Anzeige
9. November 2017, 10:37
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Testament: Die fünf häufigsten Irrtümer

Um das eigene Erbe zu regeln, ist ein Testament ratsam. Dieses kann Erbstreitigkeiten verhindern und den Willen des Erblassers nach dessen Tod durchsetzen. Vor der Aufsetzung eines Testaments sollten jedoch einige verbreitete Irrtümer bekannt sein.

Testament: Die fünf häufigsten Irrtümer

Der Gang zum Notar kann hilfreich sein, ist jedoch nur in Ausnahmefällen zwingend erforderlich.

Auf dem Jura-Portal anwalt.de warnt Rechtsanwalt Hans-Vito Baeumer von der Anwaltskanzlei Baeumer & Weisensee vor den populärsten Irrtümern zum Thema Testament:

1. Testament muss mit Notar aufgesetzt werden

Laut Baeumer zögern viele die Aufsetzung eines Testaments hinaus, um sich einen Gang zum Notar zu ersparen. Dieser sei jedoch nur in Ausnahmefällen notwendig.

Zu diesen Ausnahmefällen zählen Minderjährige, wobei diese mindestens 16 Jahre alt sein müssen um überhaupt ein Testament errichten zu können, und all jene die nicht lesen können.

Von diesen Ausnahmen abgesehen könne jeder das eigene Testament entweder alleine oder mit der Hilfe eines Rechtsanwalts verfassen. Wer dies möchte, könne ein solches Testament auch später noch notariell beurkunden lassen.

2. Testament muss nur unterschrieben werden

Entgegen verbreiteter Meinung sei ein Testament nicht automatisch wirksam solange es handschriftlich unterschrieben wurde. Das Gesetz verlange für ein selbst erstelltes Testament neben der eigenhändigen Unterschrift auch, dass dieses darüber hinaus handschriftlich verfasst wurde.

Sofern keine notarielle Beurkundung erfolgen soll, muss das Testament Baeumer zufolge komplett handschriftlich geschrieben werden – ohne Computer oder Schreibmaschine.

Darüber hinaus sei eine gute Lesbarkeit des selbst verfassten Testaments hilfreich falls Fragen auftreten, ebenso wie Angaben zu Ort und Datum der Erstellung, auch wenn diese nicht zwingend notwendig seien.

3. Vollständige Enterbung per Testament möglich

Zwar sei eine testamentarische Enterbung bestimmter Personen möglich, jedoch treffe die populäre Vorstellung, dass diese einem kompletten Verlust aller Erbansprüche gleichkomme, nicht zu.

Im Falle einer Enterbung könne die enterbte Person ihren Pflichtteilsanspruch gegenüber den Erben geltend machen. Dieser beträgt die Hälfte dessen, was die Person nach dem Gesetz geerbt hätte und ist von den Erben in Geld zu erfüllen.

Zu einer Enterbung könne es darüber hinaus auch kommen, indem Erben im Testament nicht berücksichtigt werden, beispielsweise durch Formulierungen wie “Meine älteste Tochter soll meine Alleinerbin werden“, wenn weitere Nachkommen vorhanden sind.

Eine vollständige Enterbung gemäß der verbreiteten Vorstellung sei nur dann möglich, wenn die enterbte Person als erbunwürdig gilt, beispielsweise durch einen Mordversuch am Erblasser.

Seite zwei: Berliner Testament für Verheiratete

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

3 Kommentare

  1. Partnerschaftstestament beim Notar aufgesetzt. Dabei Tochter der Partnerin als Alleinerbin eingesetzt. Partnerin verstorben. Dies bedeutet, dass das Testament ohne Zustimmung der Alleinerbin nicht geändert werden kann. Oder gibt es hier Verjährungsfristen?

