2. August 2019, 14:00
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Brexit zwingt Royal Bank of Scotland Pläne für 2020 zu vertagen

Die verstaatlichte britische Großbank Großbank Royal Bank of Scotland (RBS) muss ihre 2020er-Ziele wegen der Brexit-Unsicherheit und der anhaltenden Zinsflaute auf die lange Bank schieben. Es sei sehr unwahrscheinlich, dass die fürs kommende Jahr angepeilte Rendite auf das eingesetzte Kapital von 12 Prozent sowie eine Kostenquote von weniger als 50 Prozent erreicht werden, teilte die Bank am Freitag in London mit.

Royal-bank-of-scotland in Brexit zwingt Royal Bank of Scotland Pläne für 2020 zu vertagen

Die Bank glaube weiter daran, die Ziele erreichen zu können, nannte jetzt aber keinen Zeitraum mehr.

Überschuss stieg um 130 Prozent

In den ersten sechs Monaten drückte die gesunkene Zinsmarge auf den Überschuss im Geschäft mit dem Anlegen und Verleihen von Geld – einem der Kernbereiche jeder Bank. Der Zinsüberschuss sank um sieben Prozent auf rund vier Milliarden Pfund.

Da die Bank Einnahmen aus dem Verkauf von Sparten hatte und zudem deutlich weniger Strafen zahlen musste, zog der Überschuss allerdings deutlich an. Er stieg um 130 Prozent auf rund zwei Milliarden Pfund (2,23 Mrd Euro) an.

Operativ kam die Bank trotz der schwierigen Rahmenbedingungen im ersten Halbjahr voran.

Bereinigt um Sondereffekte legte der Vorsteuergewinn um fast die Hälfte auf 2,7 Milliarden Pfund zu – dies geht vor allem auf deutlich niedrigere Kosten zurück. Mit dem Ergebnis übertraf die Bank die Erwartungen.

Kostenquote liegt immer noch über dem Ziel

Mit einer Kostenquote von 57 Prozent ist die Bank allerdings noch ein gutes Stück von ihrem jetzt verschobenen Ziel von weniger als 50 Prozent entfernt. Auch die operative Eigenkapitalrendite lag mit 7,5 Prozent noch weit unter dem Zielwert.

Nichts Neues gab es erst einmal zur laufenden Chefsuche. Im April hatte der seit Herbst 2013 amtierende Ross McEwan seinen Rückzug angekündigt. Er bleibe der Bank aber so lange erhalten, bis ein Nachfolger an Bord und eingearbeitet ist.

McEwan hatte die Bank, die einer der größten Sanierungsfälle der Branche nach der Finanzkrise war, in den vergangenen Jahren wieder auf eine finanziell solidere Basis gestellt. 2018 verdiente die Bank das zweite Jahr in Folge Geld.

Großbritannien hält nach wie vor 62 Prozent der Anteile

Zuvor hatte die RBS jahrelang in den roten Zahlen gesteckt. Insgesamt hatte die Großbank infolge der Finanzkrise, fragwürdiger Geschäftspraktiken, wilder Spekulationen und einer missglückten Übernahme einen Verlust von rund 58 Milliarden Pfund angehäuft.

Der britische Staat hatte im Krisenjahr 2008 insgesamt 45,5 Milliarden Pfund in die Bank gepumpt, um sie zu retten.

Nachdem die Regierung ihren Anteil etwas zurückfahren konnte, hält der Staat noch gut 62 Prozent der Anteile. Das Aktienpaket ist derzeit rund 16 Milliarden Pfund wert und damit weit davon entfernt, um der Regierung einen verlustfreien Ausstieg zu ermöglichen.

Bei der Konkurrentin Lloyds, die in der Finanzkrise ebenfalls mit Steuergeld gerettet werden musste, konnte sich der Staat inzwischen wieder zurückziehen – und das sogar mit einem Gewinn.

Sanierung bringt Anteilseignern wieder eine Dividende

Die RBS ist dank des Sanierungskurses und der Spartenverkäufe aber zumindest finanziell so gut aufgestellt, dass sie ihren Anteilseignern wieder eine Dividende zahlen kann. Neben der regulären Zwischendividende von 2 Pence je Aktie soll es dieses Mal eine Sonderausschüttung von 12 Cent je Anteil geben. (dpa/AFX)

Foto: Shutterstock

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