtet ist, die Phoenix-Anleger zu entschädigen, von ihren Mitgliedern keine Sonderbeiträge mehr erheben darf.

Hintergrund: Phoenix hatte Anleger durch ein Schneeballsystem jahrelang mit Scheinangeboten und falschen Renditeversprechungen geprellt. Über 500 Millionen Euro wurden in dubiosen Options- und Termingeschäften, sogenannten Managed Accounts angelegt. Nachdem der Betrug aufflog, eröffnete die Bafin im Jahr 2005 das Insolvenzverfahren und stellte wenig später den Entschädigungsfall fest. Damit geriet die EdW in die Pflicht, die geprellten Phoenix-Kunden mit jeweils bis zu 20.000 Euro zu entschädigen.

Die Entschädigungseinrichtung finanziert sich über die Beiträge der ihr im Rahmen einer obligatorischen Mitgliedschaft angeschlossenen Finanzdienstleister. Die Unternehmen wehren sich jedoch überwiegend dagegen, die Sonderzahlungen zur Entschädigung der Phoenix-Anleger zu leisten.

Seite 2: Staatshaftung, Klappe, die Zweite?

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

1 Kommentar

  1. Anleger, die in Deutschland ihre Einkünfte versteuerten und dem Finanzplatz des eigenen Landes vertrauten, sind allein gelassen. Ein riesiger Skandal!
    Wären Banken, Versicherer oder andere Finanzgurus davon betroffen, sähe die Sache wohl anders aus. Da es aber überwiegend Privatanleger trifft, bleibt die Frage nach dem Gleichstellungsgrundsatz. Ein Rechtsstaat, der unterschiedliches Recht anwendet, hat es nicht verdient, weiter so genannt zu werden.

    Kommentar von H. Joerger — 13. Juli 2010 @ 22:00

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Insurtechs: Treibstoff oder Zündstoff?

Versicherungs-Start-ups, die sogenannten Insurtechs, drängen massiv in den Versicherungsmarkt, doch ob sie eine Bedrohung oder eine Chance für die Assekuranz darstellen, scheint noch immer nicht ausgemacht.

mehr ...

Immobilien

Einzelhandel im Wandel: Sinkende Mieten und steigende Kaufpreise

Vermieter von Einzelhandelsimmobilien spüren den Druck des Onlinehandels, ihre Mieter können sich steigende Mieten immer seltener leisten. Doch die Kaufpreise steigen weiter. BNP Paribas hat das Einzelhandelssegment und die Gründe für diese Entwicklung analysiert.

mehr ...

Investmentfonds

Europaskepsis wird bleiben

Populistische und europakritische Parteien mögen in diesem Jahr bei den Wahlen in Europa keine Mehrheiten erhalten haben. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, wenn es Ökonomen und Politikern nicht gelingt, die Vorteile der europäischen Integration besser zu vermitteln. Ein Gastkommentar von Karsten Junius, Bank J. Safra Sarasin

mehr ...

Berater

Mehr Durchblick bei vermögensverwaltenden Fonds

Die MMD Multi Manager GmbH hat sich seit Jahren den Themen Transparenz und Vergleichbarkeit für Vermögensverwaltende (VV) Produkte verschrieben. Die MMD-Indexfamilie wird mit Hilfe des IT-Dienstleisters Cleversoft erweitert und vertieft.

mehr ...

Sachwertanlagen

Qatar und Saudi Arabien gehen bei Hapag-Lloyd an Bord

Die Reederei Hapag-Lloyd meldet den Vollzug der im Juli 2016 vereinbarten Fusion mit der arabischen Reederei UASC. Damit ändert sich auch die Aktionärsstruktur des Hamburger Traditionsunternehmens signifikant.

mehr ...

Recht

Schenkungsvertrag: Rückforderungsrecht als Reißleine

Geschenktes darf man nicht zurückverlangen? Das sieht der Gesetzgeber bei Schenkungsverträgen im Rahmen einer Unternehmensnachfolge anders. Mit einer pfiffigen Vertragsgestaltung kann der Unternehmer jederzeit die “Reißleine” ziehen.

mehr ...