22. Dezember 2015, 10:25
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Darlehensverträge: BGH-Urteil lässt Widerrufswelle aufbrausen

Ein wirksamer Widerruf hat daher – insbesondere bei älteren Darlehen mit hoch vereinbartem Vertragszins – zur Folge, dass ein Zinsvorteil bei der Aufrechnung sowie ein Zinsvorteil bei der Ablösung über eine Refinanzierung zu günstigeren Zinsen möglich sind.

Folgende Vorteile kann daher ein wirksamer Widerruf mit sich bringen:

-> Keine Vorfälligkeitsentschädigung
-> 
Die Darlehenssumme wird gegebenenfalls mit dem marktüblichen Zinssatz verzinst, begrenzt durch den vereinbarten Sollzins. Dadurch ergibt sich regelmäßig eine geringere Restschuld.
-> 
Verzinsung der eigenen Tilgungs– und Zinszahlungen an die Bank.
-> 
Niedrigerer Zinssatz für ein gegebenenfalls notwendiges Folgedarlehen, sofern der Zins­satz des Darlehens höher war, als das aktuelle Zinsniveau.
-> 
Sofortiger Ausstieg aus dem Darlehensvertrag.

Die klarstellende Entscheidung des BGH wird daher die Widerrufswelle nicht brechen, sondern aufbrausen lassen.

Autor Oliver Renner ist Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, Lehrbeauftragter der Fachhochschule Schmalkalden und Dozent am Fortbildungsinstitut der RAK Stuttgart sowie stellvertretender Vorsitzender des Prüfungsausschusses „Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht“ der RAK Stuttgart. Seit 2009 ist er zudem Lehrbeauftragter an der Hochschule Pforzheim und seit 2010 Geldwäschebeauftragter der RAK Stuttgart.

Foto: Shutterstock

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