Frauen besitzen weniger Finanzprodukte

Laut DB Research gibt es deutliche Unterschiede, was den Besitz von Finanzprodukten betrifft. Die Gründe dafür offenbaren weitreichende Folgen.

Finanzprodukte

Der Besitz von Finanzprodukten unter Männern ist im Schnitt weiter verbreitet, wobei dies durchweg für unterschiedliche Typen von Finanzprodukten gilt. Vergleiche man die Angaben zu Produktbesitz nach Geschlechtern, sei allerdings auffällig, dass die Unterschiede für einige Finanzprodukte relativ stärker ausgeprägt sind, so die Studie.

So sei der Abstand bei Bankkonten am geringsten, was wenig verwunderlich ist, da es sich hierbei um das wohl am einfachsten zugängliche und alltäglichste Finanzprodukt handelt. Auch in der Kategorie Versicherungen (hierunter werden u.a. KFZ-, Hausrats- und Gesundheitspolicen gefasst) seien die Unterschiede weniger stark. Geringere Differenzen scheinen hier ebenso wenig überraschend, wenn man bedenkt, dass vielfach alltäglicher Bedarf den Erwerb treibt und unter Umständen sogar Verpflichtungen bestehen, bestimmte Versicherungen abzuschließen.

Deutlicher Geschlechterunterschied bei Anlageprodukten

Auffällig ist aber so DB Research der deutlicher ausgeprägte Geschlechterunterschied bei Anlageprodukten: So gaben neun Prozent der weiblichen Befragten an, Aktien oder Anleihen zu besitzen, bei Investmentfonds waren es fünf Prozent (zum Vergleich: bei Männern lag der jeweilige Anteil bei 14 beziehungsweise neun Prozent). Auch haben in den vergangenen Jahren (2006 bis 2011) lediglich drei Prozent der Frauen Aktien oder Anleihen gekauft, während der Wert für Männer im EU-Durchschnitt doppelt so hoch war.

Finanzprodukte: Frauen
Quelle: Eurobarometer 373

Als Gründe nennt DB Research vor allem strukturelle Unterschiede in Lebenswegen und Erwerbsbiografien. Denn inwieweit das Thema Geldanlage forciert werde, hänge auch von Einkommen und Ersparnis ab. Zudem besteht bei Investmentprodukten mitunter auch eine höhere „Hemmschwelle“, etwa weil Anleger sich nicht hinreichend informiert fühlen, unsicher sind und aus diesem Grund den Kauf vermeiden.

Geringere Einkommen erschweren Vermögensaufbau

Zudem sei die weibliche Beteiligung auf dem Arbeitsmarkt geringer (Beschäftigungsquote für Männer 2011: 70,1 Prozent im EU-Durchschnitt, für Frauen 58,5 Prozent) und gleichzeitig der Anteil der Teilzeitkräfte größer. Auch sei die Beschäftigung von Frauen in bestimmten Sektoren besonders konzentriert, etwa im Bereich Gesundheits-, Bildungs- oder sozialen Dienstleistungen, und wenn man die Berufsbilder betrachte, gäbe es weniger weibliche Unternehmer und Frauen in Managementpositionen.

Obwohl all diese Punkte hinlänglich bekannt sind, so die Deutsche Bank-Studie, ist es doch bemerkenswert, wie sie für Anlageprodukte zusammenspielen: Geringere Einkommen erschweren Vermögensaufbau und Karrierewahl und -wege können Unterschiede weiter verstärken. (fm)

Foto: Shutterstock

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