26. Juli 2018, 08:00
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“Finanzvertriebe kommen der Generation Y entgegen”

Cash. sprach mit Dr. Matthias Wald, Mitglied im Vorstand des Votum-Verbandes sowie Leiter Vertrieb und Mitglied der Geschäftsleitung von Swiss Life Deutschland, über Karriereperspektiven in der Finanzdienstleistungsbranche und die Folgen der Regulierung für die Nachwuchsrekrutierung.

Matthias-Wald-Swiss-Life in Finanzvertriebe kommen der Generation Y entgegen

Matthias Wald: “Wir glauben, dass es sehr wichtig ist, dort zu sein, wo die Bewerber sind.”

Cash.: Sind Finanzvertriebe als Arbeitgeber heute noch attraktiv für die junge Generation? Welche Rolle spielt das angeschlagene Image der Branche dabei?

Wald: Viele gute Gründe sprechen für einen Einstieg in die Finanzdienstleistungsbranche, wenn man sich für Menschen interessiert und keine Angst vor Zahlen hat. Hinzu kommt, dass sich viele Menschen wegen des digitalen Wandels nach Beratung sehnen – und die Bankfilialen sterben nach und nach aus. Das schafft attraktive Karriereperspektiven für Bewerber. Finanzvertriebe kommen insbesondere der sogenannten “Generation Y” entgegen, die großen Wert auf eine ausgewogene Balance zwischen Arbeit und Privatleben legt – wo sonst findet man so flexible Arbeitszeitmodelle, einen sehr hohen Grad an Selbstbestimmung im Beruf, attraktive Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten und das Ganze kombiniert mit einer attraktiven Bezahlung? Dennoch müssen wir auch ein Stück weit ehrlich zu uns selbst sein: Trotz Regulierung und der Tatsache, dass es zum Beispiel immer weniger Beschwerden beim Ombudsmann gibt, hat die Branche noch ein nicht allzu gutes Image. Zum Glück ist das aber in den letzten Jahren – nicht zuletzt durch die stärkere Regulierung – deutlich positiver geworden.

Verstärkt die Regulierung die Nachwuchsproblematik?

Letztendlich bringt die Regulatorik viel Positives: Die Spreu trennt sich vom Weizen. Halten können sich auf Dauer nur die Besten, die Qualität der Produkte, der Beratung und auch der Bewerber steigt also zwangsläufig. Das wiederum stärkt das Vertrauen der Verbraucher und auch der Nachwuchskräfte in die Branche. Wir bekommen qualifiziertere Bewerber, die dann bei uns eine hervorragende Aus- und Weiterbildung genießen.

Welche Recruitung-Kanäle sollten Finanzvertriebe nutzen, um geeignete Bewerber zu finden? Welche Rolle spielen die sozialen Netzwerke bei der Suche?

Wir glauben, dass es sehr wichtig ist, dort zu sein, wo die Bewerber sind. Das heißt, dass die klassischen Kanäle wie Anzeigen, Broschüren oder Messeauftritte durchaus noch eine hohe Berechtigung haben, aber der digitale Bereich immer wichtiger wird. Seien es digitale Anzeigen, Blogs oder auch die sozialen Netzwerke – wir sind überall präsent.

Was ist jungen Bewerbern heute neben dem monetären Aspekt wichtig?

Neben den monetären Aspekten, die selbstverständlich eine Rolle spielen, geht es den Bewerbern immer mehr darum, mit und in ihrer Arbeit etwas Sinnstiftendes zu tun. Und was macht mehr Sinn, als Menschen dabei zu unterstützen, selbstbestimmt zu leben und finanziell für sich zu sorgen? Außerdem genießen die meisten Finanzberater den engen und häufig jahrelangen menschlichen Kontakt zu ihren Kunden – neben sämtlichen weiteren Vorteilen wie flexiblen Arbeitszeitmodellen, hoher Selbstbestimmung sowie guten Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Interview: Kim Brodtmann

Foto: Swiss Life

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