    Kommentar von Klaus Reinhardt — 10. November 2017 @ 13:08

  2. Nein, auch bei Immobilienbesitz muss das Testament NICHT notariell beurkundet werden.
    Allerdings: Ein Testament mit Hilfe eines Rechtsanwalts zu verfassen ist in der Regel teuerer, als ein Testament mit Hilfe eines Notars zu errichten.
    Ein Testament muss tatsächlich nicht zwingend ein Datum enthalten. Kommt jedoch ein Pflichtteilsberechtigter nach Testamentserrichtung dazu (etwa weil ein Kind geboren wird oder der Testierende heiratet) ist das Testament anfechtbar; kann – weil das Datum fehlt – nicht festgestellt werden, ob der Pflichtteilsberechtigte nach Testamentserrichtung hinzugetreten ist oder bereits vor Testamentserrichtung schon pflichtteilsberechtigt war, hat die Anfechtung in aller Regel Erfolg.

    Kommentar von Michael Blomeier — 10. November 2017 @ 10:41

  3. … guter Artikel.
    Nach meinem Wissen muß bei Immobilienbesitz das Testament unbedingt notariell Beurkundet werden.
    Das sollte noch ergänzt werden.
    Viele Grüße
    Martin Kasten

    Kommentar von Martin Kasten — 10. November 2017 @ 09:29

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Multi-Asset – Kfz-Policen – Immobilieninvestments – Ruhestandsplanung

Ab dem 13. September im Handel.

Jubiläumsheft

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Zukunft der Versicherungsbranche + Unangenehme Wahrheiten: Vermittlerzahlen täuschen

Versicherungen

Grünen-Finanzexperte: Lebensversicherungen sterben langsam

Der Grünen-Finanzexperte Gerhard Schick befürchtet, dass mehrere Lebensversicherer wegen der langen Niedrigzinsphase den privaten Sicherungsfonds der Branche, Protektor, in Anspruch nehmen müssen.

mehr ...

Immobilien

Kaufen, wenn andere verkaufen

Der Zweitmarkt-Publikumsfonds der BVT nutzt die Investitionsvorteile am Zweitmarkt für geschlossene Immobilienbeteiligungen und investiert breit gestreut über verschiedene Initiatoren, Objektstandorte, Nutzungsarten, Mieter und Laufzeiten.

mehr ...

Investmentfonds

Sieben Anlagestrategien für den Spätzyklus

Die USA erleben ihre zweitlängste wirtschaftliche Expansion, die bereits zehn Jahre andauert. Und auch wenn derzeit kein Ende in Sicht ist, stellt sich die Frage, wie lange dieser noch anhalten wird. Laut Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management, spricht vieles dafür, dass sich die US-Konjunktur im Spätzyklus befindet. Er nennt sieben Strategien, mit denen Anleger ihre Portfolios defensiver Ausrichten können.

mehr ...

Berater

Bafin hat Fragen an N26

Mögliche Sicherheitsmängel bei der Identifizierung von Neukunden bei der Online-Bank N26 haben die Finanzaufsicht Bafin auf den Plan gerufen. “Wir haben Erkenntnisse, dass das Foto-Ident-Verfahren angewandt wird, dem gehen wir nach”, sagte ein Sprecher der Bafin. “Dieses Verfahren entspricht nicht den hiesigen Ansprüchen an die Identifizierung von Neukunden.”

mehr ...

Sachwertanlagen

Erste Gläubigerversammlungen in Sachen P&R: Die Zeit drängt

Am 17. und 18. Oktober 2018 finden in der Münchner Olympiahalle die Gläubigerversammlungen in den Insolvenzverfahren für die P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs GmbH, die P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs- GmbH sowie die P&R Transport-Container GmbH statt. Aufgrund der hohen Zahl von betroffenen Anlegern (insgesamt rund 54.000) dürfte es sich dabei um eine der größten Veranstaltungen dieser Art in Deutschland überhaupt handeln. Warum eine rasche Umsetzung der Pläne des Insolvenzverwalters wichtig wäre

mehr ...

Recht

Mietwohnung: Muss ich renovieren oder nicht?

In deutschen Großstädten ist preiswerter Wohnraum knapp. Und gerade Studenten sind nicht allzu wählerisch. Früher oder später steht aber die Frage an: Muss ich renovieren? Und wer zahlt eigentlich für Reparaturen?
 Der Bundesgerichtshof hat kürzlich ein Grundsatzurteil gefällt, das die Rechte von Mietern weiter stärkt. Was dahinter steckt, verrät Rechtsanwalt und Arag-Rechtsexperte Tobias Klingelhöfer.

mehr ...