Anzeige
10. Februar 2010, 20:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Studie: Verbraucherzentralen auf den Zahn gefühlt

Geht es um das Thema der Durchführung von Finanzberatung durch Banken und Vertriebe, so sparen die Verbraucherzentralen nicht unbedingt mit Kritik. Doch wie gut ist ihre eigene Beratung?  –  Das Hamburger Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) hat einige davon stichprobenartig testen lassen.

Beratung-127x150 in Studie: Verbraucherzentralen auf den Zahn gefühltTestpersonen fühlten Verbraucherzentralen in fünf deutschen Städten zum Thema Altersvorsorge-Beratung auf den Zahn, durchgeführt vom Kölner Marktforschungsinstitut You Gov Psychonomics.

Dabei ging es darum herauszufinden, wie das Gespräch geführt wird, also beispielsweise Beratungsdauer und Fachkompetenz. Bei den insgesamt neun Beratungsgesprächen stand jeweils eine Beratung unter dem Aspekt des Handlungsbedarfs bei der Altersvorsorge und eine Beratung unter dem Aspekt der Suche nach einer Lösung, wie am effektivsten 150 Euro monatlich für den Ruhestand angelegt werden können.

Die Beratungsgebühren schwankten pro Stunde zwischen 45 und 120 Euro, die Gespräche dauerten eine halbe Stunde bis zwei Stunden.

Optimierungsbedarf vorhanden

Bei der Phase der Bestandsaufnahme stellten die Studienmacher fest, dass Fragen zur Person sowie zur Lebens- und Vorsorgesituation nicht immer ausführlich gestellt wurden. Nach Wünschen und Zielen des Kunden wurden in drei Beratungen gar nicht gefragt.

Auch in der Phase von Berechnungen und Empfehlungen bestehe Optimierungsbedarf, denn beispielsweise individuelle Berechnungen können zwar erstellt werden, allerdings sei dies eher die Ausnahme, heißt es in der Studie.

Ebenso bei der Vorstellung und Beratung von Produkten stellten die Tester Defizite fest: So waren die Berater teilweise nicht in der Lage, die Vor- und Nachteile von Produkten zu erläutern.

Nicht gut kamen bei den Testpersonen klingelnde Handys während der Beratung sowie zu kurze Beratungszeiten, gekoppelt mit hohen Kosten, an.

Im Gesamteindruck jedoch wurden sowohl die Beratung als auch die empfohlenen Produkte im Schnitt als „gut“ eingestuft. Dieses Ergebnis kam allerdings dadurch zustande, dass einige Beratungen „ausgezeichnet“, andere hingegen nur „mittelmäßig“ und in einem Fall sogar „schlecht“ waren.

Das führt offenbar auch dazu, dass die Verbraucherzentralen eher selten weiterempfohlen werden. Der Studie zufolge entscheiden sich nur zwei der neun Testpersonen die Beratung in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis “bestimmt” weiter zu empfehlen. (ks)

Foto: Shutterstock

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

2 Kommentare

  1. Die Untersuchung mit gerade mal 9 Tests ist zwar nicht besonders aussagekräftig. Aber die Tendenz ist natürlich klar herausgestellt worden. Es ist immer einfach andere zu kritisieren als es selbst besser zu machen. Wer im Vertrieb scheitert, der bewirbt sich eben bei der Verbraucherzentrale. Dass jemand im Vertrieb scheitert liegt anscheinend nicht immer daran, dass er nicht verkaufen kann, sondern oft auch an mangelnder Sachkenntnis. Doch wer prüft schon die Verbraucherzentrale.

    Kommentar von D.Steinberger — 12. Februar 2010 @ 14:34

  2. […] von Provisionsstreben und persönlichen Vorlieben des Beraters ausgewählt, so dass von 9 durchgeführten Stichproben immerhin 8 als mittelmäßig aber ausreichend bis ausgezeichnet bewertet wurden. […]

    Pingback von Finanzdienstleistungsberatung der Verbraucherzentralen im Test | Kurz nachgedacht — 11. Februar 2010 @ 07:23

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

xbAV Beratungssoftware mit neuem Geschäftsführer

Boris Haggenmüller verantwortet als Geschäftsführer seit September 2017 das operative Geschäft der xbAV Beratungssoftware GmbH. Zuvor war er der verantwortliche Prokurist des Tochterunternehmens der xbAV AG.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Die Service-Champions

Welche Banken bieten deutschen Kunden den besten Kundenservice bei der Baufinanzierung? Die Kölner Beratungsgesellschaft Servicevalue hat Kunden der Banken hierzu befragt. Eine Bank konnte besonders überzeugen und sicherte sich einen “Gold-Rang”.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzbranche befürchtet Blasenbildung an Märkten

Die Politik der Europäischen Zentralbank hat bereits zur Blasenbildung an den Finanzmärkten geführt, oder wird dies noch tun. Dessen ist sich die Finanzbranche sicher. Die Mehrheit wünscht sich den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik, hält dies jedoch gleichzeitig für unwahrscheinlich.

mehr ...

Berater

Insurtechs: Die fairsten digitalen Versicherungsmakler aus Kundensicht

Welche digitalen Versicherungsmakler werden von ihren Kunden als besonders fair wahrgenommen? Das Kölner Analysehaus Servicevalue hat gemeinsam mit Focus-Money die Kunden von 24 Anbietern befragt. Neun von ihnen erhielten die Note “sehr gut”.

mehr ...

Sachwertanlagen

IPP-Fonds der Deutschen Finance schütten aus

Der Asset Manager Deutsche Finance aus München kündigt für seine beiden Fonds IPP Institutional Property Partners Fund I und Fund II Auszahlungen für das Geschäftsjahr 2016 an die Privatanleger an.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...