27. September 2018, 16:34
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Vermögensanlagen: BaFin entschärft Schreiben zum Zielmarkt

Die BaFin hat in ihrem Schreiben zur Definition der Anlegergruppe (“Zielmarkt”) bei Emissionen nach dem Vermögensanlagengesetz ein paar Worte an der entscheidenden Stelle verändert. Für den Vertrieb bleibt dennoch eine Herausforderung.

Norman-Wirth in Vermögensanlagen: BaFin entschärft Schreiben zum Zielmarkt

Norman Wirth, AfW, hatte den Entwurf der BaFin heftig kritisiert.

Die Finanzaufsicht BaFin hat ihr “Auslegungsschreiben zur Bestimmung der Anlegergruppe (‘Zielmarkt’) in Verkaufsprospekten und in Vermögensanlagen-Informationsblättern nach dem dem Vermögensanlagengesetz” in der finalen Fassung veröffentlicht.

Der Entwurf des Schreibens hatte für einige Kritik der Branche gesorgt, die nun in einem wesentlichen Punkt berücksichtigt wurde. Nicht geändert hat sich, dass in den Emissionsunterlagen Angaben zu vier Kriterien notwendig sind, die potenzielle Anleger erfüllen müssen.

Davon sind “Kundenkategorie”, “Anlagehorizont” und “Verlusttragfähigkeit” des Anlegers unproblematisch. Für Widerspruch der Branche hatte das vierte Kriterium “Kenntnisse und/oder Erfahrungen” gesorgt.

Befürchtungen zur Neukunden-Akquise

Hier schreibt die BaFin zwar weiterhin, zu erwarten sei “eine Angabe, dass der Anleger Kenntnisse und/oder Erfahrungen im Bereich von Vermögensanlagen haben muss”. Der nachfolgende Satz hingegen wurde entschärft. Hier hieß es in dem Entwurf des Schreibens: “Fehlende oder nur geringe Erfahrungen mit Vermögensanlagen können durch umfassende Kenntnisse von Vermögensanlagen ausgeglichen werden”.

Das hatte die Befürchtung (und den Löwer-Kommentar) ausgelöst, die Neukunden-Akquise könnte massiv behindert werden. Denn welcher Kunde, der vorher noch nie eine Vermögensanlage gezeichnet hat (und deshalb keine Erfahrungen damit besitzt), verfügt schon über “umfassende Kenntnisse” in diesem Bereich?

Auch die Vertriebsverbände AfW und Votum hatten diese mögliche Konsequenz in Stellungnahmen gegenüber der BaFin heftig kritisiert.

Seite 2: Vier Worte gestrichen – ein Pferdefuß bleibt

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1 Kommentar

  1. Ich möchte diese Leute die sich diese ganzen Beschränkungen ausgedacht haben als Traumtänzer bezeichnen. Was glauben denn diese Träumer wie ein Neuinvestor zu den geforderten Kenntnissen kommt? Dürfen dann künftig Neueinsteiger nur noch mit nachgewiesenem Wirtschaftsstudium, Spezialgebiet Kapitalanlagen, Aktien, Fonds, AIFs, Beteiligungen, kaufen und sind die Anderen dann auf Sparbuch, Bausparvertrag und LV, zu verweisen wo man nach Abzug der Inflationsrate garantiert Verluste macht? Finde das ist ein toller Verbraucherschutz! Der Gesetzgeber glaubt ja auch, an den Bankschaltern säßen bei der Aktienberatung nur ausgebildete Analysten. Wie sonst ist es zu erklären, dass man kategorisch alle Nichtbanken von der Aktienberatung ausschließt? Dafür darf man dann ohne Lizens und Vermögensschadenhaftpflicht Spielgeld als Kapitalanlage bewerben. Oder wie soll man die ganzen Kryptowährungen bezeichnen? Dieses ganze Getue von Binding, Schick, Mohn, Zdebel und Co. ist einfach nur noch zum k…en.
    Freundliche Grüße
    Klaus-Ferdinand Hummel

    Kommentar von Klaus-Ferdinand Hummel — 28. September 2018 @ 22:40

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