P&R: Insolvenzverfahren offiziell eröffnet

„Dass heute so viele Container fehlen, bedeutet nicht, dass diese früher vorhanden waren und dann verloren gingen. Tatsächlich zeigen die vorläufigen Ergebnisse der Untersuchungen, dass die deutschen Gesellschaften offensichtlich über viele Jahre hinweg Verträge mit Anlegern über Container geschlossen haben, die es de facto nie gegeben hat und die auch nicht angeschafft wurden“, erklärt Michael Jaffé.

„Vielmehr wurden die neu eingeworbenen Gelder dazu genutzt, laufende Verbindlichkeiten aus Mietzahlungen und Rückkäufen gegenüber Altanlegern zu begleichen. Da erhebliche Zahlungen für Container geleistet wurden, die es gar nicht gab, standen auch keine Mittel zur Verfügung, um die Containerflotte weiter aufzubauen und so die Fehlmengen zu reduzieren. Vielmehr vergrößerte sich der Fehlbestand seit dem Jahr 2007 kontinuierlich“, so Jaffé.

„Liquidität war fast vollständig aufgebraucht“

Jetzt gehe es vor allem darum, die bestehende Containerflotte bestmöglich zu verwerten. Derzeit werde das weiterhin stabil laufende Vermietungsgeschäft fortgeführt. Aufgrund der vertraglichen und historisch gewachsenen Strukturen würden die laufenden Einnahmen aus der Fortsetzung der Container-Vermietung an Leasing- und Transportgesellschaften ausschließlich in der Schweizer Gesellschaft erzielt.

Diese habe jedoch – ebenso wie die deutschen Gesellschaften – bei Insolvenzantragstellung über nahezu keine Liquidität mehr verfügt, was auch der Grund für die Insolvenzanträge der deutschen Gesellschaften war. Die Liquidität war demnach durch die letzten Zahlungen an Anleger im Februar und März fast vollständig aufgebraucht worden.

Erste Zahlung aus der Schweiz

„Durch die jetzt erreichten und weitere geplante Sicherungs- und Stabilisierungsmaßnahmen sollen die Einnahmen aus der Vermarktung der Container ebenso wie die Verwertungserlöse des eigenen Vermögens der Schweizer Gesellschaft einschließlich deren Beteiligungen letztlich allen Anlegern und Gläubigern der deutschen P&R Gesellschaften zu Gute kommen und in den deutschen Insolvenzverfahren an die Gläubiger verteilt werden“, heißt es in der Mitteilung.

Hierbei seien weitere Fortschritte erzielt worden: So sei es gelungen, eine erste Auszahlung der Schweizer P&R Gruppen-Gesellschaft auf die Anderkonten der Insolvenzverwalter der deutschen Gesellschaften zu bewirken.

Seite 3: „Kein Eigentum erworben“

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