Anzeige
31. Januar 2014, 11:21
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Warum Überwachungsskandal und Verlust der Privatsphäre vielen von uns egal ist

Der Überwachungsskandal beherrscht nun bald acht Monate lang die Medien. Noch immer kommt jede Woche ein weiteres Detail an die Öffentlichkeit. Es ist ermüdend.

Die Pradetto-Kolumne

Überwachung

“Wir müssen Daten und Kommunikation sorgsamer behandeln. Als Finanzdienstleister trifft uns hierbei eine besondere Verantwortung.”

Doch selbst zu Beginn der Überwachungsaffäre hat uns das aktuelle Ergebnis des letzten Bundesligaspiels mehr aufgeregt als die Erkenntnis, dass die westlichen Staaten (einschließlich Deutschland!) die eigenen Bürger intensiver überwachen als gedacht. Angesichts der grenzenlosen Ausforschung unserer Intimsphäre durch die Staatsapparate bleiben wir gelassen. Warum ist das so?

Dschungelcamp & Co. härten ab

In unendlichen Dschungelcamps und Doku-Shows werden uns täglich charakterliche Mängel und Peinlichkeiten anderer präsentiert: Fotos von einem angetrunkenen Justin Bieber, ein Seitensprung des französischen Präsidenten, Boris Becker aufgedunsen und mit Fliegenklatschenmütze.

Was früher nie an die Öffentlichkeit gelangt wäre, ist heute eine Schlagzeile auf der Titelseite wert. Unsere Sensationslüsternheit wird von der Medien- und Netzwelt schamlos ausgenutzt. Wie bei Junkies muss die Dosis erhöht werden, um unsere Aufmerksamkeit weiter zu fesseln.

Dieser Trend hat unsere Kultur und unser Denken nachhaltig verändert. Wenn jeder, der ins Rampenlicht gezerrt wird früher oder später seine menschlichen Fehler offenbart, erwächst daraus die Erkenntnis, dass gelegentliches Versagen normal ist.

Peinlichkeiten werden nicht versteckt

Wer hat sich noch nie betrunken übergeben, sich beim Ansprechen einer Dame bis auf die Knochen blamiert oder auf andere Weise peinlich benommen? Gelegentliche Peinlichkeiten müssen nicht mehr schamhaft versteckt werden, denn sie sind normal geworden. Darum geben wir täglich Intimes über Facebook, Xing & Co. preis.

Medienexperten warnen davor, Bilder einer Partynacht auf Facebook zu teilen. Ein Arbeitgeber könnte sie sehen und daraus nachteilige Schlüsse ziehen.

Doch ganz ehrlich: Eigentlich müssten die Medienberater davor warnen sich mit Arbeitgebern abzugeben, die ihre Mitarbeiter erst ausforschen, um dann ethische Maßstäbe anzusetzen denen Sie – ehrlich betrachtet – selbst nicht genügen.

Die Jugendlichen von heute wissen dies instinktiv und was für uns ältere wie Arglosigkeit aussieht, ist in Wahrheit ein tieferes Verständnis der sich verändernden Wertewelt.

Neue Offenheit hat auch etwas Positives

Diese Entwicklung hat durchaus etwas Positives. Die neue Offenheit bringt uns einander näher. Wir entwickeln mehr Verständnis. Wir werden toleranter. Die Welt wird friedlicher.

Allerdings entsteht auch ein großes Problem. Wir gehen die neue Gelassenheit beim Schutz unserer Intimsphäre gewissermaßen verkehrt herum an. Ein markantes Beispiel mag dies deutlich machen.

Seite zwei: Überwachung stört uns nicht

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

WWK: “Wer sagt, Riester lohnt sich nicht, täuscht die Menschen“

Die Riester-Rente hat derzeit kaum noch Freunde im Markt. Die WWK gehört zu den wenigen Lebensversicherern, die damit erfolgreich sind. Mit einem Marktanteil von rund 17 Prozent und einem Umsatz von rund 1,2 Milliarden Euro im Riester-Neugeschäft ist die WWK ein großer Player in dem Segment.

mehr ...

Immobilien

JLL: Ein Plädoyer für das Bestellerprinzip

Wer bestellt, der bezahlt. Ein selbstverständliches Geschäftsprinzip in der weltweit als höchst professionell anerkannten Immobilienbranche der angelsächsischen Länder wird hierzulande noch immer kontrovers diskutiert.

Kommentar von Timo Tschammler, Jones Lang Lasalle (JLL) Germany

mehr ...

Investmentfonds

Erster regulierter Krypto-Indexfonds

Krypto-Fonds gibt es bereits. Ein Schweizer Vermögensverwalter ist sich dennoch sicher, mit einem neuen Fonds den Krypto-Markt zu stärken. Regulierung muss Krypto-Anlageprodukten nicht schaden, sie kann ihnen auch nützen, so der Anbieter.

mehr ...

Berater

EZB-Präsident und Deutsche-Bank-Chef fordern Kapitalmarktunion

EZB-Präsident Mario Draghi und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing haben einmal mehr einheitliche Regeln für Banken und die Kapitalmärkte in Europa gefordert. Das sei die einzige Antwort auf die Bedrohungen denen sich die Währungsunion ausgesetzt sehe.

mehr ...

Sachwertanlagen

Noch immer Prozesse rund um die Göttinger Gruppe anhängig

Die Pleite der Securenta/Göttinger Gruppe im Jahr 2007 beschäftigt noch immer die Gerichte. Das belegt ein aktueller Beschluss des BGH: Er hatte in Zusammenhang mit einer überlangen Verfahrensdauer eines der Prozesse zu entscheiden. 

mehr ...

Recht

Kampf ums “Bayerische”: Watschn vom Richter

Nach langwierigem Prozess über zwei Instanzen wird ein Hahnenkampf zweier Versicherungen ums “Bayerische” aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem Offensichtlichen enden: Ein bayerisches Unternehmen darf sich auch bayerisch nennen.

mehr ...