Anzeige
20. Oktober 2011, 15:44
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

EU-Kommission will Provisionen verbieten

Die Europäische Kommission hat heute Vorschläge für die Überarbeitung der Finanzmarktrichtlinie MiFID vorgelegt. Diese regelt die Bedingungen für den Wertpapierhandel. Ein Vorschlag sieht vor, dass unabhängige Berater künftig keine Provisionen mehr für die Vermittlung Finanzprodukten kassieren dürfen.

Europa-127x150 in EU-Kommission will Provisionen verbietenDas von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Gesetzespaket besteht aus einer Richtlinie und einer Verordnung. Ziel sei es, die Finanzmärkte effizienter, widerstandsfähiger und transparenter zu machen und den Anlegerschutz zu stärken, heißt es einer Mitteilung der Kommission.

„Die Krise hat uns unerbittlich vor Augen geführt, wie komplex und undurchsichtig bestimmte Aktivitäten und Produkte geworden sind. Das muss sich ändern“, sagt EU-Kommissar Michel Barnier, zuständiger Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen.

So soll nach den Vorschlägen der Kommission unter anderem Verbesserungen am Anlegerschutz vorgenommen werden. Aufbauend auf den bereits bestehenden Vorschriften, sieht die überarbeitete MiFID strengere Anforderungen an Portfolioverwaltung, Anlageberatung und das Anbieten komplexer Finanzprodukte, wie strukturierter Produkte, vor.

Zur Vermeidung potenzieller Interessenkonflikte werde es, so die Kommission, unabhängigen Beratern und Portfoliomanagern untersagt sein, Zahlungen an Dritte zu leisten oder Zahlungen Dritter oder sonstige finanzielle Vorteile anzunehmen. Das heißt, die Berater sollen künftig keine Provisionen mehr vom Anbieter eines Finanzprodukts kassieren dürfen, wenn sie dies ihren Kunden verkaufen.

Die Gesetzesinitiative sieht außerdem vor, Lücken bei der Regulierung zu schließen. So gab es für einige Finanzprodukte bislang noch Handelsplattformen, die gar keiner Regulierung unterlagen. Dies soll sich ändern. Kleine und Mittlere Unternehmen sollen von speziellen, auf sie abgestimmten Regeln profitieren.

Die Vorschläge berücksichtigen auch den Hochfrequenzhandel, um künstliche Kursschwankungen zu begrenzen. Insgesamt sollen, so die Europäische Kommission, die Märkte deutlich transparenter werden, um damit Anleger zu schützen. Aufsichtsbehörden sollen künftig besser eingreifen können, wenn der Anlegerschutz, die Finanzstabilität oder das Funktionieren der Märkte gefährdet sind.

Im nächsten Schritt sollen die Vorschläge dem Europäischen Parlament und dem Rat zur Beratung und Verabschiedung vorgelegt werden. Der genaue Zeitplan ist noch nicht festgelegt. Die Verabschiedung der Revision der MiFID dürfte Ende 2012 oder 2013 anstehen. (ks)

Foto: Shutterstock

1 Kommentar

  1. Die Anleger sollen Staatsanleihen zeichnen, das ist m.E der Hintergrund all dieser unsinnigen Regelungen. Irgendjemand muß ja die horrenden Staatsschulden finanzieren. Dass sich die Anleger beraten lassen, wenn das künftig Honorar kostet, wage ich zu bezweifeln. Ob der Vertriebsweg Internet, der dadurch gefördert wird, zu einem aus Sicht des individuellen Kunden sinnvolleren Portfolio führt als bisher, wage ich noch viel stärker zu bezweifeln….Bekanntlich ist das Wissen der Deutschen zum Thema Finanzen quasi nicht vorhanden.

    Kommentar von Dr. Ursula Renner — 26. Oktober 2011 @ 19:38

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Ab dem 18. Dezember im Handel.

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Versicherungen

Incentives Zusatzkrankenversicherung – so bleiben sie steuerfrei

Viele Unternehmen sichern ihre Mitarbeiter mit sogenannten Zukunftssicherungsleistungen gegen allerlei Ungemach ab. Damit solche Gehaltsextras auch steuerfrei bleiben, kommt es auf die richtige vertragliche Gestaltung an.

mehr ...

Immobilien

Wohn-Riester: Das müssen Sie wissen

Bauherren und Käufer von selbstgenutztem Wohneigentum können sich bei einer Wohn-Riester geförderten Finanzierung oft Vorteile von mehreren Zehntausend Euro sichern. Dennoch lassen immer noch viele die staatliche Unterstützung ungenutzt. Oft aus purer Unwissenheit. Laut aktueller LBS-Riester-Umfrage haben sich mehr als 60 Prozent der Menschen noch nicht mit der Riester-Förderung beschäftigt, mehr als 40 Prozent wissen nicht, ob sie förderberechtigt sind.

mehr ...

Investmentfonds

Ende des Handelskriegs?

China wählt einen ungewöhnlichen Weg, um den Handelsstreit mit den USA zu beenden. Nach Berichten des Nachrichtenportals “Bloomberg” will das Land US-Waren kaufen, um das Defizit auszugleichen. Das Angebot sei bereits von Anfang Januar.

mehr ...

Berater

Recruiting: Mit Jobstory die Richtigen finden

Die Suche nach Mitarbeitern ist nichts anderes als die Suche nach einem Lebenspartner. Wie kann dieses Unterfangen erfolgreich gestaltet werden?

Gastbeitrag von Hans Steup, Versicherungskarrieren

mehr ...

Sachwertanlagen

Kapital in zehn Jahren fast verfünffacht

Die Paribus-Gruppe hat die Fondsimmobilie des SCM Capital GmbH & Co. KG Renditefonds V – Hamburg Wohnen sowie abgespaltene Grundstücksteile verkauft. Der Gesamtrückfluss an die Fondsanleger ist beachtlich.

mehr ...

Recht

BVI: Studie bestätigt Kostentransparenz bei Fonds

Der deutsche Fondsverband BVI bewertet die jüngste ESMA-Studie zu Kosten und Wertentwicklung von Finanzprodukten für Privatanleger positiv.

mehr ...